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Toyota klärt Motorschäden von Spa

Entwarnung für das 24h-Rennen in Le Mans

Toyota TS-050 - Silverstone 2016 Foto: Toyota 10 Bilder

Beim Toyota-LMP1-Team konnten die Ursachen der Motorschäden vom WM-Lauf in Belgien geklärt werden. Demnach sind sie auf die einmalige Streckencharakteristik der Eau-Rouge-Senke in Spa zurückzuführen - und das bedeutet, dass Toyota ohne zusätzliche Haltbarkeitssorgen zum Saisonhighlight nach Le Mans reisen kann.

28.05.2016 Marcus Schurig Powered by

Das Horror-Szenario hat sich verflüchtigt, das Aufatmen beim Toyota-LMP1-Team in Köln ist groß. Rückblick: Nur sechs Wochen vor dem Saisonhöhepunkt der Sportwagen-WM, dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans, gingen in Spa an beiden Toyota TS050 Hybrid die Motoren hoch.

Keine Wiederholung der Motorpannen in Le Mans

In sechs Wochen hätte man konstruktive Probleme am 2,4-Liter-V6-Biturbomotor niemals mehr beseitigen oder korrigieren können. Die bange Frage lautete daher nach Spa: Gibt es generell ein Haltbarkeitsproblem an den Motoren, oder lag die Ursache doch an der einmaligen Streckencharakteristik?

Drei Wochen vor Le Mans gib es nun endlich Entwarnung. Die langwierigen Analysen in Japan - die V6-Motoren werden ebenso in Japan entwickelt und gebaut wie auch das komplette Hybridsystem - haben ergeben, dass die starken Schläge durch das Aufsetzen in der Highspeed-Kompression von Eau Rouge für die Motorschäden an beiden Fahrzeugen verantwortlich waren. Das im Rennsport als "Bottoming" bekannte Phänomen kann auf Grund des speziellen Streckenlayouts nur in Belgien passieren, nicht aber in Le Mans. "Wir konnten die Gründe für die Schäden einwandfrei identifizieren und sind uns nun absolut sicher, dass sich das in Le Mans nicht wiederholen kann", sagte ein ranghohes Toyota-Teammitglied am Rande des 24h-Rennens am Nürburgring.

Das Phänomen Spa

Mittlerweile hat Toyota auch seinen finalen Zwei-Tagestest vor Le Mans ebenfalls erfolgreich abgespult - übrigens wieder ausgerechnet in Spa. Die Ergebnisse waren ermutigend: die Toyota TS050 Hybrid waren nochmals schneller als beim WM-Lauf Anfang Mai, als Toyota das Rennen mit deutlichem Vorsprung anführte. "Allerdings sind wir beim Test langsamer durch Eau-Rouge durchgefahren, um sicherstellen, dass das Auto nicht aufsetzt und dadurch neuerliche Schäden an den Motoren entstehen", so ein Insider.

Die Kompression in Eau Rouge ist bei allen Motorenexperten weltweit gefürchtet: Die LMP1-Autos nehmen die Senke hoch zur Linkskurve Raidallon zum Beispiel absolut voll - mit gut 300 km/h. Dabei setzt das Auto in der Kompression stark auf. Die daraus resultierenden Schläge können im Rennen über mehrere Stunden die Mechanik so zermürben, das Motorteile einfach brechen. Genau das ist bei Toyota passiert.

Es gibt auch noch ein zweites, Eau-Rouge-spezifisches Motorphänomen, nämlich der sogenannte Blowby: Durch die starken vertikalen g-Kräfte werden die unverbrannten Gase an den Kolbenringen vorbei in den Kurbeltrieb gepresst. Das kann dazu führen, dass der Kurbelgehäusedruck zu stark ansteigt - oder dass das Motoröl durch die unverbrannten Gase verdünnt wird, was zu eingeschränkter Schmierung und in der Folge zu Lagerschäden führen kann.

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