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25 Jahre auf Achse

Weltreise im Toyota Land Cruiser

83 Bilder

Eigentlich wollten Emil und Liliana nicht Lange wegbleiben – jetzt steht ihr Trip als längste Reise der Welt im Guinness-Buch ...

06.03.2010 Powered by

6 Wochen sind wir nun schon auf den Fidschi-Inseln. Dass wir trotzdem noch nicht viel gesehen haben, liegt an unserem geschätzten Landcruiser: Alterserscheinungen! Erst vor drei Jahren, Mitte 2006, ließen wir ihn im ostmalaysischen Borneo umfangreich verjüngen. Doch man kann aus Alt nicht Neu machen. Jetzt musste mal wieder ein Kühler aus Japan besorgt werden. Der alte fing schon in Neuseeland an zu lecken. Rostete dann in Neukaledonien und Vanuatu sehr rasch weiter – vermutlich half die salzhaltige Inselluft nach.

So fallen immer mehr Reparaturen an. Doch unser 82er Toyota hat es nicht verdient, sein abenteuerliches Leben auf irgendeinem Schrottplatz zu beenden, wo er doch seit fast 25 Jahren unser treuer Reisebegleiter ist. 650.000 Kilometer weit, durch mehr als 160 verschiedene Länder dieser Welt – im Stich gelassen hat er uns kein einziges Mal. Rückblick: 18. Oktober 1984. Als wir an diesem trüben Herbsttag aus der Schweiz in Richtung Kanada aufbrechen, geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Wir sind Anfang vierzig, haben unsere Jobs als Computerfachmann und Geschäftsleitungssekretärin an den Nagel gehängt. Wenigstens ein Jahr lang wollen wir die große Freiheit genießen, die Welt auf eigene Faust erkunden. Anfangen wollen wir in Montreal, wo unser bepackter Landcruiser FJ60 gerade im Container ankommt. Schon bald zeigt sich, dass ein Jahr für Nord- und Mittelamerika – von Alaska bis Honduras – nicht reichen wird. Wir besuchen mehr als 75 Nationalparks und Monumente der USA, erleben erste Offroad­Abenteuer in den felsigen Canyonlands, fahren die abenteuerlichen Pisten der Rally Baja 1000 in Baja California entlang, schlagen uns durch den dampfenden Dschungel hin zu historischen Maya-Stätten in Zentralamerika.

Verfolgungsjagd in Guatemala

Nicht einmal eine haarsträubende Verfolgungsjagd in Chimal-tenango (Guatemala) oder die furchterregende Begegnung mit der Guerilla auf dem Weg zu den Tikal-Ruinen dämpfen unseren Drang nach weiteren Abenteuern. Nach zwei Jahren und 98.000 Kilometern durch sieben Länder in Nord- und Zentralamerika sind wir endgültig vom Reisen besessen. „Südamerika liegt näher als Europa“, sagen wir uns – die Rückkehr in die Schweiz wird verschoben. In Houston (Texas) packen wir unseren Landcruiser auf einen chilenischen Frachter mit Ziel Valparaiso (Chile). Oktober 1986: Südamerika ist geprägt von der ansteckenden Lebensfreude der Latinos, aber auch von grandiosen Landschaften – Wüsten, Dschungel, Gletscher, Sümpfe, dem Amazonasbecken und 5000 Meter hohen Pässen über die Anden. Auf der 78.000 Kilometer langen Tour kreuz und quer durch diesen wundervollen Kontinent ist es keinen Moment langweilig. Unsere Sehnsucht nach neuen Abenteuern ist in diesen zwei Jahren nur größer geworden. Wir beschließen, als nächstes eine noch größere Herausforderung in Angriff zu nehmen: Afrika.

Mit der Fähre setzen wir am 16. Oktober 1988 von Rio de Janeiro nach Genua in Italien über. Ein kurzer Besuch bei Eltern und Freunden über Weihnachten und Neujahr – dann hält uns nichts mehr in der Schweiz. Am 3. Januar 1989 starten wir zum afrikanischen Kontinent – ein Sprung ins kalte Wasser. Ohne GPS geht es quer durch die Sahara, von Algerien über den Niger nach Nigeria, wo wir von der traditionell muslimischen Welt in das einfache Schwarzafrika kommen.

