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WEC Shanghai 2015

Porsche holt Doppelsieg und Hersteller-Titel

Porsche - WEC Shanghai 2015 Foto: Porsche 21 Bilder

Beim vorletzten Lauf zur Sportwagen-WM in Shanghai holten Mark Webber, Brendon Hartley und Timo Bernhard ihren vierten LMP1-Sieg in Folge und konnten damit ihre Führung in der Fahrer-WM weiter ausbauen. Dazu konnten die Schwaben in China auch die Hersteller-Weltmeisterschaft erringen - Porsches erster WM-Titel seit dem Jahr 1986.

01.11.2015 Marcus Schurig Powered by

Der Porsche-Höhenflug, der mit dem Sieg beim 24h-Rennen in Le Mans Mitte Juni startete, geht weiter: beim siebten und vorletzten Lauf zur Sportwagen-Weltmeisterschaft holte das Porsche-LMP1-Trio Mark Webber, Timo Bernhard und Brendon Hartley bereits seinen vierten Sieg in Folge und festigte vor dem Finale in Bahrain Ende November die Tabellenführung in der Fahrerwertung.

Noch deutlicher war schon vor dem China-Rennen die Lage in der Hersteller-WM: das Porsche-LMP1-Team reiste mit einem bequemen Punktevorsprung von 53 Zählern auf Widersacher Audi an und benötigte einen Sieg sowie einen vierten Platz, um den Sack vorzeitig zuzumachen.

Spannender Kampf um Platz 2

Auch dieses Unterfangen war erfolgreich: Neel Jani, Romain Dumas und Marc Lieb belegten hinter den WM-Leadern Platz zwei und fingen im Schlusspurt noch beide Audi R18 e-tron quattro des Joest-Teams ab. Das Rennen der Zweitplatzierten war turbulent: erst wurde Marc Lieb kurz nach dem Start von Audi-Pilot André Lotterer touchiert und drehte sich ins Aus. In Summe verlor Lieb so weit über 40 Sekunden und fiel bis ans Ende des 31 Wagen starken WM-Feldes zurück.

Das Trio konnte dank cleverer Taktik zwar abermals nach vorne fahren und führte das Rennen sogar kurzzeitig wieder an, doch dann unterlief Romain Dumas im letzten Renndrittel ein Fehler auf abtrocknender Piste mit Slicks - ein Dreher kostete 40 Sekunden und bedeutete den Rückfall von Platz zwei auf vier.

Beim letzten Stopp verzichtete das Werksteam auf einen Reifenwechsel, während beide Audis beim letzten Stopp nochmals frische Pneus aufzogen - die kürzere Stoppzeit brachte den Porsche 919 von Lieb, Dumas und Jani wieder auf Platz zwei nach vorne.

Solche Dramen blieben den Siegern in China erspart: Webber, Hartley und Bernhard führten über weite Phasen in einem von wechselhaften Witterungsbedingungen geprägten Rennen: zu Rennbeginn regnete es noch heftig, Regenreifen kamen zum Einsatz, erst nach mehr als zwei Stunden ließen die Schauer nach, die Bahn trocknete langsam ab, es war Zeit für Intermediates. Und erst anderthalb Stunden vor Schluss konnte man schließlich auf Slickreifen wechseln.

Die Möglichkeiten, Fehler zu begehen, waren bei den rutschigen Bedingungen also mehr als zahlreich, doch die Porsche-Piloten behielten kühlen Kopf, führten über weite Strecken das Rennen an und siegten überlegen und verdient.

Erster Porsche-Titel seit 1986

Porsches Hauptgegner in der Sportwagen-WM probierte alles, wurde aber nicht belohnt: Audi war nach der Qualifying-Klatsche klar, dass es schwer werden würde, die Schwaben im Rennen zu schlagen. Ergo galt es, zumindest die Fahrer-WM für das Finale in Bahrain zu offen wie möglich zu halten.

Die Schadensbegrenzung gelang André Lotterer, Benoît Tréluyer und Marcel Fässler mit Platz drei. Das Audi-Trio setzte auf Risiko, man wechselte sehr früh auf Intermediates und auf Slicks, um Porsche unter Druck zu setzen. Letztlich hatte man aber beim Speed leichte Nachteile gegenüber Porsche. Die Schwaben schienen immer Reserven zu haben und kontrollierten den Vorsprung.

Mit dem Gewinn in der Herstellerwertung holte Porsche erstmals seit 1986 wieder einen WM-Titel nach Stuttgart. Das freudige Ereignis wurde auch gebührend gefeiert: im Geheimen hatte das Werksteam bereits eine Location in Downtown Shanghai vorgebucht, für den Fall, dass der Titel vorzeitig eingefahren werden sollte.

Porsche siegt auch in der GT-Klasse

Gefeiert wurde auch beim Porsche-GT-Werksteam von Olaf Manthey, das nicht minder souverän agierte als die LMP1-Brüder: Die Porsche 911 RSR dominierten unter den nassen und unsteten Bedingungen das Rennen überdeutlich. Der WM-Führende Richard Lietz konnte das China-Gastspiel zusammen mit seinem Teamkollegen Michael Christensen klar für sich entscheiden.

Das Schwesterauto von Patrick Pilet und Frédéric Makowiecki lag bis zum letzten Stopp eigentlich recht souverän auf Platz zwei, doch Gianmaria Bruni im Ferrari konnte erst den Rückstand verkürzen und verzichtete dann beim letzten Stopp auf einen Reifenwechsel. Durch die kürzere Standzeit kamen Bruni und Teamkollege Toni Vilander im werksunterstützten Ferrari 458 des italienischen AF Corse-Teams noch auf Platz zwei nach vorne.

Trotzdem hat der österreichische Porsche-Werkspilot Richard Lietz nun beste Chancen, in Bahrain den Fahrertitel einzufahren. Und in der Herstellerwertung ist das GT-Dauerduell zwischen Ferrari und Porsche ebenfalls noch komplett offen.

In unserer Galerie haben wir einige Impressionen vom WEC-Lauf in Shanghai.

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