Neuer Motor auch quer eingebaut
Der Brennraum geriet flacher und im Durchmesser etwas größer; die Verdichtung sank von 17,5 auf 16,2:1.Der neue Motor soll übrigens nicht nur in alle größeren Mercedes-Personenwagen, sondern auch quer eingebaut in die Nachfolger der heutigen A- und B-Klasse kommen - bislang wurde der 2,2-Liter ausschließlich längs installiert. Sogar Allradversionen sind mit dem neuen Diesel geplant. Das neue OM-651-Aggregat hat aber nicht - wie der BMW 123d - ein Kurbelgehäuse aus Aluminium, sondern verwendet Grauguss.
Im Aluminium-Kopf ackern je vier über Rollenschlepphebelbetätigte Ventile, der Motor wird von zwei Ausgleichswellen ruhig gestellt. Im Interesse kompakter Abmessungen bekommt der Diesel einen platzsparenden Nockenwellenantrieb über Stirnräder auf der Getriebeseite. Ölspritz-Düsen und Wasserpumpe arbeitenbedarfsgesteuert, weil so zusätzlich Kraftstoff eingespart werden kann. Die Einspritztechnik via Piezo-Injektoren stammt von Delphi. Den maximalen Einspritzdruck von 2000 bar hätten noch vor wenigen Jahren allenfalls Verfechter des mittlerweile den Heldentod sterbenden Pumpe-Düse-Prinzips für erreichbar gehalten. Damit liegen Mercedes und BMW gleichauf beim Rennen um den höchsten Einspritzdruck. Die Stuttgarter Ingenieure sprechen aber nicht von der dritten, sondern bereits von der vierten Common-Rail-Generation.
Begonnen hatte man einst mit Magnetventil-Injektoren und 1.350 bar, im aktuellen Bosch-System sind es 1.600 bis 1.800 bar. Möglich sind bis zu fünf Einspritzungen pro Takteinheit. Das beschert ein leiseres Verbrennungsgeräusch und vor allem eine optimale Verwertung des öligen Kraftfutters. Zudem vereinfachen die zwei möglichen Nacheinspritzungen die Abgasnachbehandlung via Partikelfilter, wobei je nach Fahrzeugklasse die aktive Harnstoffeinspritzung (AdBlue) samt Speicherkatalysator eingesetzt wird.
Mercedes: Neue Mercedes Vierzylinder-Diesel
Autor: Eberhard Kittler

