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Vorschau 24 Stunden Le Mans

Foto: ACO

Bei der 73. Ausgabe des berühmtesten Langstreckenrennens der Welt (18.-19.6.) deuten die Zeichen auf einen Heimsieg der Franzosen, während Audi auf ein Stolpern der Gallier hofft. Spannung verspricht auch der Kampf der GT-Autos, wo sich Aston Martin und die Corvettes gegenüber stehen.

15.06.2005

Einerseits sind Prognosen für das größte Sportwagenrennen der Welt so unsicher wie die Wettervorhersagen der Tagesschau: Zu viel kann passieren in einem Rennen, wo die Piloten mit Spitzengeschwindigkeiten von über 330 km/h eine Distanz von über mehreren tausend Kilometern zurücklegen müssen. Andererseits hat Audi mit dem Sportprototypen R8 die Maßstäbe in den letzten Jahren gründlich verschoben: Mit der Unkompliziertheit von Langstreckenflügen fuhren die Audi-Chauffeure vier Le Mans-Siege in fünf Jahren ein. Kann 2005 wieder ein Audi siegen?

Einerseits stehen die Chancen dafür nicht ungünstig, weil die Prototypen aus Ingolstadt ein Muster an Zuverlässigkeit sind, die Piloten allesamt über genügend Le Mans-Erfahrung verfügen und zudem kein anderer Hersteller Audi in der großen LMP1-Klasse herausfordert.

Andererseits markiert die 73. Ausgabe des 24h-Rennen eine Zäsur: Es ist der letzte Auftritt von Audi mit dem nunmehr sieben Jahre alten R8 an der Sarthe, und weil 2006 ein neues Prototypen-Reglement gilt, müssen die „alten“ R8 im Übergangsjahr 2005 gegen die ersten Vertreter der neuen LMP1-Generation antreten. Aus diesem Grund wurde der Audi R8 vom Reglement eingebremst: 50 Kilogramm Ballastgewicht, 10 Liter weniger Trankvolumen und 15 Prozent kleinere Air-Restriktoren berauben den Audi seiner traditionellen Stärken: Herausragender Renn-Speed und extrem günstiger Kraftstoffverbrauch dank Direkteinspritzung.

Fünf Sekunden pro Runde

Die Folgen waren bereits beim Vortest deutlich zu erkennen: Den drei Audis R8 von Champion Racing und Oreca Motorsport fehlten sechs Sekunden auf die dominierenden Pescarolo-Judd, die mit beiden Autos die besten Zeiten markierten. Audi-Pilot Marco Werner, der sich das Champion-Auto mit Tom Kristensen und JJ Lehto teilt, analysiert die Lage: „Wir rechneten damit, dass die neuen Autos zirka fünf Sekunden pro Runde schneller sein würden. Wir haben jetzt nur noch 520 PS, damit sind wir auf den langen Geraden kaum schneller als die GT-Rennwagen. Wir können das Rennen also nur über die Zuverlässigkeit gewinnen.“

Damit hält das Team des 33-fachen Le Mans-Teilnehmers Henri Pescarolo alle Trümpfe in der Hand. Die einheimischen Fans hat das französische Team so oder so auf seiner Seite, denn neben dem Nummer-.Eins-Auto mit Emmanuel Collard, Christoph Bouillon und Erik Comas bestreitet auch der amtierende Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb das 24h-Rennen Rennen auf einem Pescarolo-Judd zusammen mit Soheil Ayari und Eric Hélary. Nur wenn die Pescarolo-Mannschaft strauchelt, kann Tom Kristensen seinen Traum wahr machen: Mit dem sechsten Le Mans-Sieg zu Legende Jacky Ickx aufzuschließen.

Bestenfalls Außenseiterchancen hat die private LMP1-Armada die mit Chassis von Dome, Dallara, Zytek, DBA und Courage sowie Motoren von Judd, Nissan, Zytek und Mugen ihr Glück versuchen.

Blufft Chevrolet?

Großen Sport dürften die bis zu 250 000 Fans am kommenden Le Mans-Wochenende auch in der großen GT1-Klasse geboten bekommen: Aston Martin gegen Corvette lautet das Duell, doch Ferrari könnte den angelsächsischen Gegnern durchaus in die Suppe spucken.

Aston Martin will mit dem neu entwickelten DB9-R den Langstreckenklassiker gleich beim ersten Auftritt gewinnen – kein unmögliches Unterfangen, waren die Briten beim Vortest doch um vier Sekunden pro Runde schneller als die Amerikaner. Doch Aston Martin-Technikchef George Howard-Chappell hält den Ball flach: „The Corvettes are sandbagging“, was so viel bedeutet wie: Die versuchten uns, beim Vortest Sand in die Augen zu streuen.

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