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41. AvD-Oldtimer Grand-Prix Nürburgring

Derek Bell auf den Spuren von Rekord-Stefan

Stefan Bellof, Porsche 956.007, Nürburgring Nordschleife, 28.05.1983 Foto: Porsche Archiv 69 Bilder

Beim 41. AvD-Oldtimer-Grand-Prix (9. bis 11. August) auf dem Nürburgring erinnert der fünffache Le Mans-Sieger Derek Bell in einem Werks-Porsche 956 an die Sensationsrunde seines Teamkollegen Stefan Bellof vor 30 Jahren: 6:11,15 Minuten.

06.06.2013 Dirk Johae Powered by

Werksfahrer Stefan Bellof war im Rothmans-Porsche 956 der erste Rennfahrer, der auf der 20,8 Kilometer langen Nordschleife des Nürburgrings eine Durchschnittgeschwindigkeit von mehr als 200 km/h erzielte. Mit der Trainingsrunde sicherte sich der 25-jährige Porsche-Pilot die beste Startposition für das 1000-Kilomter-Rennen, der dritte Lauf zur Langstrecken-Weltmeisterschaft. Mit einem 956 aus der Werkssammlung von Porsche startet sein damaliger Teamkollege Derek Bell am zweiten August-Wochenende beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix zu einer Erinnerungsrunde.

Sternstunde am Nürburgring

Der heute 71 Jahre Engländer lässt die Sternstunde der Nürburgring-Geschichte wieder aufleben: Die Rundenzeit von Stefan Bellof im 650 PS starken Gruppe C-Porsche wurde auf der Nordschleife nie wieder erreicht. Der Gießener war 17 Sekunden schneller als der Formel 2-Rundenrekord, der von seinem Landsmann Christian Danner gehalten wurde. Bellof war von seiner Rekordfahrt selbst überrascht: "Der Porsche wiegt 350 Kilogramm mehr als ein Formel 2, und ich muss viel früher bremsen."
 
"Eine schnelle Runde ist im 956 weitaus härter als in einem Formel 2", berichtete Bellof, der neben seiner Porsche-Verpflichtung einen Maurer-BMW in der F2-Europameisterschaft fuhr. Bernd Ostmann berichtete für auto, motor und sport von dem letzten Weltmeisterschaftslauf, der auf der Nordschleife ausgetragen wurde: "In den 55 Jahren seines Bestehens fordert der Eifel-Parcours immer noch von jedem das Letzte, beutelt Auto und Fahrer wie keine andere Rennpiste der Welt."

Auto ist knüppelhart und gelangt an die Grenzen der Physik

Übersetzt in die Sprache der Porsche 956-Fahrer heißt das: "Man wird durchgeschüttelt, das Auto ist knüppelhart, es springt, und man traut sich kaum die Hand vom Lenkrad zu nehmen, um den nächsten Gang einzulegen." Bei der Vorbereitung auf das Heimrennen überließ Porsche nicht dem Zufall: Bernd Ostmann berichtete in ams von "intensiven Vortests am Ring" und zitierte den Entwicklungsvorstand Professor Helmuth Bott: "Hier in der Eifel muss man das Auto einfach speziell abstimmen. Unsere Versuchsfahrten haben sich ausgezahlt."

Im Rennen jedoch sind die Grenzen der Physik stärker als das Fahrgenie Bellof: In der 20. Runde kracht er in Führung liegend hinter dem Pflanzgarten-Sprunghügel in die Leitplanke. Sein Teamkollege Derek Bell, der den Porsche 956 mit rund drei Minuten Vorsprung an Bellof übergeben hatte, schäumte: "Für mich war das überflüssig, ein schlechter Scherz." Trotz des eindeutigen Boxensignals "SLOW" fuhr Bellof weiter im Bestzeitenmodus - das erinnert an das Verhalten von Sebastian Vettel.

Mangelnde Kontrolle des Teams

Der Ärger von Derek Bell, der "den Mangel an Kontrolle durch das Team" ebenso bemängelte wie die "Überschwänglichkeit" seines deutschen Teamkollegen, ist verständlich: Am Ende der Saison fehlten im vier Punkte zum Titel in der Weltmeisterschaft, den sich Jacky Ickx sicherte. Der belgische Porsche-Werksfahrer gewann gemeinsam mit Jochen Mass das letzte Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings.

Wer war Stefan Bellof?

Im Jahr darauf betrieb Bellof Wiedergutmachung: Gemeinsam mit Derek Bell gewann er im Porsche 956 den ersten Weltmeisterschaftslauf auf der neuen Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings. Am Ende der Saison gewann der 1957 geborene Porsche-Werksfahrer aber selbst den Fahrertitel in der Weltmeisterschaft vor Jochen Mass und Bellofs Erzrivalen Jacky Ickx. Bell wurde Vierter.

1984 stieg Bellof auch in die Formel 1 auf und fuhr für das unterlegene Tyrrell-Team. Der tödliche Unfall des Deutschen beim Langstreckenweltmeisterschaftslauf am 1. September 1985 in Spa-Francorchamps beendete jedoch alle Hoffnungen. Stefan Bellof, der für die Saison 1986 bereits eine Zusage von Ferrari für einen Fahrerplatz in der Formel 1 besaß, wurde nur 27 Jahre alt.

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