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125 Jahre Automobil

Dicke Sterne - Mercedes-Staatslimousinen

Mercedes 8/18 PS (Bauzeit 1910-1912), Landaulet. Foto: Mercedes-Benz 42 Bilder

Staatslimousinen von Mercedes-Benz: Kaiser, Könige und Staatenlenker verlassen sich seit Jahrzehnten auf deutsche Luxuslimousinen - natürlich individuell von Hand gefertigt. Seit mehr als 100 Jahren erfüllt Mercedes-Benz fast jeden Sonderwunsch.

28.07.2011 Kai Klauder Powered by

Vor mehr als 100 Jahren beginnt die Geschichte der repräsentativen Staatslimousinen mit einer Lieferung von fünf unterschiedlich karossierten Mercedes-Simplex an den russischen Zarenhof in St. Petersburg. Auch der deutsche Kaiser fährt dieses Modell, später auch Mercedes-Knight, Mercedes 28/95 PS und weitere Fahrzeuge mit dem Stern auf der Haube. 

Autos für Königshäuser und Prominente

Mit dem Mercedes-Benz 770 wird das Synonym "Großer Mercedes" für die luxuriösesten Fahrzeuge aus Stuttgart eingeführt, das sich fortan über mehrere (Fahrzeug-) Generationen fortsetzt. Der japanische Kaiser Hirohito ordert ebenfalls einen "Großen Mercedes", allerdings in gepanzerter Pullman-Version, der 1935 fertiggestellt wird.

Mit der Staatslimousine am Start

Normalerweise gehört es sich für Könige und der Hochadel Anfang des 20. Jahrhunderts nicht, selbst an das Volant zu greifen, doch Prinz Heinrich von Preußen schert sich nicht darum. Er nimmt mit einem Benz 70 PS Triple Phaeton an zahlreichen Rennveranstaltungen teil. Der begeisterte Autofreund ist auch für die Geschichte des Automobils eine wichtige Persönlichkeit, er gilt als einer der Erfinder des Scheibenwischers und gründete die nach ihm benannten Prinz-Heinrich-Fahrten.

Nach dem ersten Weltkrieg siecht der Absatz von Repräsentationswagen zunächst vor sich hin, die Zielgruppe wandelt sich in den Zwanziger-Jahren maßgeblich. Der Hochadel verliert an Bedeutung, an seine Stelle rücken Personen des öffentlichen Lebens - heute nennt man sie Promis. Konzernlenker aus der Wirtschaft, bekannte und gutbezahlte Schauspieler aus Film und Theater sowie Politiker, die für Staatsempfänge das passende Gefährt benötigen. Bis 1924 ist  der 28/95 PS für Mercedes das Erfolgsmodell. Knapp 600 Exemplare werden gebaut.

Kompressor sorgt für schnelles Fortkommen

Mit dem Nachfolger des 28/95 PS führt der Konstrukteur Ferdinand Porsche die Kompressor-Aufladung ein. Dank eines Roots-Kompressors erreicht er eine nie zuvor erreichte Motorleistung. Der Mercedes-Benz 24/100/140 PS gehört mit seinem 6,2-Liter-Motor zu den angesehensten Repräsentationswagen seiner Zeit und verkaufte sich rund 1.200 Mal. Davon entfallen 117 auf die stärkste Variante mit Kompressor-Motor.

Das Fahrgestell kostete Mitte der Zwanzigerjahre 19.250 Reichsmark und wurde entweder im Werk Sindelfingen mit einer Karosserie verheiratet oder von einem der internationalen Carosseriers eingekleidet. Erdmann & Rossi aus Berlin, Farina aus Mailand, Hibbard & Darrin aus Paris, Geissberger aus Zürich oder Van den Plas aus Brüssel - sie alle fertigten Aufbauten für den Großen Mercedes. Ihre Auftraggeber waren unter anderem Reichspräsident Paul von Hindenburg, König Gustav von Schweden, König Alfonso von Spanien, der Schauspieler Emil Jannings, der Komponist Richard Strauss, die Sänger Richard Tauber und Jan Kiepura oder der Industrielle Oscar R. Henschel.

