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50 Jahre BMW 700

Rundes Jubiläum für BMW-Kleinwagen

BMW 700 Foto: BMW 18 Bilder

Von August 1959 bis 1965 fand der BMW 700 fast 190.000 Käufer. Als Nachfolger des glücklosen Kleinwagens BMW 600 machte der 700er eine steile Karriere. Nun feiert das einstige Erfolgsmodell seinen 50. Geburtstag.

09.06.2009 Powered by

Mitte der fünfziger Jahre stieg die Nachfrage nach viersitzigen Fahrzeugen. Der BMW 600 sollte ab 1957 die Nachfrage decken, die Kunden lehnten jedoch die Konstruktion mit Fronteinstieg ab. Danach versuchte die Entwicklungsabteilung aus wirtschaftlichen Gründen, einen konventionellen Kleinwagen unter möglichst weitgehender Verwendung von Teilen des BMW 600 zu kreieren. Doch dies wäre nur mit zahlreichen Kompromissen möglich gewesen. BMW  entschloss sich deshalb, mit einer neuen Auslegung des Aufbaus eine neue Lösung zu finden.

BMW 700 mit bewährter BMW 600-Technik

Trotzdem wurde auf bewährte Teile aus dem BMW 600 zurückgegriffen. So modifizierten sie für den neuen Kleinwagen die bewährte Vorderachse. Auch die Hinterradaufhängung wurde übernommen. Ebenso das voll synchronisierte Vierganggetriebe sowie das Kegelraddifferential vererbte der BMW 600 seinen den Nachfolger - und auch hier kam der von 600 auf 700 Kubikzentimeter vergrößerte Boxermotor zu Einsatz.

Schon Ende 1957, also vor dem Anlaufen des BMW 600, hatte der neue BMW Vorstand den Auftrag gegeben, in Zusammenarbeit mit einer italienischen Karosseriefabrik einen konventionellen Kleinwagen zu entwickeln und zu bauen. Bereits im Juli 1958 konnte der Wiener BMW Importeur und Autokonstrukteur Wolfgang Denzel seinen von Michelotti gezeichneten Wagen in Starnberg präsentieren. Im Oktober 1958 fiel die Entscheidung zugunsten dieses Entwurfs. Auf Basis diesen Entwurfs entwickelte BMW die beiden vorgesehenen Karosserievarianten Coupé und Limousine des BMW 700.

Erster BMW mit selbsttragender Karosserie

Der BMW 700 war der erste BMW mit selbsttragender Karosserie. Durch die selbsttragende Bodengruppe konnte rund 30 Kilogramm Gewicht eingespart werden. Außerdem war die Fertigung so leichter zu realisieren, was sich positiv in den Produktionskosten niederschlug. Schon der BMW 326, der von 1936 bis Kriegsbeginn in Eisenach gebaut wurde, hatte eine Rahmengruppe aus hochstegigen Blechträgern, die mit dem Aufbau fest verschweißt war.

Am 9. Juni 1959 wurde das zuerst fertiggestellte neue BMW 700 Coupé vor rund 100 internationalen Fachjournalisten in Feldafing nahe München präsentiert. Das Fahrzeug hatte einem Radstand von 2.120 Millimetern, eine vorderen Spur von 1.270 Millimetern und eine hintere Spur von 1.200 Millimetern. Das Auto kam auf ein Trockengewicht von unter 600 Kilogramm. Bei 5.000/min erreichte das 30 PS starke Zweizylinder-Coupé eine Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h.

Präsentation IAA 1959: BMW 700 Limousine und Coupé

Seine Publikumspremiere feierte der BMW 700 auf der IAA 1959. Für 5.300 DM einschließlich Heizung stand das neue Coupé auf dem BMW Stand in Frankfurt. Daneben stand die viersitzige Limousine, die Anfang 1960 in Serie gehen sollte. Mit einem Kaufpreis von 4.760 DM war sie um rund 600 DM günstiger als das Coupé. Die Limousine bot im Innenraum mehr Platz. Hier konnten vier erwachsene Personen gut sitzen. Die Limousine war zehn Kilogramm schwerer als das Coupé und kam auf 640 Kilogramm. Die Limousine beschleunigte von 0 auf 100 km/h in rund 30 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit lag bei 120 km/h ein.

Motorsport-Einsatz und sportliches 700er-Modell

Kurz nach Produktionsbeginn im Juli 1959 ging das BMW 700 Coupé auch im Motorsport an den Start. 1960 gewann Hans Stuck im BMW 700 den Titel des deutschen Bergmeisters. Aus dem Rennsport wurde eine sportliche Serienvariante abgeleitet und im Sommer 1961 präsentiert. Durch eine auf 9:1 erhöhte Verdichtung, eine schärfere Nockenwelle sowie eine Solex-Zweivergaseranlage leistete der Zweizylinder-Boxermotor nun 40 PS bei 5.700 U/min. Ein optionales Sportgetriebe und ein strafferes Fahrwerk mit härteren Stoßdämpfern sowie einem Drehstabilisator rundeten das sportliche Paket ab. Das Sportmodell sprintete in rund 20 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 135 km/h.

BMW 700 GT und RS
Außerdem entstanden für den BMW-Werkseinsatz zwei noch stärkere 700er-Modelle. Zuerst kam  1960 der 700 GT, bevor ein Jahr später der BMW 700 RS kam. Der 700 RS hatte einen Gitterrohrrahmen mit Aluminiumkarosserie, einen 70 PS starken Königswellen-Motor und wog knapp unter 600 Kilogramm. Je nach Übersetzung schaffte der RS zwischen 150 und 200 km/h. Damit gewann Walter Schneider 1961 den Titel des Deutschen Rundstreckenmeisters.

Nach den sportlichen Modellen brachte BMW noch weitere Varianten des BMW 700. Neben dem Grundmodell BMW 700 bot BMW ab Februar 1961 das Modell 700 Luxus an, das bei gleicher Technik besser ausgestattet war. Als exklusivstes Modell der 700er Baureihe erschien parallel das BMW 700 Cabriolet. Das Cabriolet wurde bei Baur in Stuttgart gefertigt. Die tragenden Elemente wurden hier versteift und das Wagenheck neu gestaltet. Auch im Cabrio wurde der stärkere Motor aus dem BMW 700 Sport verbaut.

Knapp 190.000 Einheiten bis 1965

Im Frühjahr 1962 kam die nächste Generation des BMW 700 auf den Markt. Die Limousine hatte eine 32 Zentimeter längere Karosserie. Die Limousinen-Modelle hießen fortan BMW LS und BMW LS Luxus. Das Coupé erhielt erst ab Herbst 1964 die neue Karosserie und rollte im letzten Produktionsjahr als BMW LS Coupé aus den Werkshallen. Bis 1965 fand der BMW 700 fast 190.000 Käufer.

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