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Uwe Alzen im Portrait

Vom Spätzünder zum Langstrecken-Champ

Foto: Wolfgang Wilhelm 6 Bilder

Uwe Alzen kam in einem Alter in den professionellen Motorsport, in dem Sebastian Vettel schon seinen ersten WM-Titel in der Tasche hatte. Heute gehört er zu den ganz Großen im Langstrecken-Motorsport.

30.07.2012 Claus Mühlberger

Mit 23 Jahren machte der Westerwälder erstmals ein größeres Publikum auf sich aufmerksam, als er die Gesamtwertung des Porsche Carrera-Cups gewann. In einem Porsche 944 Turbo heimste er im gleichen Jahr die Junior-Trophäe im Veedol-Langstreckenpokal ein, der auf der Nordschleife des Nürburgrings ausgetragen wird.

"Ich komme aus einer ganz normalen Familie", sagt Alzen. "Wir hatten eine kleine Autowerkstatt. Da war nicht das Geld da, um einfach zu sagen: So, jetzt fahren wir mal eine Saison lang Porsche-Cup." Uwe Alzen schloss erst seine Ausbildung aus Kfz-Mechaniker ab, ehe er sich in Abenteuer Rennsport stürzte.

In den frühen Jahren im Rennsport hatte Alzen zwei prominente Förderer, Klaus Ludwig und Walter Mertes. "Klaus war immer mein Vorbild. Für mich ist er der weltbeste Tourenwagen- und Sportwagenfahrer aller Zeiten", schwärmt Alzen. "Von ihm habe ich unheimlich viel gelernt. Obwohl er sonst eigentlich niemanden an sich heranließ, hat er mir unheimlich viele Tipps gegeben."

Uwe Alzen fuhr insgesamt 76 Rennen in der DTM

Der Kölner Walter Mertes, der in den achtziger Jahren selbst in der DTM fuhr und jetzt für das Marketing der deutschen Topserie zuständig ist, kümmerte sich um Sponsoren und Verträge. Tausendsassa Alzen handelt mittlerweile mit Premium-Autos, seine Firma führt im Auftrag von BMW die Taxifahrten bei den DTM-Rennen durch, und schließlich betreibt er seit 2009 auch ein eigenes Porsche-Team bei der Langstrecken-Meisterschaft auf dem Nürburgring.

In der DTM bestritt Alzen in Diensten von Mercedes und Opel insgesamt 76 Rennen. Sechs davon gewann er. In der Super-Tourenwagen-Meisterschaft schrammte er 1999 mit seinem Vectra nur ganz knapp am Meistertitel vorbei. Als Porsche-Werksfahrer glückten Alzen viele schöne Erfolge - der größte war sicherlich der zweite Platz beim 24 Stunden-Rennen von Le Mans mit dem 911 GT1. Zwischen 2005 und 2007 konzentrierte sich Alzen vor allem auf den Porsche Supercup, der im Rahmen der Formel 1-Rennen ausgetragen wird. 2006 wurde er Zweiter in der Gesamtwertung; im Jahr darauf gewann er die Jahreswertung im deutschen Porsche Carrera-Cup.

Fabelzeiten auf dem Nürburgring

Uwe Alzen und die Nürburgring-Nordschleife - das gehört zusammen wie Jogi Löw und streng taillierte Hemden. Im Mai diesen Jahres zeigte es der inzwischen 44 Jahre alte Alzen allen Zweiflern, dass er immer noch zu den allerschnellsten gehört. Nur 8.18,382 Minuten benötigte er mit dem werksunterstützten, 500 PS starken BMW GT3 von Schubert-Motorsport beim Top 40-Qualifying für die 25,378 Kilometer lange Runde auf der Nürburgring-Nordscheife. Das ist die schnellste Zeit, die je beim Training zu dem Langstreckenrennen mit einem GT3-Auto gefahren wurde.

Nordschleifenspezialist Alzen hatte bereits 2005 eine Fabelzeit auf die Eifelbahn gezaubert. Mit einem von ihm liebevoll "Turbinchen" genannten 800 PS starken Porsche 911 Turbo, der vom Team seines Bruder Jürgen Alzen eingesetzt wurde, fuhr er eine Zeit von 8.09 Minuten.

Alzen als BMW-Werksfahrer für Langstreckenrennen

Seit 2010 steht Alzen im Sold von BMW - als Werksfahrer für Langstreckenrennen. Ob Sebring, Daytona, Spa, Zhuhai oder Le Mans: Zusammen mit seinen regulären Partnern Jörg Müller und Dirk Müller (weder verwandt noch verschwägert) gehört er stets zum engsten Favoritenkreis für den Sieg. 2010 landete Alzen zusammen mit Jörg Müller, Augusto Farfus und Pedro Lamy einen großem Coup - den Sieg beim 24 Stunden auf dem Nürburgring mit dem BMW M3 GT2. 2011 holten dieses Quartett Rang zwei bei dem Eifel-Klassiker, und diesem Jahr reichte es für Alzen und seine Mitstreiter, die beiden Müllers, den dritten Platz.

Große Erfolge feiert Alzen auch im Privatleben: Vor einem Jahr wurde er zum ersten Mal Vater. "Unsere Tochter Mina ist mit Abstand das Beste, was mir in meinem Leben passiert ist."

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