Adenauer-Mercedes - der 300er

Nach dem Zweiten Weltkrieg rollt das erste Repräsentationsfahrzeug von Mercedes ab Ende 1951 vom Band, der Mercedes 300 der Baureihen W 186 und W189. Heute noch ist er als "Adenauer-Mercedes" bekannt, weil der erste deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer einen Mercedes 300 als Dienstwagen nutzte. Angetrieben wurde der 300 von einem Dreiliter Reihensechszylinder mit 115 bis 160 PS. Mehr als 11.200 Exemplare der Baureihen W 186 und W 189 konnte Mercedes absetzen, ehe die Modellreihe eingestellt wurde. Und der Nachfolger stand schon in den Startlöchern.

"Das beste Auto der Welt" - Mercedes-Benz 600

Und der Nachfolger sollte die begehrtesten Repräsentationslimousine der Welt werden. Neben den Königshäusern ließen sich vor allem auch viele Hollywoodstars von dem luxuriösen Technologieträger begeistern. Elisabeth Taylor, John Lennon, Rudolf Schock, Udo Jürgens, Elvis Presley, Herbert von Karajan, Aristoteles Onassis, Coco Chanel, Gunther Sachs, Max Grundig und sogar Leonid Breschnew orderten einen Mercedes 600. Sie alle ließen sich von den technischen Finessen und dem Image des neuen Großen Mercedes beeindrucken. Am besten spiegelt den Luxus und den technischen Anspruch die Komforthydraulik des Mercedes 600 wieder. Über die Hochdruckhydraulik werden die Türen geschlossen, das Schiebedach, die Fenster, die Trennwand, die Kofferraumklappe, die Heizungs- und Lüftungsklappen und die Feststellbremse betätigt, die vorderen und hinteren Sitze sowie die Stoßdämpfer verstellt. Das alles geht fast geräuschlos vor sich - Luxus pur für die strapazierten Prominenten.

Heinz-Ulrich Wieselmann, der damalige Chefredakteur von auto motor und sport ist begeistert: "Wir sprachen vom Fahrverhalten des `Großen Mercedes´ bei ausgesprochen sportlicher Fahrweise und möchten es ausdrücklich als exzellent bezeichnen. So mancher Sportwagen-Fabrikant würde etwas darum geben, wenn seine kleinen Flitzer so schnell, so mühelos und so sicher um die Kurven zu bewegen wären wie dieser Dreitonner. Absolut unerreicht ist der Fahrkomfort."

Obwohl die Gewinnmarge bei dem Mercedes 600 sehr klein war - manche gehen davon aus, das der 600 Zeit seiner Produktion ein Verlustgeschäft war - ist er mit einer Produktionszeit von 18 Jahren (1964 bis 1981) das am längsten ununterbrochen gebaute Fahrzeug von Mercedes Benz. 2.677 Exemplare verließen insgesamt das Werk. Der Preis stieg von 56.500 Mark im Jahr 1964 bis auf 144.368 Mark 1979, jeweils für die Limousine. 

Zukunft ungewiss - Maybach

Nach dem Mercedes-Benz 600 war für mehr als 20 Jahre kein echtes Repräsentationsfahrzeug im Portfolio von Mercedes-Benz, diese Aufgabe erfüllte bis zum Jahr 2002 die S-Klasse. Doch dann kam: Maybach. Mercedes-Benz ließ den traditionsreichen Namen wieder aufleben und präsentiert fünf Jahre nach dem ersten Auftritt auf der Tokio Motor Show 1997 ein neues Luxustraumauto. Es werden zwei Varianten angeboten, der "kurze" Maybach 57 und der Maybach 62. Die Ziffer bezeichnet dabei die Gesamtlänge - 5.728 Millimeter respektive 6.165 Millimeter. Die Einstiegsvariante kostet 2002 genau 359.600 Euro, die Langversion 417.600 Euro. Derzeit liegt der Einstiegspreis bei 405.671 Euro (Maybach 57), das Top-Modell Maybach 62 S kostet 545.258 Euro.

Wie es in Zukunft mit der Marke Maybach weitergehen soll, steht derzeit noch in den Sternen. Gerüchte und Denkansätze gibt es viele, von einer Zusammenarbeit mit Aston Martin bis zu einem Badging einer besonders luxuriös ausgestatteten S-Klasse, doch im Juli 2011 wurde die Entscheidung bis nach der IAA vertagt.

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