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50 Jahre Mini

Mini im Motorsport: Die Geschichte einer Legende

Mini Motorsport Foto: McKlein 70 Bilder

Vor 50 Jahren rollte der erste Mini vom Band. Nicht nur auf der Straße wurde der kompakte Brite aus der Feder von Konstrukteur Sir Alec Issigonis schnell zum Dauerrenner. Wie die Erfolge im Motorsport den Kleinen ganz groß machten.

29.10.2009 Powered by

Plötzlich schlägt der Lichtkegel der Zusatzscheinwerfer eine Schneise in die Nacht der französischen Seealpen. Die Spike-Reifen der Zehn-Zoll-Minilitereifen krallen sich in die Schneedecke auf der verwinkelten Passstraße. Für einen Lidschlag blitzt der rote Lack in der Dunkelheit auf. Startnummer 117 rauscht vorbei. Zehn Sekunden später ist alles vorbei. "In der Nacht war es hier am Col de Turini immer besonders spannend", erzählt Jean-Piere Duval, der heute ein Restaurant an der ehemaligen Route der Rallye Monte Carlo betreibt. Damals, als 16-Jähriger war er einer von tausenden Zuschauer, die beobachteten, wie ein Mini Rennsport-Geschichte geschrieben hat.

Dreifacher Monte Carlo-König

Das war 1967. Der britische Kleinwagen ist gerade auf dem Höhepunkt seiner Rennkarriere angekommen. Zum dritten Mal rollte der Mini in der Werks-Tracht mit der Lackierung in Tartan-Red und weißem Dach vor die Fürsten-Loge in Monaco, um die Siegertrophäe der Rallye Monte Carlo in Empfang zu nehmen.
 
Vier Jahre zuvor hatte der britische Rallye-Zwerg erstmals bei der Mutter aller Rallyes aufgetrumpft. Nur 30,5 Punkte trennten den Iren Paddy Hopkirk und seinen Beifahrer Henry Liddon im Mini bei der Zieldurchfahrt vom schwedischen Favoritenduo Bo Ljungfeldt und Fergus Sager im deutlich stärker motorisierten Ford Falcon. Das Siegerauto mit der Startnummer 37 und dem schwarz-weißen Kennzeichen „33EJB“ wurde zur Ikone der Mini-Fans.
 
4,7 Liter Hubraum mit 285 Pferden gegen schmächtige 1071 Kubikzentimeter und 92 PS, scheinbar ein Kampf David gegen Goliath. Doch der Erfolg war kein Zufallstreffer. Auch im Jahr darauf triumphierte der knuffige Kleinwagen bei der Monte. Bei nahezu allen Konkurrenten stampfte ein kräftigeres Aggregat unter der Motorhaube, als beim erfolgreichen Mini-Duo Timo Mäkinen und Paul Easter. Auch der neu entwickelte Porsche 911 mit Porsche-Werksfahrer Herbert Linge wedelte bei seinem ersten Sporteinsatz überhaupt dem kleinen Briten auf den verwinkelten Passrouten in den französischen Seealpen nur hinterher.

Dominanz durch Leichtbau
 
"Der Mini war deutlich leichter und vor allem auch schmaler als die anderen Fahrzeuge. Dadurch war er sehr handlich und besonders wendig auf engen Strecken", erinnert sich Rauno Aaltonen. Bis heute ist der 71-Jährige Finne und Rallye-Europameister von 1965 mit acht Gesamtsiegen bei internationalen Rallyes der erfolgreichste Mini-Werksfahrer. "Mit dem kleinen Motor war es wichtig, dass man nicht zu viel Schwung verliert. Man musste die Kurven schneller fahren, da die leistungsstärkeren Konkurrenten auf den Geraden schneller waren. Insgesamt war der Mini damals das absolut beste Auto."
 
Das Motto Mini meets Motorsport entpuppte sich nicht sofort als Erfolgsgeschichte. Die Rennabteilung der British Motor Corporation (BMC) mit Sitz in Abingdon, war von dem Winzling aus der Feder von Konstrukteur Sir Alec Issigonis zunächst wenig begeistert. Zu klein und zu leistungsschwach lautete das Urteil. Doch der damalige Rennsportleiter Marcus Chambers glaubte an das Potenzial und die ersten Straßen-Mini wurden für den Motorsporteinsatz getrimmt. Teammanager Chambers kletterte dann beim Rallyedebüt, der norwegischen Viking Rallye im September 1959, sogar selbst hinter das Steuer.

Technische Probleme bremsten beim Rallye-Debüt
 
Der britische Rallye-Kleinwagen kämpfte zu Beginn seiner Karriere mit technischen Problemen. Vor allem die durchrutschende Kupplung bremste den Kleinwagen immer wieder bei den ersten Wettbewerben. Wenig verwunderlich, dass der Mini bei seinem dritten Renneinsatz 1959 nicht ins Ziel kam. Die drei gemeldeten Werksfahrzeuge fielen beim offiziellen Renndebüt im November 1959 bei der RAC Rallye alle aus. Ursache: Motoröl aus einem Kurbelwellenlager war in die Kupplung geflossen und hatte das bekannte Kupplungsrutschen verursacht.
 
Eine kreative Erste Hilfe-Maßnahme half vorübergehend. Um das Reibmoment zu verbessern, wurden die Kupplungen provisorisch mit Löschmittel aus Feuerlöschern oder Sand präpariert. Ein besserer Wellendichtring zwischen Hauptlager und Kupplungsgehäuse beseitige das Problem wenig später komplett. Für die Firmenleitung hatte der Rennsporteinsatz fortan einen entscheidenden Vorteil. Technische Probleme konnten im Motorsport erkannt werden und somit bei den Kundenfahrzeugen vermieden werden.

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