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Vorschau Rallye Dakar

VW reif für den Sieg

Foto: Volkswagen 51 Bilder

Die Dakar feiert 2008 ihren 30. Geburtstag. Zum Jubiläum haben die Veranstalter die Distanz noch einmal erhöht: Mit 9.273 Kilometern warten auf die 570 Teams so viele wie noch nie zuvor. Am 5. Januar fällt in Lissabon der Startschuss zur Mutter aller Wüstenrallyes.

02.01.2008 Claus Mühlberger

Noch ist die Bastion Dakar-Rallye nicht gefallen. Zäh verteidigen die Benziner ihre Vormachtstellung gegen die mit Vehemenz anrennenden Diesel. In den 30 Jahren ihres Bestehens hat noch nie ein Selbstzünder das Gesamtklassement der Dakar gewonnen. Die Benziner, das sind bei der Dakar-Rallye alle vier Werks-Mitsubishi Pajero sowie der wackere Jean-Louis Schlesser mit seinem Ford-Buggy. Die Diesel-Fraktion besteht aus den Race-Touareg von Volkswagen und den BMW X3 des X-Raid-Teams von Sven Quandt.

Ein Duzend Siegkandidaten

Mitsubishi wollte sich ursprünglich mit Hiroshi Masuoka ebenfalls zur Dieselfraktion gesellen. Nun steuert der Japaner doch einen Benziner-Pajero. Insgesamt gibt es rund ein Dutzend seriöser Siegkandidaten bei der Dakar-Rallye - das sind weitaus mehr als bei den meisten anderen Motorsportdisziplinen. Mitsubishi bringt wie in den Vorjahren vier Werks-Pajero an den Start, VW hält mit fünf Race-Touareg dagegen. X-Raid kommt mit drei BMW X3CC.

Das BMW-Team ist seiner Rolle als Geheimfavorit längst entwachsen. Bei der Generalprobe zur Dakar-Rallye, der UAE-Challenge in der glühend heißen arabischen Wüste zwischen Abu Dhabi und Dubai, sah es lange so aus, als würden X3-Fahrer Nasser Al-Attiyah und seine schwedische Beifahrerin Tina Thoerner die Konkurrenz von VW und Mitsubishi nach Belieben beherrschen. Der 38-Jährige aus Katar fuhr eine überlegene Bestzeit nach der anderen. Doch Probleme mit der Kraftübertragung und der Elektrik kosteten ihn den sicher scheinenden Sieg.

Peterhansel Favorit Nummer eins

"Der BMW ist wirklich schnell", staunt Mitsubishi-Fahrer Stéphane Peterhansel. "Bei der UAE-Challenge hatte ich im offenen Gelände keine Chance gegen Al-Attiyah. Er zog sofort ein paar hundert Meter weg, und ich musste viele Risiken eingehen, um wieder heranzukommen." Der 42-jährige Franzose ist mit neun Gesamtsiegen - sechs als Motorrad-Reiter, drei als Auto-Treter - der Rekordmann der Dakar. Und natürlich ist Peterhansel auch für 2008 Favorit Nummer eins.

"Unser Team ist so stark wie nie zuvor. Und wir haben mehr Erfahrung als je zuvor. Wir haben zwar nicht das schnellste Auto", so der Franzose, "Aber die Zuverlässigkeit stimmt. Ich hoffe, dass dies der Schlüssel zum Erfolg ist." Und wenn Peterhansel davor warnt, die Gegner zu unterschätzen, ist das keineswegs Zweckpessimismus, sondern echter Respekt vor der Arbeit der Gegner. VW-Fahrer Giniel de Villiers steht bei Peterhansel besonders hoch im Kurs: "Er ist reif für den Sieg. Carlos Sainz dagegen ist meiner Meinung nach zu schnell." Zu schnell? "Ja", sagt Peterhansel, "wer gewinnen will, darf nicht zu schnell sein und alle Risiken auf sich nehmen." 

VW hat Hausaufgaben gemacht

Der Race-Touareg war bei der Dakar 2007 das Auto, das es zu schlagen galt. Auf zehn der 14 Tagesetappen setzten die Fahrer der blauen VW die Bestzeit. Doch am Ende stand Sportchef Kris Nissen mit leeren Händen da - sieht man vom vierten Platz des Amerikaners Mark Miller ab. Massive Probleme mit dem Fünfzylinder-Biturbomotor hatten den schönen Hoffnungen auf den ersten Dakar-Triumph für den Touareg jäh den Garaus gemacht. Entsprechend fleißig arbeitete VW daran, die Schwachstellen auszumerzen: 30.000 Testkilometer gönnte sich das VW-Team. Giniel de Villiers saß an rund 70 Tagen im Auto.

2007 schaffte es ein Privatier, im Kampf der drei Großen - BMW, Mitsubishi und VW - mitzumischen. Buggy-Pilot Jean-Louis Schlesser hat im Januar 2007 mit seinem dritten Platz in seiner Eigenkonstruktion bewiesen, dass er nach den überraschenden Gesamtsiegen von 1999 und 2000 keineswegs eingerostet ist. Und dass fehlende Traktion durch weniger Gewicht und stramme Motorleistung durchaus kompensiert werden kann - zumindest wenn keine allzu schweren Etappen im weichen Sand anstehen. "Ich bin kein einziges Mal stecken geblieben", hatte der Franzose nach der letzten Dakar-Rallye stolz resümiert.

Privatiers in der Außenseiterrolle

Doch bei dem 2008er-Parcours dürfte es Schlesser sehr schwer fallen, dieses Kunststück zu wiederholen: Denn diesmal wird weitaus mehr als in den vergangenen Jahren in den gewaltigen Wüsten Mauretaniens gewühlt. Mit einem Leergewicht von 1.400 Kilogramm ist der blaue Schlesser-Buggy rund eine halbe Tonne leichter als die Allrad-Prototypen von BMW, Mitsubishi und VW. Bei der Motorleistung herrscht offiziell Gleichstand zwischen dem Buggy und dem Rest der Dakar-Welt: "Mein Ford-V8 hat wegen des Air-Restrictors nur 280 PS", klagt Schlitzohr Schlesser. Doch die Techniker der Konkurrenz können darüber nur lachen: "400 PS hat er mindestens", sagen sie.

Auch Robbie Gordon setzt auf Heckantrieb. 2007 gewann der Amerikaner eine Tagesetappe mit seinem Hummer, der jedoch mit dem 4WD-Vorbild aus der Serie nur die Karosserieform gemein hat: Der Rallye-Hummer ist eigentlich ein Trophy Truck mit Rohrrahmen-Chassis und 60 Zentimeter Federweg, wie er bei den Baja-Rennen in den USA und Mexiko zu Hause ist. Befeuert wird Gordons Vehikel von einem 400 PS starken, im Heck wohnenden Corvette-V8. Motorsport-Universaltalent Gordon setzte 2007 mit einem Tagessieg eine Duftmarke. Mit sieben Stunden Rückstand kam er als Achter ins Ziel. Zu mehr dürfte es auch 2008 nicht reichen.

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