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10. AvD Classic Gala Schwetzingen

Volksfest im Schlosspark

09/2014 - 10. AvD Classic Gala Schwetzingen, mokla 0914 Foto: Beate Jeske 34 Bilder

Ein herrlicher Samstag, nur fünf Euro Eintritt und die einzigartige Parklandschaft des Schwetzinger Schlossgartens lockten Tausende von Besuchern zu einem Concours d`Elegance der sich nicht elitär gibt sondern volkstümlich.

12.09.2014 Alf Cremers Powered by

Nach zwei Jahren Pause machte die Oldtimer Gala am 30. und 31. August 2014 wieder richtig Freude. 160 klassische Hochkaräter buhlten um die Stimmen der Jury. Best of Show wurde ganz knapp ein Mercedes 540 K Spezial Roadster mit einzigartiger Erdmann & Rossi-Karosserie.

Wenn der Sonntag bei der Prämierung nicht so verregnet gewesen wäre, dann hätte der 10. Concours d´Elegance in Schwetzingen wirklich alle glücklich gemacht. Nach zwei Jahren Pause hat Ausrichter Johannes Hübner mit den beiden Hauptsponsoren AvD und Württembergische Versicherungen wieder ein tragfähiges Sponsorkonzept für die Zukunft gefunden.

Einziger unabhängiger Concours d'Elegance Europas

Neben Ludwigsburg, Schloss Dyck und Bensberg zeigte der traditionsreichste deutsche Concours d´Elegance mehr denn je seine internationale Bedeutung. Außerdem ist Schwetzingen der einzige unabhängige Concours in Europa, weil eben keine bedeutende Automarke als gewichtiger Hauptsponsor auftritt.

Trotz dichter Regenwolken am Sonntag lockte der Concours insgesamt 20 000 Besucher in den Schloßpark. es war ein kleines Volksfest, die Autos zum Anfassen, obwohl man es offiziell nicht durfte. Die elitäre Distanz anderer automobiler Schönheits-Wettbewerbe fehlte hier. Besitzer, die sich gerne ansprechen ließen waren die Regel, und ein älterer Besucher durfte sogar den Opel P4 ankurbeln.

Veranstalter Johannes Hübner gelang es auf verbindliche und verbindenede Weise sogar drei Welten mit den Exponaten zu präsentieren. Die mondäne des handverlesenen Edel-Automobils, die innovative des automobilen Meilensteins und die emotionale des einstigen Jedermann-Automobils nach dem Motto: "So einen hatte ich auch mal". Dafür standen eine Borgward Isabella, eine große Mercedes-Heckflosse, Typ 220 SE, die einst Rudolf Caracciola gehörte und ein Ford 15 M-Weltkugel in schickem 50er-Jahre-Farbkleid.

Erste Konstruktion von Ettore Bugatti

Doch kein Concours ohne echte Highlights. Als einmalige Pretiose der Automobilgeschichte gilt der auf prickelnde Weise unfertig wirkende De Dietrich char-a-bancs, den das Automuseum Speyer nach Schwetzingen brachte. Er gilt als erste Konstruktion von Ettore Bugatti, ein Rennwagen mit Vierzylindermotor und 13 Litern Hubraum, der das Rennen Paris-Madrid bestritt. Der unlängst rekonstruierte, kettengetriebenen Wagen – das Original gilt als verschollen -,gab mit seinem Konzept parallel zum Mercedes Simplex die Abkehr von der Kutschbauweise vor.

Als bisher auch auf einem Concours gezeigtes Einzelstück gilt der Mercedes-Benz 540 K Spezial Roadster. Die Berliner Karosseriemanufaktur Erdmann & Rossi baute ihn 1938 für den Ufa-Starschauspieler Gustav Fröhlich. Der prächtige Wagen wurde fünf Jahre lang aufwendig restauriert.

Die 25-köpfige Jury entschied sich erst in letzter Minute für den majestätischen Kompressor Mercedes. Der ebenfalls für den Best of Show hochfavorisierte zweite Sieger, das Maserati A6GS Zagato-Coupé von Klaus Busch, ein ästhetisches Juwel der scheiterte knapp wegen zu breiter Borrani-Räder.

Maserati und Jaguar legen sich ins Zeug

Das Thema "100 Jahre Maserati" wurde übrigens in Schwetzingen mit einer großen Sonderschau gefeiert. Alle GT-Granden vom 3500er mit Lucas Einspritzung über Sebring, Ghibli und Bora bis hin zum 3200 GT der neunziger waren zu sehen. Auch Jaguar legte sich richtig ins Zeug. Die Abteilung Heritage mobilisierte sogar den Supersportwagen XJ 200 und die ebsscheidene Keimzelle der großen Marke in Form eines Swallow Sidecars, wie der BMW Dixi auf Basis des Austin Seven.

Sehr sehenswert erschien dem Chronisten auch das Alfa Romeo 1900 Coupé mit Ghia-Karosserie, eine elektrisierende Mischung aus Alfa Supersonic gepaart mit dem hinreißend leichten Dachaufbau eines VW Karmann-Ghia.

Verehrer jüngerer Jedermann-Autos empfanden den 76er Audi 80 GLS in Manilagrün sogar als besonderes Objekt. er präsentierte sich praktisch neuwertig, genauso wie der Mercedes 280 SE, W116 in hinreißendem Mimosengelb ein paar Beete weiter. Johannes Hübner ist stolz auf diese Mischung: "Sie zeigt das ganze Spektrum der Automobilkultur vom Messungkühler bis zum futuristischen Dreamcar DeLorean DMC-12".

US-Car-Concours

Auch der US Cars-Concours hatte seine Glanzlichter. Wir fanden sie in Gestalt eines 59er Cadillac Eldorado, ein wahres Flaggschiff, das den Flossenkult zum raketenartigen Höhepunkt trieb. Und in Form des viertürigen Lincoln Continental Convertible, das als Kennedy-Staatskarosse von Dallas traurige Berühmtheit erlangte.

Wer es lieber rustikal statt elegant mochte kam, mit Honeckers Jagdwagen auf seine Kosten. Der schilfgrüne Range Rover wurde von der Karosseriefirma Rometsch deutlich verlängert und mit einem Faltverdeck versehen. Und weil zu Schwetzigen auch automobile Vielfalt gehört, gab es noch einen zweiten Rometsch im Schatten des Schloßparks. Das Rometsch-Beeskow Lawrence Coupé von 1957. Es ist der glamouröseste VW, der je gebaut wurde.

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