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Toyota optimistisch für 24h-Rennen

Kampf um ersten Le Mans-Erfolg

Toyota TS050 Hybrid - Startnummer 5 - 24h-Rennen Le Mans 2016 - Donnerstag - 16.6.2016 Foto: xpb 31 Bilder

Toyota hat sein Technik-Konzept für 2016 radikal umgekrempelt. Das neue Auto zeigt Wirkung. Die Japaner sind näher dran an Porsche. Und gehen den 24h-Klassiker sogar vor beiden Audi an.

17.06.2016 Andreas Haupt Powered by

Bislang triumphierte in den 83. Ausgaben des 24h-Rennens von Le Mans nur einmal eine asiatische Marke. Mazda setzte sich 1991 gegen die versammelte Konkurrenz durch. Mit dem 787B, orange-grün lackiert, angetrieben von einem 4-Rotor-Wankelmotor. Toyota hechelt seinem ersten Le Mans-Erfolg noch immer hinterher. Der japanische LMP1-Rennstall mit Einsatzsitz in Köln vergoss beim Langstreckenklassiker schon oft Tränen. Besonders 2014, als ein Pfennigdefekt den führenden Toyota TS040 Hybrid aus allen Siegesträumen riss.

Toyota 2016 wieder bei der Musik

„2014 hatten wir über 16 Stunden das beste Auto“, erinnert sich Stephane Sarrazin. Ein Jahr später lag Toyota dagegen im Nirgendwo. „2016 sind wir wieder bei der Musik“, erklärt der Franzose. Dafür bedurfte es eines radikalen Konzeptwechsels, den Toyota schon nach der Pleite im vergangenen Jahr einläutete. Die Techniker backten ein neues Chassis und tauften den Rennwagen TS050 Hybrid. Auch die Aerodynamik ist neu. Ebenso der Motor. Toyota stellte den V8-Sauger ins Museum und verpflanzte stattdessen einen 2,4-Liter-Biturbo-V6. „Der Boost ist größer, der Motor leiser. Für uns Fahrer ist das im Cockpit angenehmer. Für die Fans vielleicht nicht“, sagt Einsatzpilot Anthony Davidson.

Die Japaner wechselten auch das Speichermedium für die Elektroreserve. Statt Superkondensatoren verbaute Toyota wie die Konkurrenz von Porsche und seit 2016 auch Audi Lithium-Ionen-Batterien. Diese lassen sich zwar nicht so schnell und leicht laden wie Superkondensatoren, dafür ist die Elektropower über längere Zeit abrufbar. „Wir sind nicht wie 2015 noch 4 bis 5 Sekunden von der Pace weg. Diesmal sind wir dran, und ich denke, es ist genug, um zu kämpfen“, gibt sich Sebastien Buemi kämpferisch.

Der ehemaliger Formel 1-Pilot erklärt, in welchen Bereichen sich der neue TS050 gegenüber dem Vorgänger verbessert hat. „Wir haben mehr Power, obwohl wir weniger Sprit verwenden dürfen. Wir können überall ein bisschen mehr boosten. Und wir haben weniger Luftwiderstand und trotzdem mehr Abtrieb“, berichtet der Schweizer. Zur Erklärung: ACO und FIA kappten für 2016 insgesamt acht Prozent der Energiemenge für den Verbrennungsmotor, um die LMP1-Autos in ihrer Geschwindigkeit einzufangen. „Ohne das wären wir 3,4 Sekunden schneller gewesen hier“, ist sich Buemi sicher.

Keine Chance auf Pole

In der Startaufstellung reihen sich die beiden TS050 Hybrid auf den Positionen drei und vier ein. Hinter Porsche und vor Audi. Auf die Pole-Zeit fehlten 1,004 respektive 2,170 Sekunde. Der schnellste Toyota mit der Startnummer sechs umrundete den 13,6 Kilometer langen den Kurs an der Sarthe in 3:20.737 Minuten. „Auf die Pole hatten wir gegen die Porsche keine Chance. Ich denke, wir hätten eine 3:19,7 oder 3:19,8 Minuten fahren können. Porsche wohl im 3:18er Bereich, wenn es trocken geblieben wäre“, meint Buemi, der im Auto mit der Startnummer fünf sitzt.

Trotzdem glaubt der Schweizer, dass Toyota im Rennen um den Sieg kämpfen kann. „Im Dauerlauf reduziert sich unser Abstand zu Porsche. Sie haben für das Qualifying spezielle Boost-Strategien für die Elektropower und können mehr rausholen. Aus meiner Sicht bewegt sich alles zwischen einer Zehntel und einer Sekunde. Ich kann mich nicht an ein so enges Le Mans-Rennen erinnern.“

Nicht nur in Le Mans gilt die alte Motorsport-Weisheit: „to finish first you have to finish first.“ Also: Wenn du gewinnen willst, musst du erst einmal in Ziel kommen. „Wenn wir das Auto von der Garage fernhalten, können wir zum Schluss zuschlagen“, glaubt Buemi, der Toyota bei der Zuverlässigkeit gut aussortiert sieht: „Sollte etwas passieren, wird es etwas komplett Neues sein.“

Porsche für Toyota der Favorit

Der Favorit bleibt aber Porsche. „Nach dem Vortest dachte ich, dass Audi das beste Paket hat. Hier waren sie aber noch nicht so überzeugend. Porsche hat das gleiche Auto, die gleiche Batterie, den gleichen Motor wie 2015. Sie verfügen über die meiste Erfahrung mit ihrem Paket“, sagt Buemi.

Dass Toyota schnell ist, zeigte das Team in Spa. Doch zwei kapitale Motorschäden, die auf die Kompression, Schläge und hohen G-Kräfte von Eau Rouge zurückzuführen waren, stoppten die Autos. „Ich tausche Spa gerne gegen den Le Mans-Sieg ein“, sagt Davidson mit einem Grinsen.

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