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24h Nürburgring Rennanalyse

Schrottplatz und Favoritensterben

Impressionen - 24h-Rennen Nürburgring 2014 - 22. Juni 2014 Foto: sport auto 192 Bilder

Wieso verlief die Startphase so turbulent? Welche Rolle spielten die Reifen? Warum hatte Porsche nur Außenseiterchancen? Und was passierte mit BMW? In unserer Rennanalyse klären wir die offenen Fragen des Rennens.

22.06.2014 Powered by

Wieso landete BMW nicht weiter vorne?

Eigentlich hatte BMW mit den beiden werksunterstützten Kundenteams Schubert und Marc VDS genug heiße Eisen im Feuer. Insgesamt vier Z4 sollten um den Gesamtsieg kämpfen. Nach und nach verabschiedete sich jedoch ein Auto nach dem anderen. Den ersten Schreckmoment erlebten die Bayern als gleich zu Beginn die Startnummer 20 mit der Startnummer 26 kollidierte. Die 20 fiel daraufhin zurück. Das Schwesterauto mit der 19 fiel musste das Auto vorzeitig abstellen. „Ein abgebrochenes Fahrwerksteil hat die Ölpumpe zerstört. Dadurch war der Motor nicht mehr geschmiert und wurde irreparabel beschädigt“, berichtete Teamchef Torsten Schubert.

Die beiden Marc VDS-Autos verabschiedeten sich in der Nacht durch Unfälle im Verkehr. Die einzig verbliebene Speerspitze mit der Nummer 20 kämpfte wenige Stunden vor Schluss sogar um den Gesamtsieg. Als Martin Tomczyk jedoch einen Porsche touchierte und dafür eine Strafe kassierte, waren die Hoffnungen dahin. Eine Podiumsplatzierung wäre noch möglich gewesen, wenn Claudia Hürtgen sich nicht die Spurstange auf einem Kerb beschädigt hätte. Die Reparatur warf das Auto weiter zurück, mehr als Platz sechs war nicht drin.

Warum verlief die Startphase so turbulent?

In der vierten Runde überschlugen sich die Ereignisse. Wo man auch hinsah, überall war Schrott auf der Strecke verteilt. Dabei kam es zu einer Verkettung der Umstände. Ein Schlachtfeld war die NGK-Schikane auf dem Grand-Prix-Kurs. Zuerst segelte Maxim Martin im Z4 von Marc VDS von der Bahn, danach nahm der Car Collection-SLS einen Porsche auf die Hörner. Offenbar befand sich in diesem Bereich eine Ölspur, die die Fahrer erst zu spät bemerkten.

Der zweite Schauplatz war der Streckenabschnitt Flugplatz. Dort war der Unfall zwischen dem McLaren und dem „Eifelblitz“-BMW M235i der Auslöser für einen weiteren Zwischenfall. Weil der heranfliegende Mercedes SLS vom Team Rowe aufgrund des verunfallten BMW abbremste, rauschte ihm ein weiterer BMW M235i ins Heck und drehte ihn um. Dass ausgerechnet in diesem Zeitraum so viele Blechschäden entstehen, ist nicht verwunderlich. Am Anfang machen die Top-Piloten noch extrem Druck, laufen dabei nach rund vier Runden aber auch auf die deutlich langsameren Autos auf.

Warum war Porsche nur Außenseiter?

Der gelb-grüne Manthey-Porsche gehörte in der Vergangenheit immer zu den Kandidaten für den Gesamtsieg. In diesem Jahr verkündete Olaf Manthey bereits beim 24h Qualirennen, dass der Renner aus Zuffenhausen aufgrund des umfangreichen WEC-Engagements nicht dabei sein wird. Stattdessen hat Porsche Kundenteams wie Frikadelli, Falken oder Haribo mit Werksfahrern wie Patrick Pilet, Jörg Bergmeister oder Wolf Henzler unterstützt. Das Bonbon kurz vor dem Rennen: Der Technikausschuss gewährte dem Porsche noch einen größeren Restriktor. Frikadelli strauchelte allerdings schon in der ersten Runde mit einem defekten Wasserschlauch, Haribo hatte in der finalen Phase einen Unfall. Falken rollte hingegen konstant durch und wurde immerhin Fünfter.

Welche Rolle spielten die Reifen?

Die Reifenfrage war vor dem Saisonhöhepunkt bei den VLN-Rennen ein viel diskutiertes Thema. Michelin, Hankook, Falken, Pirelli und Co. hatten ihre Top-Teams im Kampf um den Gesamtsieg im Köcher. Michelin stattete dabei am meisten Autos aus, nachdem Dunlop verkündete, in diesem Jahr aus Kapazitätsgründen keine GT3-Entwicklungsreifen zur Verfügung stellen zu können. Zugleich galten die Franzosen als Favorit. Tatsächlich hatten bei der Vergabe der Krone keine anderen Reifenlieferanten ein Wörtchen mitzureden. Wer dieses Rennen gewinnen wollte, musste auf das Know-how von Michelin setzen.

Falken betrieb über den Winter einiges an Entwicklung und landete mit dem Porsche als bester Konkurrent auf dem vierten Rang. Das Team Prosperia C.Abt hatte zwar grundsätzlich mit dem Audi R8 auf das richtige Modell gesetzt, konnte das Tempo mit den Hankook-Pneus aber nicht ganz mitgehen und ärgerte sich ohnehin mit technischen Gebrechen herum. Pirelli kam auf Rang 7 mit dem HTP Mercedes und stellte zu Beginn des Rennens mit dem Dörr McLaren unter Beweis, dass man vorne mitgeigen kann.

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