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VW Beetle GRC

560 PS - dieser irre Käfer dreht hohl

VW Beetle GRC, Rallycross, USA, Motorsport Foto: Alex Trienitz/VW 14 Bilder

Der 560 PS starke VW Beetle für die amerikanische Rallycross-Serie GRC ist der wilde, ungehobelte und brutal starke Bruder des in der Rallye-WM extrem erfolgreichen Polo WRC.

29.04.2015 Claus Mühlberger Powered by

Volkswagen baut vernünftige Autos. Naja, das mag zwar zutreffen für all die Abermillionen von Up, Polo, Golf, Passat und Beetle, die Jahr für Jahr von den Fließbändern rollen. Doch bei der Motorsportabteilung in Hannover werden ganz andere VW gezüchtet: Der Polo WRC, zum Beispiel, mit dem Sébastien Ogier zuletzt zwei Mal die Rallye-Weltmeisterschaft gewann.

VW Beetle GRC
VW Beetle GRC 17 Sek.

Von wegen niedlich: Dieser Beetle hat 560 PS und Allradantrieb

Doch gemessen am wildesten aller Volkswagen wirkt selbst Ogiers 320 PS starker Kraftwürfel ein wenig mager motorisiert. 560 PS leistet der Zweiliter-Turbomotor des Rallycross-Beetle, der in der amerikanischen Global Rally Challenge (GRC) für Furore sorgt. Auch an Drehmoment herrscht kein Mangel: Mit 630 Newtonmeter bringt der Turbomotor jede Kupplung ins Schwitzen.

Der Krawall-Beetle entstand im Auftrag von VW of America: "Man hat uns gefragt, ob wir so ein Auto bauen können", sagt Projektleiter Eduard Weidl. Natürlich hat VW-Motorsport den Auftrag des hausinternen "Kunden"  liebend gerne angenommen.

Praktischerweise konnten die Techniker ein paar Anleihen vom VW Polo WRC nehmen. Wie das Rallyeauto bringt auch der Rallycross-Beetle seine unbändige Kraft per Allradantrieb auf den Boden. Der Antriebsstrang ist regelbedingt von simpler Machart: Ein Mitteldifferenzial ist verboten, an Vorder-und Hinterachse kommen gewöhnliche Sperrdifferenziale zum Einsatz. Die sechs Gänge werden mit einem mächtigen Schaltstock sequenziell nachgeladen.

Motor? Liegt noch im Regal

Beim Motor, der wie beim Straßen-Beetle vorne sitzt, mussten die Männer um VW-Rennmotorenchef Donatus Wichelhaus nur ins Regal greifen. Der Zweiliter-Turbo wurde schon vor einigen Jahren entwickelt. Er basiert auf dem damals von der FIA forcierten Konzept der Global Race Engine, also einem Motor, der im Prinzip in praktisch allen Rennserien bis hin zur Formel 1 hätte verwendet werden sollen.

Im Rallycross-Beetle sorgt ein riesiger Turbolader für Dampf in allen Lebenslagen: Wenn der Fahrer das Antilag-System (ALS) per Knopfdruck aktiviert, mischt sich ein wüstes Knattern zum ohnehin schon ohrenbetäubenden Lärm. Vorteil des ALS: Der volle Ladedruck steht in jeder Lebenslage bereit; das Ansprechverhalten des Motors ist so direkt wie bei einem großen Saugmotor.

Power besiegt Traktion – auch im vierten Gang

Das große Thema beim Rallycross ist daher auch weniger die Motorkraft sondern vielmehr die Frage: Wie bringe ich die Power auf den Boden? Denn sofern sich die Yokohama-Slicks – der Einheitsreifen der GRC – nicht gerade auf bröseltrockenem Asphalt festbeißen können, endet das Duell "Motorpower vs. Traktion" klar zugunsten des Vierzylinders. Selbst im vierten Gang, jenseits von 120 km/h drehen die Räder des Beetle noch haltlos durch, was bei unbedacht durchgetretenem Gaspedal schnell in einen Zickzackkurs mündet.

Beim Beschleunigungstest hat der gedopte Beetle keine Gegner zu fürchten – reinrassige Dragster mal ausgenommen. (Aber die können ja keine Kurven fahren.) "Naja," sagt Weidl bedächtig. "Null auf 100 haben wir schon in weniger als 2,5 Sekunden geschafft. Das hängt ganz vom Grip ab."

Ein ausführlicher Fahrbericht mit dem Muskelprotz aus Hannover erscheint in einem der nächsten Hefte von auto motor und sport.

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