Am schnellsten waren die Deutschen Karl Benz, Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach. Diese Drei gelten als die Väter der ersten Automobile der Geschichte. In den Geschichtsbüchern wird seit Jahrzehnten Karl Benz als Erfinder des Automobils genannt. Denn der Mannheimer Ingenieur erhält am 29. Januar 1886 ein Patent für ein "Fahrzeug mit Gasmotorenantrieb" - den Benz Patent-Motorwagen.
Karl Benz macht dem Stationärmotor Beine
Dieses dreirädrige Gefährt gilt als das erste Automobil der Geschichte. Der Wagen ist simpel aufgebaut: Ein zierlicher Stahlrohrrahmen trägt eine Sitzbank aus Holz und einen auf der Hinterachse liegenden Stationär-Motor, vorne hat Karl Benz auf eine aufwändige Achsschenkellenkung zugunsten eines einzelnen lenkbaren Rades verzichtet. Seinen originalen Patent-Motorwagen, das erste Automobil der Geschichte, stiftete Karl Benz 1906 dem Deutschen Museum in München.
Wenige Monate zuvor hatte schon Gottlieb Daimler mit seinem Reitwagen den Vorläufer des Motorrads präsentiert. Am 29. August 1885 wird Daimler das Patent für seinen Reitwagen ausgestellt, der im Grunde genommen ein Laufrad mit einem eingehängten Standuhr-Motor ist. Zwei Stützräder sorgen für die nötige Stabilität in Grenzsituationen, die allerdings bei einer maximalen Höchstgeschwindigkeit von etwa 15 km/h nur selten aufgetreten sein dürften.
Die Automobilentwicklung nahm Fahrt auf - zunächst noch verhalten, denn die Menschen waren skeptisch gegenüber der neuen Technik. So waren es meist nur Tüftler und Bastler, die sich mit dem Automobil und der motorisch angetriebenen Fortbewegung beschäftigten.
Weltweit nimmt das Automobil Fahrt auf
Doch nicht nur in Deutschland war die individuelle Mobilität ein Thema. In Frankreich waren bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dampfbetriebene Fahrzeuge verbreitet. Und auch in England, den USA, Österreich und Dänemark suchten Erfinder nach einem Weg, große Strecken möglichst angenehm zurückzulegen. Bedeutende Entwicklungen, die heute oft vergessen werden, steuerten etwa der Däne Albert Hammel, der Österreicher Siegfried Marcus, der Engländer Magnus Volk oder der Franzose Léon Serpollet bei. Sie alle entwickeln ganz ähnliche Fahrzeuge - ohne voneinander zu wissen. Das Ziel ist bei allen Automobilpionieren der 1880er gleich: Sie wollen ein selbstfahrendes Fortbewegungsmittel schaffen, um Freiheit in Form individueller Fortbewegung zu erlangen. Denn zwar gab es die Eisenbahn schon seit einigen Jahrzehnten, doch nun sollte der nächste Schritt begangen werden - weg von der vorgegebenen Streckenführung hin zum ganz individuell zu gestaltenden Fortkommen.
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Weitere Teile der Serie "125 Jahre Automobil"
Teil I: "Fuhr das erste Auto schon vor 340 Jahren?" - vor 1880
Teil II: "Die Dekade der Bastler" - 1880 bis 1889
Teil III: "Wohin geht die Reise? - Nach vorne!" - 1890 bis 1899
Teil IV: "Rennen, Reisen - und das beste Auto der Welt " - 1900 bis 1909
Teil V: "Paradigmenwechsel am Fließband" - 1910 bis 1919
| Überblick: | "Vom Kuhstall zum Wirtschaftsmotor" |
|---|---|
| Teil I: | "Fuhr das erste Auto schon vor 340 Jahren?" - vor 1880 |
| Teil II: | "Die Dekade der Bastler" - 1880 bis 1889 |
| Teil III: | "Wohin geht die Reise? - Nach vorne!" - 1890 bis 1899 |
| Teil IV: | "Rennen, Reisen - und das beste Auto der Welt" - 1900 bis 1909 |
| Teil V: | "Paradigmenwechsel am Fließband" - 1910 bis 1919 |
| Teil VI: | "Goldene Zwanziger und die Grüne Hölle" - 1920 bis 1929 |
| Teil VII: | "Luxus, Klappdach und ein Volkswagen" |