Malaria-Anfälle in Afrika

Der Kampf mit Schlammpisten, verrotteten Brücken, korrupten Beamten, Armut und Krankheiten beginnt. Wir überleben zwei Malaria-Anfälle – einen im Niger, einen in Togo. Trotzdem verfallen wir dem afrikanischen Charme, den klaren Nächten, den Gerüchen, den Farben und den unglaublich freundlichen Menschen. Jedes einzelne der 34 Länder, die wir besuchen, ist eine Herausforderung für sich – jeder der gefahrenen 97.000 Kilometer aufregend. Nach Afrika sind wir bereit für etwas Entspannung und schiffen im November 1992 von Kapstadt nach Perth (Australien) ein. Das Land der „no worries“, das ungezähmte Australien mit seiner Menschenleere und seinen ungezählten Pisten hält uns ein ganzes Jahr gefangen. Wir durchstreifen diesen Kontinent vom einsamen, wüstenhaften Westen zum bevölkerten, fruchtbaren Osten und vom heißen Norden zum zerklüfteten Süden. Doch schon bald sehnen wir uns wieder nach mehr Exotik und steigen in Perth auf ein Schiff nach Singapur. Der Wechsel von Australien nach Südostasien lohnt sich.

Mit dem Schiff in den Orient

Die Kulturen dort sind lebendig, farbenfroh und voller Überraschungen. Wir durchqueren Singapur, Malaysia und Thailand – leider sind Anfang der Neunzigerjahre Kambodscha, Vietnam und Laos für Autos geschlossen. Grund genug, um ein Schiff nach Muskat in Oman auf der Arabischen Halbinsel zu besteigen. Das arabische Volk, dessen Kultur und die landschaftlichen Schönheiten begeistern uns. Es ist Liebe auf den ersten Blick – noch zwei Mal werden wir auf unserer langen Reise in der Region von Nomaden, Scheichs und Prinzessinnen vorbeischauen. Die Jahre scheinen seitdem verflogen zu sein. Wir bereisten den mittleren Osten, Asien, Europa, nochmals Nordamerika, die Karibik, ein zweites Mal Südamerika, den Fernen Osten, Ozeanien und Neuseeland. Nachdem wir jetzt Fidschi erkundet haben, geht es auf nach Samoa und Tahiti. Wohin es uns danach zieht? Wer weiß – es gibt noch so viel zu entdecken auf dieser Welt.

Entfernungen
Seit fast 25 Jahren fahren Emil und Liliana Schmid mit ihrem Toyota Landcruiser FJ60 durch die Welt, insgesamt 650.000 Kilometer haben sie schon abgespult. Ihren 100.000. Kilometer erreichten sie in Chile – in Japan den 500.000. An sieben von zehn Tagen wurde der Wagen gefahren, im Schnitt veränderten die beiden nach drei Tagen ihren Standort. Insgesamt schliefen sie an 2850 verschiedenen Orten. Das Fotoarchiv der beiden Schweizer umfasst mittlerweile 70.000 Bilder.

Länder und Grenzen
Bis jetzt haben Emil und Liliana 162 Länder besucht mit 60 verschiedenen Sprachen und 137 Währungen. Sie reisten durch 143 der insgesamt 194 unabhängigen und 19 der 65 abhängigen Länder und sonstigen Territorien der Erde. Sie mussten 74 verschiedene Visa beantragen, die pro Person neun Pässe füllen und 3200 US-Dollar kosteten. Bei den 455 Grenzübertritten wurden die beiden 307 Mal kontrolliert. Sie reisten durch 21 der 24 Zeitzonen der Erde.

Verbrauch und Verschleiß
Emil und Liliana tankten insgesamt 158.178 Liter Benzin an 1682 Tankstellen, also durchschnittlich 94 Liter. Der höchste bezahlte Benzinpreis war im August 2008 in Neukaledonien (1,97 US-Dollar pro Liter), der niedrigste im Mai 1995 im Iran (0,0175 US-Dollar pro Liter). Auf der Reise hatte der Toyota 164 Plattfüße, verbrauchte 67 Reifensätze, 31 Batterien, 138 Zündkerzen, 22 Luftfilter und 54 Stoßdämpfer. Emil und Liliana wechselten 92 Mal das Motoröl und 55 Mal den Ölfilter.

Rekorde
Neben den 650.000 gefahrenen Kilometern mussten Emil und Liliana 245 Mal eine Fähre oder einen Frachter benutzen, um einen Fluss, See oder das Meer zu überqueren. Höchster befahrener Punkt: 5320 Meter in Bolivien (Chacaltaya), tiefster: 390 Meter unter dem Meeresspiegel am Toten Meer in Jordanien. Die meisten Tage und Kilometer wurden in den USA gefahren (1118 Tage, 101.533 km), gefolgt von Australien (318 Tage, 38.960 km) – am wenigsten fuhren sie im Vatikan (2 km), gefolgt von Monaco (19 km). Rechte Straßenseite gefahren: in 118 Ländern während 5653 Tagen und 454.387 km. Linke Straßenseite gefahren: in 44 Ländern während 2850 Tagen und 186.473 km. Die höchste durchschnittliche Geschwindigkeit fuhren die beiden in Belgien (71,9 km/h), gefolgt von Dänemark (62,3) – die niedrigste im Vatikan (10,0), gefolgt von Gibraltar (11,3 km/h).

Mehr Informationen unter www.weltrekordreise.ch

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