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37. AvD-Oldtimer-Grand-Prix

Eifelwetter mit Krimi-Atmosphäre

37. AvD Oldtimer-GP – Impressionen Foto: heppypress 58 Bilder

62.000 Besucher erlebten einen abwechslungsreichen AvD-Oldtimer-Grand-Prix mit hochklassig besetzten Starterfeldern. Allein der zähe Nebel am Samstag vermieste die Laune. Alle Trainingsläufe und etliche Rennen fielen dem Wetter, das eine perfekte Atmosphäre für einen Edgar-Wallace-Film geboten hätte, zum Opfer. Dafür war das Fahrerlager so gut besucht wie eine Innenstadt in der Vorweihnachtszeit.

11.08.2009 Powered by

"Das war ein hartes Stück Arbeit", stöhnte Jos Koster, nach dem er sich den Helm vom Kopf gezogen hatte. Doch der Erfolg zauberte ein Strahlen auf das Gesicht des Fahrers aus den Niederlanden. Mit 0,9 Sekunden hatte er mit seinem Maserati 250F "Piccolo" (1958) vor Allen Miles (GB) in einem weiteren Maserati 250F (1958) die Zielflagge passiert und das Rennen der historischen Grand Prix-Wagen bis 1960 gewonnen.

62.000 Besucher trotzen dem Wetter und genießen die OGP-Atmosphäre

Der Brite hatte Koster rundenlang attackiert, aber keinen Weg an dem 250F der letzten Generation vorbei gefunden. "Unser Problem sind die Bremsen", erklärte Miles. "Aber beim nächsten Mal sind wir schneller".
 
62.000 Besucher erlebten einen abwechslungsreichen AvD-Oldtimer-Grand-Prix mit hochklassig besetzten Starterfeldern. Allein der zähe Nebel am Samstag vermieste die Laune. Alle Trainingsläufe und etliche Rennen fielen dem Wetter, das eine perfekte Atmosphäre für einen Edgar-Wallace-Film geboten hätte, zum Opfer. Dafür war das Fahrerlager so gut besucht wie eine Innenstadt in der Vorweihnachtszeit.
 
Großer Andrang herrschte auch in der Boxengarage von Rob Sherrard. Der Australier brachte den Sauber-Mercedes C9 mit zum Nürburgring, mit dem an gleicher Stelle vor 20 Jahren Jean Louis Schlesser und Jochen Mass den Weltmeisterschaftslauf gewannen. Mit dem C9 brachte Mercedes-Benz die Farbe Silber auf die Motorsportbühne zurück. "Mit dem Auto hier am Nürburgring zu starten ist schon ein ganz besonderer Moment", berichtete Sherrard, der eigens aus seiner Heimat zum Einsatz in der Eifel angereist war. "Hoffentlich verschwindet der Nebel bald".
 
Der 57-Jährige hatte Glück. Denn der Lauf der Gruppe C- und IMSA-Sportprototypen, die zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix starteten, konnte als einer der wenigen am Samstag gestartet werden. Sherrard nahm mit seinem Silberpfeil das Heft in die Hand und machte das Rennen zu einer Demonstration. Überlegen gewann er beide Läufe der historischen Gruppe C. Weder Peter Schleifer (Günzburg) im March 85G-Chevrolet (1985) noch Paul Livesey (GB) im Spice SP89-Cosworth (1991) hatten den Hauch einer Chance. Doch Livesey ließ sich von dem überlegenen Silberpfeil den Spaß nicht verderben. "Ich bin zum ersten Mal hier und liebe diese Strecke, aber auch das ganze Drumherum", schwärmte der Spice-Pilot. "Von mir aus hätte das Rennen zwei Stunden dauern können".

Rennkrimi vom Feinsten: Historische GP-Wagen bis 1865

Zum Rennen des Wochenendes entwickelte sich der Lauf der historischen Grand-Prix-Wagen bis 1965. Nach dem Start, der beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix traditionell durch das Senken der Flagge erfolgt, bestimmten Mark Piercy (GB) im Cooper T53-Climax 2.5 (1960) und Jason Minshaw (GB) im Brabham BT4-Climax 2.5 das Tempo. Doch als die beiden mit technischen Defekten in einer Runde ausfiel, schlug die Stunde von Rod Jolley (GB) im Cooper T45/51-Climax 2.5 (1958). Er übernahm die Spitze des Feldes der extrem leichten Formel-1-Wagen mit 1,5 Liter Hubraum sowie den Autos aus der australischen Tasman-Serie mit bis 2,7 Litern Hubraum.
 
