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Wer gewinnt Le Mans?

"Sieg auch mit langsamerem Auto möglich"

Audi - Andre Lotterer - 24h Rennen Le Mans - 1. Qualifying - Mittwoch - 10.6.2015 Foto: xpb 36 Bilder

Das erste Qualifikationstraining in Le Mans ist gelaufen. Porsche steht mit drei Autos vorne. Dann drei Audi und zwei Toyota. Trotzdem hat Porsche noch nicht gewonnen und ist Toyota nicht chancenlos. Die Audi-Fahrer André Lotterer und Marcel Fässler erklären warum.

11.06.2015 Michael Schmidt Powered by

Der erste Trainingstag von Le Mans war ein Statement. Drei Porsche stehen vorn. Die Bestzeit von Neel Jani von 3.16,887 Minuten war um 2,979 Sekunden schneller als die schnellste Runde eines Audi-Fahrers und lag um 5,656 Sekunden unter dem besten Toyota-Wert. Trotzdem hat Porsche noch lange nicht gewonnen. Im Longrun-Vergleich lag Audi auf Augenhöhe mit Porsche. Und der Rückstand von Toyota war nicht so groß.

Audi hat gar nicht versucht, mit Porsche auf Bestzeit-Jagd zu gehen. "Wir wissen, dass wir diese Zeiten nicht fahren können. Deshalb haben wir uns voll auf das Renn-Setup konzentriert", erzählt Audi-Pilot André Lotterer. Kollege Marcel Fässler ergänzt: "Wir konnten beim Vortest wegen des Regens nicht unser ganzes Programm abspulen. Das haben wir in der Qualifikation erledigt." Zum Beispiel: "Die Abstimmung so hinkriegen, dass du so einfach wie möglich, so schnell wie möglich über die Distanz kommst. Und dass alle drei Fahrer das Vertrauen ins Auto haben."

Audi siegte zwei Mal mit langsamerem Auto

Das schnellste Auto gewinnt nicht immer den 24-Stunden-Klassiker von Le Mans. "Wir haben 2010 gegen total überlegene Peugeot gezeigt, dass du auch mit Zuverlässigkeit einen 1-2-3 Sieg schaffen kannst", erinnert sich Lotterer.

Der dreifache Le Mans-Sieger warnt davor, die Toyota abzuschreiben. "Sie hinken auf eine Runde hinterher. Aber wahrscheinlich wussten sie das schon vorher und haben sich deshalb voll darauf konzentriert, ein Rennen ohne technische Schwierigkeiten und unvorhergesehene Pannen zu fahren. Ein Auto, das mit null Problemen durchkommt, ist auch dann ein Siegkandidat, wenn es nicht das schnellste ist.“

Fässler schließt sich Lotterers Meinung an: "Es wäre ein Fehler, sie zu unterschätzen. Sie sind nicht so weit weg, wie es den Anschein hat. Sie haben schon mal mit dieser Taktik überrascht, haben zuerst langsam angefangen und zum Schluss dann voll aufgedreht. Und Audi hat in den letzten zwei Jahren gezeigt, dass auch mit einem langsameren Auto Siege möglich sind."

Regen spielt Porsche Trumpfkarte in die Hände

Und dann wäre da noch die große Unbekannte: das Wetter. Gestern sah es in den Vorhersagen noch bitterböse aus. Die sprach von schweren Gewittern in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Das hat sich etwas gebessert. Trotzdem besteht immer noch eine 70-prozentige Chance, dass es in den Nachtstunden regnet. Und das kann alle Prognosen auf dem Kopf stellen.

Lotterer wünscht sich eine trockene Piste. "Regen, speziell nachts, macht alles viel schwieriger hier. Wenn er wenigstens gleichmäßig fallen würde, kommst du in einen Rhythmus rein. Aber oft kommt auf einmal viel runter und dann wieder wenig, und du bist möglicherweise gerade auf den falschen Reifen unterwegs. Dann wird es richtig unangenehm."

Der sechsfache Le Mans-Teilnehmer sieht im Regen einen Vorteil für Porsche. Aus technischen Gründen. Porsche spielt in der 8 Megajoule-Klasse, kann also mehr boosten als die Konkurrenz, die im Fall von Audi 4 Megajoule aus dem Elektroantrieb einsetzen kann. Bei Toyota sind es 6 Megajoule. "Im Regen kommst du langsamer aus den Kurven raus, und bist deshalb mehr auf eine gute Beschleunigung angewiesen. Der Porsche kann konzeptbedingt länger mehr Leistung abgeben als Toyota und wir und das Auto als Allrad fahren.“

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