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NSU Prinz - Audi A1

50 Jahre nach dem NSU Prinz bringt Audi den A1

Foto: ams 12 Bilder

Audi präsentiert auf dem Pariser Salon seinen neuen Hoffnungsträger - den A1 - nach der Tokio Motor Show ein zweites Mal als Konzept - diesmal als Sportback. Ganz neu ist die Idee mit einem kleinen Viersitzer im Hause Audi nicht. Vor 50 Jahren feierte der NSU Prinz seine Premiere.

05.10.2008 Powered by

Schnittiges Design, kompakte Abmessungen und Platz für vier Personen - der Audi A1 will endlich seinem britisch-deutschen Vorbild Mini Cooper Paroli bieten - mit dem BMW seit Jahren den Rahm der wohl betuchten Kleinwagenkundschaft abschöpft. Viele hätten sich gewünscht, dass in Paris endlich das Serienmodell des Audi A1 seine lang ersehnte Weltpremiere feiern würde. Man kann sich Martin Winterkorn vorstellen, wie er mit großen Worten das neue Erfolgsmodell ins rechte Licht rücken würde. Die eine Hand in der Hosentasche; die andere mit großflächigen Gesten auf Fahrzeuge wie den neuen A1 deutend.

Jeder Golf ist ein Öko-Golf

Doch ist es bis auf weiteres der Golf, auf dem im Konzern die zentralen Öko-Hoffnungen ruhen. "Bei uns ist jeder Golf ein Öko-Golf. Unsere Sparmodelle lassen die viel gelobte Hybridtechnik alt aussehen", warb Winterkorn in Paris lautstark für die eigene Modellpalette. Und doch räumte er ein: "Vor uns liegt ein schwieriges Jahr 2009. Wir müssen den Kunden mit neuen, umweltfreundlichen Produkten begeistern." Schlüssel zum Audi-Erfolg ist der A1, der leider bis auf weiteres einen Fehler hat: Er ist noch nicht serienreif.

Mit dem auf dem alten Audi A4 basierenden Seat Exeo, dem neuen Audi S4, einer grandios gezeichneten Lamborghini-Limousinenstudie Estoque und einem überarbeiten Skoda Octavia hat der VW-Konzern auf dem Pariser Salon einiges im Köcher. Das ganze garniert mit einem Audi A1 Sportback Concept, der zwar mit Hybrid- und Designinnovationen glänzt, die Kunden jedoch noch mindestens ein Jahr auf die Folter spannt. Das hätte nicht so sein müssen. Gerade bei Audi war man sich der Wichtigkeit von Kleinwagen seit den Anfängen bewusst.

Audi mit Kleinwagenhistorie

Die Marke mit den vier Ringen trägt eine Kleinwagenhistorie in sich, die selbst Mini-Erfinder Sir Alec Issigonis alt dastehen lässt. NSU, einst einer der größten Motorradhersteller der Welt, kam in den 50er Jahren auf die Idee ein mehrsitziges Motorrad mit Dach auf den Markt zu bringen. So feierte der kleine NSU Prinz im Jahre 1958 und damit sogar ein Jahr vor dem legendären Mini seine Publikumspremiere. Knuffige 3,14 Meter lang bot der gerade einmal 20 PS starke Prinz bescheidenen, aber ausreichenden Platz für bis zu vier Personen. In Zeiten des florierenden Wirtschaftsaufschwungs wollten viele keinen Roller mehr fahren. Der Slogan "Fahre Prinz und Du bist ein König" wurde zum Programm und bereits ein Jahr später gab es erste Sportversionen von dem vierrädrigen Motorrad, dass von einem 600 Kubikzentimeter großen Zweizylinder im Heck angetrieben wurde. Doch Audi trägt noch mehr Kleinwagen-Gene. Als der NSU Prinz in den 70er Jahren eingestellt wurde, boten die Ingolstädter den Polo-Zwilling Audi 50 an um Einsteiger an die Marke zu binden.

Premium-Schrumpfung

Wie sich die Zeiten doch gleichen. Audi arbeitet mit Hochdruck am neuen A1. Schließlich prescht der Hauptkonkurrent Mini mit immer neuen Varianten von Verkaufsrekord zu Verkaufsrekord. Wie innovativ der kleine NSU Prinz war, zeigt sich gerade nach heutigen Maßstäben und insbesondere dem Hintergrund der Klima- und Verbrauchsdiskussion. Audi fährt dort hin, wo man vor 50 Jahren schon einmal war und Premium noch in den Sternen stand. "Mit einem Quantensprung in der Technik kann man auch einen entsprechenden Quantensprung im Design machen", blickt Audi-Chefdesigner Stefan Sielaff in die Zukunft. Beste Beispiele seien der legendäre NSU Ro 80 mit seinem Wankelmotor oder der Öko-Flop Audi A2, dessen Leichtbaukonzept niemand bezahlen wollte.

Klein und unverwechselbar scheint gerade für die nächsten Jahre wichtiger denn je. Hier bedient man sich gerne beliebter Sportversionen, die noch mehr Konturschärfe auf die per se wenig sportlichen Kleinwagenmodelle projizieren. Und das ist ebenfalls nicht neu. Der NSU Prinz machte sich insbesondere durch seine Sportversionen TT und TTS einen Namen. So wenig ändern sich die Zeiten.

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