Doch Jolley leistete sich einen Fehler und drehte sich, so dass Alan Baillie (GB) im Cooper T71/73 (1964). Trotz des mit einem leistungsmäßig unterlegenen 1,5-Liter-Motor bestückten Cooper bot Baillie seinem Landsmann die Stirn. Vom vierten Platz aus startete Jolley im sechs Jahre älteren Monoposto aus der legendären britischen Manufaktur eine Aufholjagd, die ihn auf den zweiten Platz zurückbrachte. In der letzten Kurve wagte er den Angriff. Doch Baillie behielt im Generationenkonflikt der Cooper die Oberhand und passierte mit 0,2 Sekunden Vorsprung die Zielflagge. "Das war ein echter Arbeitssieg", betonte der Cooper-Pilot. "Ich musste meinem Auto alles abverlangen".
 
Mit einem deutschen Doppelsieg auf den Spuren von Jo Bonnier endeten beide Rennen des ORWELL SuperSports Cup. Im Kampf der spektakulären ehemaligen CanAm- und Interserieautos gewann Timo Scheibner (Frankfurt a.M.) in seinem Lola T222-Chevrolet (1971) vor Mario Matteo Tullio (I) im March 707-Chevrolet (1970). Scheibner steuerte ein ehemaliges Interserie-Auto, das die Ecurie von Jo Bonnier in 1971 in der Interserie einsetzte. Der Frankfurter Spezialist für amerikanische V8-Motoren hat dem Lola die klassischen Farben von Bonniers Rennstall verpasst, in der einst Bonnier selbst und auch Vic Elford in der Interserie, europäischen Pendant der amerikanischen CanAm-Serie, starteten und zwei Podiumsplätze sicherten.
 
Während Scheibner sich über einen Doppelsieg in seinem bildschönen Lola freuen konnten, mussten viele seiner Mitstreiter die Segel streichen. Peter Hoffmann (Gondershausen) musste seinen McLaren M8FP-Chevrolet (1972) im zweiten Rennen abstellen. Auch das zweite Auto im Feld, mit dem Helmut Kelleners Anfang der 1970er Jahre in der Interserie startete, schied im zweiten Lauf aus. Frank Bradley (GB) parkte den March 717-Chevrolet im Kiesbett der ehemaligen Dunlop-Kehre. Im ersten Rennen verpasste er nur knapp den zweiten Platz. Pech auch für Serienkoordinator und Titelverteidiger Silvio Kalb (Dreieich): bei seinem March 76S-BMW (1976) löste bei voller Fahrt der Feuerlöscher aus und entlud das Löschmittel Richtung Gesicht. Kalb musste wie schon im ersten Rennen aufgeben wie auch Ex-Chevron-Werksfahrer John Burton (GB) im Chevron B26-Ford (1974). Burton erreichte im zweiten Rennen immerhin den neunten Gesamtplatz.

Klaus Ludwig gewinnt die Youngtimer-Trophy im Porsche 934/5

Schon der Auftakt des 37. AvD-Oldtimer-Grand-Prix sorgte, übrigens bei strahlendem Sonnenschein, für Motorsport ganz nach dem Geschmack der Zuschauer und Fahrer. Marcus Graf von Oeynhausen und Ex-DTM-Pilot Frank Stippler (Bad Driburg/Bad Münstereifel) gewannen im Jaguar E-Type Competition Roadster (1962) den AvD-Historic Marathon, der zum zweiten Mal auf der Kombination aus Grand-Prix-Kurs und Nordschleife ausgetragen wurde. Die Premiere der populären Youngtimer-Serie bei der historischen Großveranstaltung entschieden Klaus Ludwig und Chris Stahl (Roisdorf/Bonn) im Porsche 934/5 für sich. Einen ausführlichen Bericht dazu und zum ersten Auftritt der FHR Vintage erfahren Sie in der kommenden Ausgabe von Motor Klassik.

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