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Vorschau WEC Shanghai 2015

Holt Porsche in China den ersten WM-Titel?

Porsche - WEC - LMP1 - Shanghai 2015 Foto: Porsche

Beim vorletzten Lauf zur Sportwagen-WM in Shanghai stehen erste Titelentscheidungen an: Porsche könnte bereits den Hersteller-Titel in der LMP1-Klasse einfahren, doch Audi gilt nach der starken Vorstellung in Fuji ebenfalls als Siegkandidat beim China-Gastspiel.

30.10.2015 Marcus Schurig Powered by

Der Rechenschieber gehört bei allen WM-Teams quer durch alle Klassen an diesem Wochenende zur Grundausstattung, denn beim vorletzten WM-Lauf der Sportwagen-Saison 2015 stehen die ersten Titelentscheidungen an. Die größten Chancen, den Sack schon vor dem WM-Finale in Bahrain zuzumachen, hat sicherlich Porsche. Die Schwaben führen in der Hersteller-Wertung mit 53 Punkten – und maximal 44 Punkte werden pro Rennen für Zwei-Wagen-Teams in der LMP1-Klasse vergeben. Für Porsche wäre es übrigens der erste WM-Titel seit 1986.

Audi glaubt an Siegchance in Shanghai

Anders sieht die Sache in der Fahrerwertung aus: Hier trennen das führende Porsche Trio Mark Webber, Brendon Hartley und Timo Bernhard und die zweitplatzierte Audi-Equipe André Lotterer, Benoît Tréluyer und Marcel Fässler nach sechs von acht WM-Läufen gerade mal ein mickriger Punkt. Und Audi hat in Fuji Mitte Oktober zu erkennen gegeben, dass man den Kampf um den WM-Titel keineswegs aufgegeben hat. Audi Sport trat in Japan mit einem runderneuerten Aero-Paket an, basierend auf dem Le-Mans-Paket mit wenig Abtrieb.

Im Zeittraining wie auch im Rennen war in Japan zu erkennen, dass die Bayern den Schwaben damit wieder deutlich näher gekommen sind, auch wenn sich das im Resultat nicht niederschlug. Porsche feierte den dritten Doppelsieg der Saison, aber es war das Joest-Team, dass für Audi die Ausrufezeichen setzte: guter Speed unter sehr wechselhaften Witterungsbedingungen, ausgezeichneter Speed unter trockenen Bedingungen gegen Rennende. Schon im Zeittraining von Fuji hatte Audi den Rückstand auf Porsche um eine volle Sekunde eindampfen können.

Der nächste Paukenschlag folgte bei den Boxenstopps. Seit Le Mans konnte Porsche die LMP1-Gegner Toyota und Audi beim Nachtanken deutlich schlagen, fünf Sekunden gewann man pro Nachtankvorgang. In Japan hatte Audi zurückgeschlagen und das Defizit auf eine Sekunde reduziert. Damit sind die Bayern wieder dick im Geschäft um den WM-Titel. Außerdem glaubt man im Audi-Lager, dass die Porsche-Aerodynamik nicht perfekt zum Streckenlayout von Shanghai passen könnte. "Wir rechnen uns in China definitiv Chancen aus", sagte Audi-LMP1-Technikleiter Chris Reinke.

Regen als mögliche Hilfe für Toyota

Eine unkalkulierbare Variable bleibt allerdings im chinesischen LMP1-Geknödel: Die Wetterprognosen sagen für das Rennen am Sonntag (Start um 04.00 Uhr MEZ) Regen voraus. Das dürfte die Spannung erhöhen, denn im Regen passieren tendenziell mehr Fehler, dazu gewinnt die Reifenstrategie an Bedeutung. "Man kann im Regen mehr verlieren als gewinnen, wenn man um den Titel kämpft", so Toyota-Technikchef Pascal Vasselon. Für die Japaner kann es gar nicht genug regnen, denn das erhöht ihre Chancen, das deutliche Speed-Manko des TS040 Hybrid durch eine clevere Strategie zu kompensieren. "Wir brauchen Regen, um zu gewinnen, am besten Starkregen", so Vasselon.

In der GT-LM-Klasse für werksunterstützte GT-Mannschaften ist die Ausgangslage etwas anders. Porsche-Pilot Richard Lietz führt die Fahrerwertung mit sieben Punkten an, dahinter folgen aber gleich zwei Ferrari-Teams. Regen würde den Schwaben prinzipiell gut schmecken, denn die Heckmotor-Elfer glänzen unter diesen Bedingungen mit guter Traktion und herausragender Fahrbarkeit. "Gleichzeitig steigt aber bei Regen auch die Chance, dass man Fehler macht", hält Porsche-Teamchef Olaf Manthey fest. Will sagen: alle jene, die im Titelkampf stecken, würden eigentlich trockene Bedingungen favorisieren, weil sie besser kalkulierbar sind – egal ob in der LMP1- oder in der GT LM-Klasse.

In der GT LM-Klasse kommt dazu, dass sich Ferrari im Dauerregen von Fuji als bockstark erwies, während die Italiener in der Vergangenheit bei solchen Bedingungen tendenziell eher mit Problemen kämpften. "Unser Auto war in Japan sehr gut, dazu haben wir bei der Reifenstrategie Porsche klar schlagen können", fasste Ferrari-Werkspilot Toni Vilander zusammen. "Wir haben nach dieser Erfahrung als sicher nichts dagegen, wenn es auch in China wieder regnet." So ist man im Porsche-Werksteam nicht mehr ganz sicher, ob der prognostizierte Regen am Renntag hilft – oder doch eher schadet.

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