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Toyota TS040 im Technik-Check

Hat der Audi-Killer auch Schwächen?

Toyota TS040 Hybrid - LMP1 2014 Foto: Toyota 30 Bilder

Wo stehen die drei LMP1-Autos von Toyota, Audi und Porsche kurz vor dem 24h-Rennen in Le Mans? Wir analysieren die Stärken und Schwächen der LMP1-Rennwagen. Der japanische Herausforderer Toyota geht mit dem TS040 als klarer Favorit ins Rennen. Wir erklären, was den Audi-Killer so stark macht.

10.06.2014 Marcus Schurig

Toyota scheint seine Hausaufgaben für die Saison 2014 gemacht zu haben: die Japaner mit Teamsitz in Köln haben in der Saison 2014 unter sportlichen Gesichtspunkten eine weiße Weste: Zwei überlegen herausgefahrene Siege bei den ersten beiden Läufen zur Sportwagen-WM in Silverstone und Spa sowie die Bestzeit beim obligatorischen Le-Mans-Vortest Anfang Juni - Toyota setzte mit dem neuen TS040 Hybrid bisher die Messlatte im LMP1-Sport. Wo liegen die Stärken der Japaner? Und haben sie überhaupt Schwächen?

Antrieb/Motor

Der frei saugende V8-Motor mit 3,7 Liter Hubraum basiert auf dem letztjährigen Triebwerk, das Volumen wurde nur geringfügig erhöht, um im Interesse gesteigerter Effizienz das Drehzahlniveau und damit den Verbrauch leicht zu senken und zweitens den Luftdurchsatz zu erhöhen, um magerer fahren zu können. Das Triebwerk gilt in puncto Haltbarkeit als kugelsicher. Nur Toyota setzt auf einen Saugmotor ohne Turboaufladung, aber das ist wegen des neuen Effizienz-Reglements kein Nachteil, weil die Leistung aus den Hybridsystemen den Drehmomentnachteil des Saugers locker kompensiert.

Hybridsysteme

Toyota verwendet zwei Bremsenergierückgewinnungs-Systeme, an der Vorder- und an der Hinterachse. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es handelt sich hier um reine Verlustenergie, damit sind die Hybridsysteme maximal effizient. Die FIA hat errechnet, dass die Toyota-Renner über die beste Gesamteffizienz verfügen.
 
Die Speicherung der Energie über Superkondensatoren hat zwar den Nachteil, dass man die Energie schnell wieder loswerden muss, um beim nächsten Bremsvorgang einen leeren Speicher zu haben, doch das spielt in Le Mans keine Rolle: am Ende der langen Geraden wird jeweils hart gebremst, das sogenannte Boosten folgt dann direkt in der nächsten Beschleunigungsphase auf der folgenden Geraden.
 
Die Superkondensatoren gelten als standfest, doch wenn die Elektromaschinen an Vorder- und Hinterachse versagen sollten, dann hätte Toyota sogar ein Problem, es bis zurück an die Boxen zu schaffen.

Fahrzeugkonzept/Aerodynamik

Das Toyota-Basiskonzept beruht auf dem ursprünglichen Test-Chassis von 2011, als man den KERS-Einsatz an Vorder- und Hinterachse erstmals evaluierte. Insofern waren alle Grundparameter für das 2014er Auto klar. Toyota packte ein hohes Maß an Konzeptkontinuität ins Auto: Motor und Kühlbedarf waren ebenso bekannt wie KERS-Systeme und Energiespeicher. Die Aerodynamik ist für die hohen Top-Speeds in Le Mans noch einmal grundlegend angepasst worden. Die Ergebnisse beim Vortest legen nahe, dass das Low-Drag-Paket gut funktioniert.

Speed

Es steht außer Frage, dass Toyota aktuell das schnellste Auto hat. Selbst die Gegner rechnen damit, dass die Japaner in Le Mans auf Pole stehen werden und vermutlich auch das Tempo im Rennen von der Spitze diktieren werden. "Wir können uns eigentlich nur selbst schlagen", brachte es ein Toyota-Werksfahrer auf den Punkt.

Zuverlässigkeit

Toyota hat über 30.000 Testkilometer abgespult. "Wir haben ein paar kleine Details verbessern und optimieren müssen", so Toyota-Technikdirektor Pascal Vasselon, "aber wir haben in der Testphase keine größeren Probleme aufspüren können. Das macht uns zuversichtlich für die Marathon-Distanz über 24 Stunden."

Reifenverschleiß

Obwohl die Reifenbreiten 2014 deutlich schmaler ausfallen als 2013, ist man bei Toyota zuversichtlich, dass man Triple- und vermutlich auch Quadruple-Stints mit einem Satz Reifen schaffen wird. "Das hängt allerdings von den Außentemperaturen ab, und davon, ob das Wetter stabil bleibt", erklärt Vasselon. Sollte es zwischendrin regnen, wird die Gummiauflage auf der Strecke wieder weggewaschen, dann müsste man die Anzahl der Runden pro Reifensatz reduzieren.

Fazit zum Toyota TS040 Hybrid

Toyota geht als klarer Favorit in die 82. Auflage des 24h-Rennens von Le Mans. Sollten die Japaner keine Probleme bei der Zuverlässigkeit haben und die Fahrer die Autos sauber und ohne Unfälle oder Feindkontakt durch den Verkehr bringen, dann wird es schwer für Audi oder Porsche, einen Toyota-Sieg zu vereiteln.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen einige Geheimnisse des Toyota TS040

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