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VW

Jetzt gilt’s

Foto: VW 13 Bilder

Im vierten Anlauf soll der Race Touareg endlich den ersehnten Premieren-Sieg eines Diesel-Autos bei der Dakar schaffen. Abgesehen von weiterer technischer Aufrüstung hat die Mannschaft von Sportchef Kris Nissen vor allem an sich selbst garbeitet.

29.12.2006 Markus Stier

Nach einem sechsten Rang im Premierenjahr 2004, Rang drei 2005 und dem zweiten Platz im Vorjahr bleibt als weitere Steigerung nur noch der Sieg. Kein Hersteller steckt mehr Geld und Aufwand in das Dakar-Projekt, so rutscht VW unfreiwillig in die Favoritenrolle.

Meckerten die Fahrer zwei Jahre lang, dass ihr Turbodiesel-Renner nicht genug Leistung habe, sind diese Stimmen nun endgültig verstummt. Basierte der auf 2.5 Liter aufgebohrte Fünfzylinder-TDI ursprünglich auf einem modifizierten Serienaggregat, hat Motorenchef Donatus Wichelhaus 2005 einen reinen Rennmotor entwickelt, der schon bei der Dakar 2006 zum Einsatz kam. In der nächsten Ausbaustufe ersetzte er den bisherigen Zweiventilkopf durch ein Pendant mit vier Ventilen pro Zylinder.

Erstmals sieht die Konkurrenz im Touareg das überlegene Auto. VW gibt 285 PS Leistung an, viel mehr ist durch den Luftmassenbegrenzer wie bei der Konkurrenz nicht zu realisieren. Der Diesel mit zweistufiger Aufladung hat nur noch ein winziges Turboloch, das Drehmoment ist mit über 600 Newtonmetern deutlich höher als bei Rivale Mitsubishi.

150 Liter weniger Sprit

Dazu kommt der überlegene Verbrauch des VW. Während Mitsubishi auf langen Etappen mit 500 Litern Benzin ausrückt, kommt der VW mit 350 Litern aus. Durch den neuen Zylinderkopf stieg die Effizienz, nicht der Konsum. Dazu machte Chefkontrukteur Eduard Weidl seinen Renner noch ein Stück leichter. "Wir haben sogar mit den Wandstärken vieler Komponenten gespielt", sagt er.  Der VW ist regelbedingt mit 1787,5 Kilogramm knapp 40 Kilo leichter als der japanische Rivale (1825 Kilogramm). Etwa 40 Prozent der eingesetzten Teile im Touareg sind neu.

Ein großer Fortschritt sind neue Dämpfer von Sachs mit geringerer Reibung und damit besserem Ansprechverhalten sowie einem laut Weidl hervorragenden hydraulischen Bumpstop, der hartes Durchschlagen verhindert. "Die Fahrer könnten mit den bisherigen Dämpfern sicher auf einem Teilstück genauso schnell fahren, aber auf die Dauer sind sie mit den neuen Dämpfern leistungsfähiger und schneller", sagt Weidl.

Als Berater holte VW Jean-Claude Vaucard aus dem Ruhestand. Der Mann, der bis Mitte 2005 für drei WM-Titel des Citroën Xsara in der Rallye-WM verantwortlich war, hat mit Peugeot und Citroën nicht weniger als acht Dakar-Siege auf seinem Konto.

14 Mal im Windkanal

Auf den Schotterstraßen Marokkos war der Touareg der Konkurrenz schon im Vorjahr überlegen, nun hat VW auch im Sand schwer aufgeholt. Neben einer neuen Achskinematik ist vor allem eine geänderte Abstimmung für die Steigerung verantwortlich. Das Testteam verlegte seine Akrika-Aufenthalte dazu vom steinigen Marokko ins sandige Tunesien.

Die Detailarbeit ging soweit, dass Weidl 20 verschiedene Sandblech-Varianten ausprobieren ließ. 14 Mal marschierte das Team in den Windkanal, um die Kühlung des mit zwei Ladern besonders leicht überhitzenden Diesels zu verbessern. Die Fahrer klagten in Dubai über hohe Cockpittemperaturen, dank zusätzlichen Hitzeschutzblechen und kühleremWetter soll dieses Problem bei der Dakar nicht auftreten.

Entscheidende Schwächen sieht die Konkurrenz in der Defektanfälligkeit des Race Touareg. Bei der Generalprobe in Dubai verendete die Kurbelwelle im 2006er Auto von Ari Vatanen, bei Carlos Sainz traten ebenfalls Motorprobleme auf. Doch Motorenchef Wichelhaus winkt ab."Beide Motoren waren schon beim Start am Ende ihres Lebenszyklus. Der Motor von Ari hat schon die Dakar 2006 gesehen."

Training mit Psychocoach

Sportchef Nissen hat auch abseits des Autos stark an seinem Team arbeiten lassen. Dass ein Mark Miller wie 2006 an der havarierten Jutta Kleinschmidt einfach ohne Hilfeleistung vorbeidüst, soll sich nicht wiederholen. Teamwork wird groß geschrieben. Abgesehen vom obligatorischen gemeinsamen Fitnesstraining, trafen sich die Beifahrer sich zu einer "Navigationswoche", um ihre Erfahrungen und Einschätzungen zur möglichen Strecke auszutauschen. Die einzelnen Autopaarungen übten schwerstens das Ausgraben aus dem Sand, Reifenwechsel und auch den Austausch von Antriebswellen, einer früheren Achillesferse des VW. Wie Bundestrainer Jürgen Klinsmann ließ Nissen einen Psychologen in die Vorbereitung integrieren.

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