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11. Rallylegend San Marino

Das Spiel der Rallye-Weltmeister

10/2013 -Rallyelegend, mokla 1013 Foto: Arturo Rivas 25 Bilder

Der ehemalige Rallye-Weltmeister Didier Auriol war in einem Citroën Xsara WRC von 2003 bei der Rallylegend nicht zu schlagen. Die Wertung bei den Historic Legends gewannen Markku Alén und Ilkka Kivimäki in einem Lancia Rally 037 von 1983.

14.10.2013 Dirk Johae Powered by

Seit elf Jahren feiern rund 140 Teams mit ihren Rallyeautos aus sechs Jahrzehnten die große Geschichte des Sports: Das Festival steigt ein Mal im Jahr in San Marino. Drei Tage lang wird die älteste Republik der Welt zum Mekka der Drifterszene. Untermalt von den vielfältigen Motorklängen herrscht im Servicepark eine Stimmung wie auf einem orientalischen Basar. Fans wuseln mit ihren Bildern, Büchern und Modellautos zwischen den Servicezelten hin und her, wo die Rallyechamps von Alén bis Sainz Autogramme um die Wette schreiben, bevor sie ins Rallyelenkrad greifen dürfen.

Aktuelles WM-Auto am Start und Alén im Lancia Rally 037

Der zweifache Rallyeweltmeister Carlos Sainz führt gemeinsam mit seinem Beifahrer Luis Moya das neue Rallye-Weltmeisterauto, den VW Polo WRC, als Vorauswagen spektakulär aus. Der Franzose Didier Auriol, mit seinem Titel 1994 einer der Nachfolger von Sainz auf dem Weltmeisterthron, kämpfte dagegen im Wettbewerb. Die 14 Wertungsprüfungen mit insgesamt rund 76 Kilometern Länge auf den engen Straßen rund um San Marino und Rimini bewältigte der 55 Jahre alte Auriol souverän über zwei Minuten schneller als die tschechische Crew Vojtech/Ernst in einem Peugeot 206 WRC aus der Saison 2000.

Wesentlich härter zu kämpfen hatten die Finnen Markku Alén und sein einstiger Stammbeifahrer Ilkka Kivimäkki in einem Lancia Rally 037 auf dem technischen Stand von 1983. In dieser Saison gewannen Alén/Kivimäkki sowie die Teamkollegen Walter und Christian Geistdörfer mit einem identischen Auto für Lancia den Markentitel in der Rallyeweltmeisterschaft. Bei der Rallylegend musste sich Alén nach der ersten Etappe und insgesamt vier Prüfungen mit dem vierten Platz zufriedengeben.

Zu viel Leistung und Harte Kampf für Erfolg

Das brachte den inoffiziellen Weltmeister von 1978 - einen offiziellen Fahrertitel gab es erst ab der folgenden Saison – ins Grübeln: "Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, das ein Motor zu stark für das Auto ist", meinte der 62-jährige Rallyeprofi. Der Zweiliter-Kompressormotor, der wie das komplette Auto von einem italienischen Team vorbereitet wurde, etwas mehr Leistung als die originalen 310 PS.

Am zweiten Tag lief es deutlich besser für Alén/Kivimäkki: Die Lokalmatadoren Calzolari/Costa büssten mit ihrem Ford Escort RS von 1979 die knappe Führung ein und der Modellkollege des finnischen Starteams, der Italiener Luca Pedersoli schied aus. Damit war der Weg für Alén frei, der darauf im Gruppe B-Lancia eine Bestzeit nach der anderen herausfuhr und gewann. Auch in der dritten Wertungskategorie behauptete ein ehemaliger Weltmeister die Spitzenposition: Gustavo Trelles aus Uruguay, der einstige Weltmeister mit einem seriennahen Auto (Gruppe N), jubelte in San Marino über seinen Erfolg mit einem Toyota Celica STI von 1994.

Gruppe B-Autos und Gerber/Thul im stärksten Quattro

Vor dem Wettbewerbsfeld stimmten über 30 historische Rallyeautos, viele aus der Gruppe B-Ära von 1982 bis 1986, die geschätzt rund 50.000 Zuschauer an den Wertungsprüfungen auf das Wettbewerbsfeld ein. Zu den Lieblingen der Fans zählte der letzte gebaute Audi Sport Quattro S1, mit dem Walter Röhrl die Rallye Akropolis 1986 bestreiten sollte: Da war Audi aber bereits aus der Rallye-WM als Folge der mangelhaften Sicherheit an den Rallyepiste ausgestiegen.

Der Gruppe B-Audi gehört heute dem zweifachen deutschen Vize-Rallyemeister Michael Gerber, der den rund 450 PS starken Rallyewagen nur ein Mal im Jahr bei der Rallylegend in San Marino einsetzt. Mit seinem Beifahrer Peter Thul zeigte Gerber auf den 14 Wertungsprüfungen in San Marino, was in dem schnellsten und stärksten Rallye-Quattro steckt. Das konnten auch zahlreiche deutsche Fans genießen, die sich auf den Weg in den motorsportbegeisterten Zwergstaat gemacht hatten.

Frühes Aus für Traditions-Audi und Superstar Biasion

Pech dagegen für Harald Demuth und Fabricia Pons: Sie mussten den Audi Quattro A2 von 1984, das Ex-Auto von Stig Blomqvist aus der Ingolstädter Werkssammlung, mit einer gebrochenen Bremsscheibe vorzeitig abstellen. Die italienische Beifahrerin Pons, die durch ihre Einsätze an der Seite von Michele Mouton in den 80er Jahren bekannt wurde, sass zum ersten Mal seit fast 30 Jahren wieder in einem Rallye-Quattro. Ihre Beliebtheit bei den Fans ist allerdings ungebrochen: „Ich bin ganz überrascht, wie viele Autogramme ich hier schreiben muss“, sagte die Profibeifahrerin aus Turin fröhlich.

Zu den beliebten Rallyestars in San Marino gehörte der zweifache Rallye-Weltmeister Miki Biasion, der für die Rallylegend noch einmal einen seiner Lancia Delta Integrale zündete, mit dem er 1988 und 1989 die Weltmeistertitel gewann. Der Rallyepilot aus Bassano del Grappa ist der einzige Italiener, der einen WM-Titel gewann und deshalb bei den Tiffosi besonders beliebt. Dass er nach einem Defekt am Wettbewerbsauto nur zur Show dabei sein kann, stört bei der Rallylegend niemanden.

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