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125 Jahre Automobil

Das ist die Mercedes-Designzukunft

Mercedes Designzukunft, Mercedes Aesthetics 2025 Foto: Mercedes 29 Bilder

Ein Jubiläum lässt sich nur dann ausgelassen feiern, wenn die Aussichten für die nächsten Jahre gut sind. Mercedes jedenfalls hat Grund genug, auch auf eine vielversprechende Weichenstellung im Design anzustoßen. Designchef Gorden Wagener gewährt einen exklusiven Ausblick.

21.02.2011 Birgit Priemer

Manches bleibt auch in Zukunft ganz beim Alten: "Kleiner werden unsere Autos nicht", beschreibt Mercedes-Designchef Gorden Wagener seine Visionen für das nächste Jahrzehnt. "Obwohl man in Metropolen wie Peking mittlerweile schneller zu Fuß unterwegs ist, geht der Trend weltweit weiter zum Auto und zwar als rollende Business-Lounge."

Mercedes designt exklusive Studie Aesthetics 2025 für auto motor und sport

Wie die aussehen könnte, zeigt Mercedes mit der Studie Aesthetics 2025, die exklusiv für auto motor und sport entstanden ist. "Bis dahin sind Autos keine reinen Verbrennungsfahrzeuge mehr, sie verfügen über einen Range Extender oder sind als Elektroauto unterwegs. Im Innenraum entsteht mehr Platz für die Passagiere."

Designtrend geht bei Mercedes zu Natur und Komfort

Die Mercedes-Designer sehen darin zukünftig kleine Wellness-Tempel, die wie rollende Wohnzimmer unterwegs sind. Die Menschen träumen von einem angenehmen und behaglichen Lebensraum, und deshalb geht der Trend zu Natur, Wärme und Komfort. "Aber auch im Jahr 2025 haben die Autos noch vier Räder", so Wagener. "In 125 Jahren Automobilgeschichte hat sich daran ja auch kaum etwas geändert." Trotzdem bewegt sich der Erfinder des Automobils weiter - und entfernt sich vom klassischen Drei-Box-Design. Der Mercedes CLS ist seit 2004 ein Vorbote dieser Strategie, die Studie Mercedes Aesthetics 2025 stellt sie einmal mehr unter Beweis.
 
"Nicht der rasende Keil ist gefordert, sondern ein spannungsvolles Auto mit einer gewissen Romantik und einem klassischen Appeal", heißt es in den Strategiepapieren der Designer. "Unser weiterentwickeltes Design setzt auf kultivierte Sportlichkeit - sportlich über die Proportionen, Flächen und Linien, nicht brachial, sondern stilvoll - wie der Mercedes CLS." Wir dürfen uns also in Zukunft auf fließende Formen einstellen, einen weichen Übergang von der Motorhaube in die A-Säule und eine sanft abfallende Dachform.

Mercedes-Design der Zukunft mit langer Motorhaube

Die Ponton-Limousine, die Mercedes einst so berühmt gemacht hat, ist auf jeden Fall out. Große Flächen bestimmen den Grundansatz der Strategie, darauf scharfe Konturlinien und ein leichter "Positiv-Negativ-Swing", wie es im Fachjargon heißt und de facto das Spiel mit unterschiedlichen Wölbungen beschreibt. Mercedes steht in Zukunft für Modelle mit langgezogener Motorhaube, einer fließenden Silhouette, kurzen und dabei stark gepfeilten Frontüberhängen, großen, außen bündig angeordneten Rädern und einer hohe Bordkante.

Die Marke Mercedes, so viel wird nach dieser Beschreibung klar, wird das Auto in Zukunft nicht neu erfinden. "Design folgt Sehgewohnheiten, die sich zwar ändern können, aber trotzdem gewissen ästhetischen Grundprinzipien folgen", erklärt Mercedes - Designchef Gorden Wagener. "Ich glaube auch nicht an die Vision, dass Autos in E-Versionen im Frontbereich geschlossen sind. Wir brauchen dort Öffnungen, um die Batterien zu kühlen. Außerdem: Je mehr Lufteinlässe ein Auto dort hat, umso sportlicher wirkt es." Nur der Trend zu aufgerissenen Mäulern, wie ihn Peugeot lange praktizierte, dürfte vorbei sein.

Mercedes lässt junge Designer spinnen

Doch was passiert, wenn man jungen Mercedes-Designern erlaubt, einfach mal nur so zu spinnen - ohne an Crash-Vorschriften zu denken. "Dann kommt so etwas wie der Biome heraus", lacht Wagener. Biome, dahinter verbirgt sich ein ausgefallenes Science-Fiction-Modell, das vom Mercedes-US-Studio im kalifornischen Carlsbad entwickelt und letztes Jahr auf der Los Angeles Auto Show vorgestellt wurde: "Das ist eine Art rollende Öko-Fabrik, bei der unsere Designer sich richtig austoben durften."

Der Biome entsteht nach der Idee der Erfinder aus zwei Sorten Saatgut: eine für den Innenraum, die andere für die Karosserie. Dabei sollte es dem Kunden ermöglicht werden, seine speziellen Wünsche an das Material im Vorfeld in die DNA der Pflanzen programmieren zu lassen. Klingt schräg und ist es auch – aber als Filmauto für außerirdische Streifen hat der Biome beste Chancen zu überleben.

Fußgängerschutz spielt für das Design eine wichtige Rolle

Und was würde sich Mercedes-Designchef Gorden Wagener wünschen, wenn er mal für einen Tag ganz freie Hand im Design hätte? "Die Realität ist schwierig, weil es so viele Vorschriften gibt. Ich würde mir wünschen, dass der ganze Vorbau eine leere Zone wäre, bei deren Gestaltung man sich nicht um die Erfordernisse des Fußgängerschutzes kümmern müsste. Der ist natürlich grundsätzlich wichtig, aber so komplex, dass man im Grunde mit einem Anwalt das Design machen müsste." Wie einfach doch die Welt vor 125 Jahren war, als Bertha Benz noch hoch auf dem Wagen saß.  

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