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WEC 6h Spa-Francorchamps 2015

Audi ringt Porsche nieder

Porsche - WEC - 6h - Spa-Francorchamps - 2015 Foto: xpb 23 Bilder

Porsche war nach phänomenalen Bestzeiten im Zeittraining der klare Sieganwärter beim zweiten Saisonlauf zur Sportwagen-WM in Spa Francorchamps. Doch die Schwaben hatten die Rechnung ohne die bayerische Konkurrenz gemacht: Audi schlug im Rennen zurück.

02.05.2015 Marcus Schurig Powered by

Das Audi-Trio Andre Lotterer, Benoit Tréluyer und Marcel Fässler hat nach Silverstone auch das zweite Rennen der Sportwagen-WM in Belgien gewonnen. Anderthalb Stunden vor Rennende passierte Benoit Tréluyer im Audi mit der Startnummer 7 den lange Zeit führenden Porsche-LMP1 (Startnummer 18) von Marc Lieb. In einem harten Zweikampf mit mehreren Führungswechseln setzte sich der Schweizer mit einem spektakulären Überholmanöver außen in der Fagnes-Kurve vorbei an die Spitze.

Das Fundament für den Erfolg hatte zuvor Audi-Pilot Andre Lotterer mit einem vorzüglichen Doppelstint gelegt. Weil die Anzahl der Reifen in der LMP1-Klasse in diesem Jahr limitiert sind, müssen die Werksteams im Rennen mindestens einen Doppelstint fahren. Der Audi R18 e-tron quattro erledigte diese Aufgabe deutlich besser als der Porsche 919 Hybrid.

Marc Lieb war im zweiten Teil seines Stints auf demselben Reifensatz deutlich langsamer als zuvor Lotterer und konnte sich letztlich nicht gegen die Angriffe von Tréluyer verteidigen. Zudem konnte er auch nicht so lange fahren wie zuvor Audi bei ihrem Doppelstint. Die Fähigkeit, den Reifen einen zweiten Stint zuzumuten, entschied das Rennen zugunsten von Audi - und gegen Porsche.

Toyota chancenlos gegen deutsche Konkurrenz

Porsche hatte zuvor im Qualifying demonstriert, dass ihr LMP1-Paket über eine schnelle Runde nahezu unschlagbar zu sein scheint: alle drei Porsche belegten die ersten drei Startplätze, die Pole-Zeit lag nur knapp fünf Sekunden über der Formel 1-Bestzeit von 2014.

Audi hatte auf die schwäbische Konkurrenz bereits knapp sieben Zehntel Rückstand. Der große Verlierer des Wochenendes in Spa war aber Toyota: das japanische Werksteam aus Köln büßte im Zeittraining bereits 2,7 Sekunden auf die Porsche-Bestzeit ein, im Rennen verloren die Toyota TS040 Hybrid im Mittel über 1,5 Sekunden pro Runde auf die führenden Porsche und lagen zur Rennhalbzeit bereits eine Runde zurück.

Es kam noch ärger: technische Probleme wie ein defektes Lenkrad und nicht-funktionierende Schaltpaddel führten zu längeren Zwangsstopps. Auch die traditionelle Toyota-Stärke aus dem Vorjahr stach in Spa nicht: beim Versuch, den Reifen recht früh im Rennen einen Doppelstint zuzumuten, verlor Toyota binnen eines Stints allein über 60 Sekunden auf die Konkurrenz.

Audi und Porsche mit nur einem Sieganwärter in Spa

Überraschender Weise hatte aber nicht nur Toyota technische Probleme: ein Porsche verlor Zeit bei einem Unfall - ausgerechnet bei der Kollision mit einem Porsche-GT-Werkswagen -, am zweiten 919 musste ein defekter Dämpfer gewechselt werden. So verlor Porsche die anfänglichen Dreifachführung. Im Kampf um den Sieg blieb nur noch ein 919 Hybrid übrig.

Auch Audi kam nicht ungeschoren über die Distanz: am zweiten Audi R18 mit Le-Mans-Paket musste das Steuergerät gewechselt werden, der dritte LMP1-Wagen, der nicht in Le-Mans-Spezifikation antrat, war zu langsam, um ins Geschehen an der Spitze einzugreifen.

So kämpfte seit Rennhalbzeit nur noch ein Porsche gegen einen Audi um den Gesamtsieg. Zwar konnte Porsche-Pilot Neel Jani im vorletzten Stint den gegnerischen Audi noch einmal auf der Strecke überholen, doch Audi drehte den Spieß wieder um, indem man zum Schluss an einen Doppelstint sogar einen weiteren halben Stint bis ins Ziel dranhängte, deshalb nach dem finalen Stopp auf der Strecke vor Porsche lag und den Vorsprung von knapp über 10 Sekunden sicher bis zum Rennende verwaltete.

Aston Martin siegt in der GT-Klasse

Porsche hatte auch in der GT-Klasse das Nachsehen: von den enttäuschenden Startplätzen 6 und 7 gingen die beiden Werks-Elfer ins Rennen und verloren in der ersten Rennhälfte bis zu 50 Sekunden auf den führenden Aston Martin. Zwar konnten sich die GT-Porsche in der zweiten Rennhälfte steigern und wieder näher an die Spitze heranrücken, doch mehr als Platz drei wäre bei einem normalen Ausgang wohl nicht drin gewesen.

Doch es kam etwas anders: Das knappe Duell an der Spitze zwischen Aston Martin und Ferrari wurde wenige Minuten vor Fallen der Zielflagge zu Ungunsten von Ferrari entschieden: Die in Führung liegenden Titelverteidiger Gianmaria Bruni und Toni Vilander mussten einen Strafstopp absitzen, weil ein Mechaniker beim letzten Service die Reifen falsch platzierte. So erbte Aston Martin den Sieg, Porsche rückte kampflos auf Platz 2 und 3 nach vorne , während der ehemals führende Ferrari bis auf Platz 4 zurückfiel.

In unserer Galerie haben wir einige Impressionen vom Ardennen-Krimi gesammelt.

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