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Tödlicher Unfall bei Rallye Dakar 2016

Rennen auf offener Straße

Rallye Dakar 2016 - Claus Mühlberger - Mini Foto: Claus Mühlberger

Bei der Rallye Dakar hat es einen tödlichen Unfall gegeben. Ein Zuschauer ist in Bolivien vom Mitsubishi Lancer Prototyp des Franzosen Lionel Baud erfasst worden. Ausgerechnet am Unfalltag unterlief dem Veranstalter ASO im bolivianischen Hochland eine sehr bedenkliche Sicherheitspanne.

11.01.2016 Claus Mühlberger

Die Rallye Dakar hat schon wieder einen schlimmen Zuschauerunfall zu beklagen. Auf der Etappe von Uyuni/Bolivien nach Salta/Argentinien erfasste der Franzose Lionel Baud mit seinem Mitsubishi Lancer Prototyp einen Einheimischen. Der 63-Jährige Mann wurde tödlich verletzt. Die genauen Umstände des Unfalls werden von den örtlichen Behörden noch untersucht.

Anders als die Chinesin Guo Meiling, die am ersten Tag der Rallye die Kontrolle über ihren Mini verlor und Zuschauergruppe schleuderte, ist Baud, 48, kein Rallye-Anfänger. Der Franzose rangierte am Unfalltag an 52. Stelle, also im Mittelfeld.

Dakar-Etappe auf offener Straße

auto motor und sport ist bei der Dakar-Rallye vor Ort - natürlich auch in Bolivien. Der ams-Mini Countryman passierte die Region, in der sich der Unfall ereignete, am frühen Morgen. Dabei war Erstaunliches festzustellen: Ein Teil der Wertungsprüfung wurde auf der Ruta 21 ausgetragen, einer breiten Schotterstraße, die als einzige Verbindung zwischen den Ortschaften Uyuni und Tupica dient. Die ams-Crew brach um 7 Uhr in Uyuni auf und fuhr auf der Ruta 21 südwärts, nicht wissend, dass diese Straße teilweise als Rennstrecke diente.

Rallye Dakar 2016 - Claus Mühlberger - MiniFoto: Claus Mühlberger
Auf der Routa 21 kamen der ams-Crew plötzlich Rennfahrzeuge entgegen.

Plötzlich passierte Schockierendes: Nach einer unübersichtlichen Kurve, etwa 60 Kilometer südlich von Uyuni, kam dem auto motor und sport-Mini der Führende in der Motorradkategorie (Die Bikes starten vor den Autos und den Lastwagen) im Renntempo entgegen.

Die Ruta 21 war NICHT gesperrt. Weder Polizisten noch Streckenposten des Organisators ASO stoppten den Verkehr. Auch Zuschauerautos sowie Leute, die mit der Rallye nichts zu tun hatten, fuhren auf der Ruta 21 den Rennfahrzeugen entgegen. Reines Glück, dass es nicht zu gefährlichen Begegnungen kam.

Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, dass der tödliche Unfall mit der mangelhaften Organisation zu tun hat. Dennoch ist es sehr bedenklich, wie lässig der Veranstalter ASO, ein französischer Verlag, in dem auch die Sportzeitung L’Équipe erscheint, mit dem Thema Sicherheit umgeht.

Nachlässigkeiten beim Thema Sicherheit

Mit französischem Laissez-Faire ist dies nicht zu entschuldigen. Nach diesem gravierenden Fehler des Veranstalters bleibt das unbehagliche Gefühl, dass die ASO nicht alles getan hat, um die Sicherheit von Fahrern und Einheimischen zu gewährleisten.

Dakar-Chefs Etienne Lavigne betont bei jeder Gelegenheit, wie sehr sich die ASO um die Sicherheit kümmert. Doch am jenem Samstag war die Organisation nicht auf der Höhe.

Möglicherweise hängt dies auch damit zusammen, dass der langjährige Sicherheitschef der ASO, David Castera, die Firma im letzten Jahr verlassen hat. Der Franzose, der für seine Sorgfalt und seine Umgänglichkeit immer viel Lob bekam, heuerte bei Peugeot an, als Beifahrer von Cyril Despres im 2008 DKR.

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