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Standheizungen

10 Tipps rund um die Standheizung

Standheizung, Vereisung Foto: auto motor und sport 4 Bilder

Wenn das Thermometer morgens wieder unter die Null-Grad-Marke fällt, ist Scheibenkratzen angesagt. Wohl dem, der eine Standheizung hat. Die sorgt nicht nur für freie Sicht, sondern heizt auch Innenraum und Motor vor. auto motor und sport gibt Tipps zu diesem Komfortextra.

03.11.2013 Martin Häußermann

Standheizungen verkürzen die Kaltlaufphase

Laut Gesetzgeber ist es verboten, Automotoren unnötig laufen zu lassen. Den Motor zu starten und dann die Scheiben frei zu kratzen, ist also illegal. Außerdem tut der Autofahrer dem Motor nichts Gutes, wenn er ihn bei Minustemperaturen im Stand laufen lässt. Im kalten Leerlaufbetrieb sind Verbrauch und Schadstoffbelastung drei Mal so hoch wie bei einem warmen Motor. Mit einer Standheizung hat man diese Probleme nicht. Die Standheizung macht nicht nur die Scheiben eisfrei, sondern verkürzt auch deutlich die schädliche Kaltlaufphase des Motors. Der Verschleiß wird somit reduziert.

Die Nachrüstung ist unproblematisch

Natürlich ist es am einfachsten, beim Neuwagenkauf die Standheizung gleich mitzubestellen. Allerdings bietet nicht jeder Fahrzeughersteller für jedes Modell die Standheizung als Extra an. Das bedeutet aber nicht automatisch Verzicht. Nahezu jedes marktgängige Auto lässt sich dank fahrzeugspezifischen Einbausätzen nachträglich mit einer Standheizung ausstatten, das gilt auch für jüngere Gebrauchtwagen. Die Kosten für die Nachrüstung einer Standheizung sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen das Heizgerät selbst, das gewünschte Bedienelement sowie der Einbauaufwand in der Werkstatt. Im Mittel berechnen die Werkstätten etwa 1.300 Euro für das Komplettpaket.

Sprit sparen und die Umwelt schonen

Da Standheizungen bei Autos immer in den Kühlwasserkreislauf integriert sind, wärmen sie auch den Motorblock vor. Weil sich auch das Öl mit erwärmt und damit dünnflüssiger wird, startet der Motor selbst bei Minustemperaturen problemlos. Bei einer halbstündigen Heizphase verbraucht eine moderne Diesel-Standheizung etwa 0,2 Liter Treibstoff. Das entspricht bei aktuellen Spritpreisen rund 30 Cent. Diese Kosten werden durch die deutlich geringere Kaltlaufphase des Motors mehr als kompensiert. Denn je länger der Kaltstart, desto höher der Verbrauch. Das gilt analog auch für die Emissionen.

Sicherheit wird erhöht und Zeit eingespart

Sind die Scheiben schon durch die Standheizung vom Eis befreit, entfällt das lästige Kratzen, das zudem kostbare Zeit in Anspruch nimmt. Das senkt den Stress vor der Fahrt zur Arbeit und erhöht die Sicherheit. Denn die Sicht wird auch dadurch verbessert, dass erwärmte Auto-Scheiben innen nicht anlaufen. Weil das Kühlwasser vorgewärmt ist, produziert die Fahrzeugheizung sofort Wärme. Im wohl temperierten Auto kann die dicke Winterjacke auf den Rücksitz und schränkt somit nicht die Beweglichkeit des Fahrers ein.

Mit dem Handy die Standheizung steuern

Die Standheizung lässt sich auf vielerlei Arten starten. Entweder per Bedienelement im Auto selbst oder ganz bequem per Zeitschaltuhr oder Fernbedienung. Je nach Ausführung haben die mobilen Steuerungstools sogar die Möglichkeit, Heizperioden bereits im Voraus zu programmieren. Eine feine Sache ist der Telefon-Start einer Standheizung, den Eberspächer und Webasto anbieten. Ein Empfänger nimmt Anrufe vom heimischen Telefon entgegen, vorausgesetzt, es kann Multifrequenzwahltöne oder SMS senden. Smartphone-Besitzer profitieren von kostenlosen Apps, die iPhones und Android-Geräte zur Fernsteuerung der Standheizung machen.

Lebensdauer von Standheizungen gestiegen

Einbauen lassen und nutzen – mehr muss der Autofahrer mit seiner Standheizung in aller Regel nicht tun. Denn Standheizungen arbeiten im Normalfall vollkommen wartungsfrei. Sie sind so konzipiert, dass sie ein Autoleben lang halten oder sogar noch länger.

Umbauen lohnt nicht, neue kaufen

Jetzt könnte man auf die Idee kommen, angesichts der langen Lebensdauer einer Standheizung, diese bei einem Fahrzeugwechsel umbauen zu lassen. Prinzipiell wäre das auch möglich, schließlich gibt es für nahezu jeden Pkw auch ein entsprechendes Montagekit. Dagegen sprechen allerdings die Kosten. Schließlich muss nicht nur das vorhandene Heizgerät ausgebaut, sondern auch der Wasserkreislauf im alten Fahrzeug wieder in den Originalzustand versetzt werden.Das lohnt sich nicht.

Vernünftiger ist es, das alte Fahrzeug mit Standheizung zu verkaufen. Das Heizgerät wertet den Wagen technisch auf und steigert damit gleichzeitig den möglichen Erlös. Beim neuen Auto sollte man gleich die Standheizung ab Werk mitbestellen – sofern möglich. Das ist sogar oftmals günstiger, als sie später nachzurüsten.

Standheizungen arbeiten immer effektiver

Konventionelle Standheizungen brauchen etwa eine halbe Stunde, um die Scheiben vom Eis zu befreien. Es geht aber auch deutlich schneller. Dank integrierten Thermomanagement-Funktionen und einer intelligenten Ansteuerung der Wasserkreisläufe im Fahrzeug sorgen topmoderne Standheizungen schon für Durchblick, während der Fahrer seinen Frühstückskaffee genießt. "Messungen haben eine Abtauzeit von zwölf Minuten ergeben", sagt Uwe Kohle, Leiter Entwicklung Eberspächer Climate Control Systems GmbH & Co. KG.

Neue Geräte zehren kaum an der Batterie

Heizzeit gleich Fahrzeit: Diese Faustregel nennen die Hersteller von Standheizungen. Sie beschreibt, dass eine bestimmte Strecke notwendig ist, um nach dem Standheizungseinsatz die Batterie wieder zu laden. Schließlich benötigt eine Standheizung – neben dem Treibstoff – im Betrieb auch Strom, um sämtliche Funktionen zu steuern. So eignen sich für Kurzstreckenpendler eher moderne Geräte mit kurzen Aufheizzeiten. Die Gefahr, dass eine Standheizung die Batterie leersaugt, ist bei neueren Geräten nicht mehr der Fall. "Gute Produkte sind mit einem internen Unterspannungsschutz ausgestattet", sagt Kohle.

Standheizung ist auch eine Klimaanlage

Eine Standheizung sorgt nicht nur im Winter für angenehme Temperaturen im Auto. Im Sommer schaltet der Fahrer vor dem Start das Gebläse der Standheizung ein und vertreibt mit der Frischluft von außen die aufgestaute Hitze aus dem Innenraum.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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