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150 Jahre Opel

Interview mit Entwicklungschef Michael Ableson

Michael Ableson, Opel Entwicklungschef Foto: Motorpresse Stuttgart 22 Bilder

auto motor und sport spricht mit dem neuen Opel- Entwicklungschef Michael Ableson über die zukünftige Modellpolitik bei Opel.

31.08.2012 Bernd Ostmann, Birgit Priemer
VW präsentiert Ende September auf dem Pariser Autosalon die siebte Generation des Golf. Wie sieht Ihre Antwort auf diesen Vorstoß in der Kompaktklasse aus?

Ableson: Wir haben den Astra gerade überarbeitet. Mit frischem Design, neuen effizienten Motoren und neuen Technologien sowie einer vergrößerten Modellpalette sind wir in einer exzellenten Position. Als einziger Hersteller bieten wir mit der viertürigen Stufenhecklimousine nun auch in diesem Kompaktsegment vier Modellvarianten an.

Auf wen zielen Sie mit dem Kleinwagen Adam?

Ableson: Wir wollen damit trendige, urbane Kunden erreichen, die ein Auto suchen, mit dem sie ihren persönlichen Stil ausdrücken können. Wir bieten eine Premium-Technologie mit einem komplett neu entwickelten Infotainment-System, das die Integration von Smartphones und die Nutzung internetbasierter Apps ermöglicht. Der Adam ist ein einzigartiger Lifestyle-Kleinwagen und damit in einem Segment positioniert, das in den nächsten Jahren stark wachsen wird.

Ist das Auto mit einem Preis ab rund 12.000 Euro nicht zu teuer positioniert? Andere bieten Kleinwagen für unter 10.000 Euro an.

Ableson: Wir haben den genauen Preis noch nicht festgelegt. Unsere Wettbewerber sehen wir in Modellen wie dem Fiat 500. Und wir glauben, dass der Adam wirklich viel Design und Auto fürs Geld bietet.

Gibt es bei Ihnen Überlegungen,auf Basis des Adam einen SUV oder ein Cabrio zu bauen?

Ableson: Die Idee einer Adam- Familie ist interessant. Und ich gebe zu, wir haben viele Optionen. Aber es gibt noch keine Varianten, über die ich sprechen könnte.

Glauben Sie, dass Opel einen Zweisitzer als Konkurrenten zum Smart bräuchte?

Ableson: Nein, das glauben wir nicht. Unsere Studien zeigen, dass die Kunden Autos bevorzugen, die mehr Platz für die Passagiere bieten.

Bräuchte Opel nicht ein kleines Elektroauto für die Stadt?

Ableson: Wir sehen Potenzial für kleine Elektroautos für kurze Strecken. Aber sie haben eine geringe Reichweite, lange Ladezeiten und hohe Batteriekosten. Die enthusiastischen Reaktionen auf den Ampera zeigen, dass das Kundeninteresse an einem E-Auto mit Range Extender größer ist, weil es mehr Reichweite bietet und keine Einschränkungen bedeutet.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Absatz des Ampera?

Ableson: Mit einem Marktanteil von 20 Prozent ist es das am besten verkaufte Elektroauto in Europa. Der Ampera hat uns den Ruf eines führenden Herstellers bei der E-Mobilität verschafft, und das macht uns sehr stolz. Dort, wo es staatliche Zuschüsse gibt, sind wir mit dem Verkauf zufrieden. Unsere Hauptabsatzmärkte sind die Niederlande und England. Von Ende Februar bis Ende Juli sind in Europa mehr als 3500 Ampera verkauft worden – damit sind wir klar die Nummer eins in Europa.

Was passiert mit der Studie RAK e? Wird sie in Serie gehen?

Ableson: Der RAK e hat ein sehr positives Feedback bekommen. Zurzeit untersuchen wir ein mögliches Geschäftsmodell. Interessant ist natürlich die Möglichkeit, mit der gedrosselten Version bereits 16-jährige Kunden anzusprechen.

Angeblich gibt es bei Ihnen intern Pläne für eine neue Interpretation des Diplomat.Stimmt das?

Ableson: Es könnte für Opel interessant sein, das Portfolio nach oben auszubauen. Aber im Moment hat ein solches Modell oberhalb unseres Flaggschiffs Insignia keine Priorität. Und wenn wir so etwas machen würden, dann müsste es anders aussehen als die heutigen großen Limousinen.

Was ist das Besondere an dem geplanten viersitzigen Cabrio?

Ableson: Das neue Cabrio wird zwischen Astra und Insignia angesiedelt, wobei es in Hinsicht auf Größe und Charakter näher am Insignia ist.

Viele Autohersteller wollen ihr Programm ausbauen, indem sie in jede kleine Nische gehen. Was plant Opel?

Ableson: Wir werden unsere Offensive mit Nachdruck fortsetzen. Bis 2016 wird Opel 23 neue oder überarbeitete Modelle wie den Adam, den Kompakt- SUV Mokka und das neue Cabrio auf den Markt bringen. Das sind alles Modelle in Segmenten, in denen Opel noch gar nicht vertreten ist oder schon lange nicht mehr war. Das ist Teil unserer Wachstumsstrategie.

Und was tut sich auf dem Motorensektor?

Ableson: Opel wird innerhalb der nächsten 15 Monate drei komplett neue Motorengenerationen – zwei Benziner und ein Diesel – einführen. Damit bieten wir unseren Kunden Verbrauchseinsparungen von zehn bis 15 Prozent.

Was bringt Ihnen die Kooperation mit PSA?

Ableson: Wir teilen Plattformen, Komponenten und Module, und wir erarbeiten eine langfristig ausgelegte globale Einkaufsstrategie. Wir konzentrieren uns in dieser Kooperation auf Klein- und Mittelklassewagen, Vans und Crossover-Modelle. Wir denken ebenfalls darüber nach, eine neue gemeinsame Plattform für Autos mit geringen Emissionen zu entwickeln.

Wird es künftig auch bei Opel Motoren mit Zylinderabschaltung geben?

Ableson: Ja, die Zylinderabschaltung ist ein integraler Bestandteil bei den neuen Benzinmotoren. GM bietet diese Technologie bereits seit 2005 in den USA an, deshalb kann Opel von diesem großen Erfahrungsschatz profitieren.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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