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60 Jahre Bulli

Par-T-time

Foto: MoBa 194 Bilder

Der VW Bus, genannt Bulli, wurde 60 und VW ließ zu diesem Anlass eine riesige Party steigen. Über 70.000 Fans und mehr als 5.100 Bullis der Modellreihen T1, T2, T3, T4 und T5 kamen vom 5. bis zum 7. Oktober nach Hannover und legten so die wohl heißeste Bus-Spur der Geschichte.

09.10.2007 Powered by

60 wurde er, der Heckmotor der deutschen Nachkriegswirtschaft, das Kultmobil der Surfer, das Reisebesteck der Weltenbummler. Na ja, zumindest fast. Denn eigentlich feierte die Idee des niederländischen Volkswagen-Importeurs Ben Pon Jubiläum, der 1957 den Bulli in sein Notizbuch skizzierte und damit den Kleintransporter auf den Weg brachte.

Fans aus 28 Ländern

Den Fans war es egal. Bullis aus 28 Ländern und allen Baujahren verwandelten das prall gefüllte Expo-Gelände in eine wahre Weltausstellung mit multikulturellem Flair und die Autobahnen rund um Hannover schon am Freitag in Bulli-Land. Hier sorgten gemeinsam anreisende Clubs mit bis zu 300 Fahrzeugen nicht nur für Aufmerksamkeit, sondern mit Marsch-Tempo 80 auch für die ein oder andere Verkehrsbehinderung.

Die gab es auch im Hannoverschen Stadtgebiet, als sich der 150 Bulli starke Konvoi vom Nutzfahrzeugwerk seinen Weg zum Festgelände bahnte und damit das Treffen offiziell eröffnete.

Die längste Anreise nahm ein Teilnehmer aus Russland auf sich, der 2.587 Kilometer zurücklegte. 800 weitere starten ihre Anreise ebenfalls außerhalb der Landesgrenzen - 200 davon in den Niederlanden. Das Gros der Bulli-Fahrer strömte aber aus Deutschland zum ersten von VW organisierten Bus-Treffen.

Drei Tage Party pur

Und das hatte es in sich - Party pur, drei Tage nonstop. T1-Besitzer campierten neben T5-Eignern, Samba-Busse trafen auf moderne Multivans und die Pritsche fand ihren Platz gegenüber der Doppelkabine. Berührungsängste zwischen Handwerker-Bus und Edel-Van: Fehlanzeige. Im Gegenteil. Detailoptimierungen wurden mit Argusaugen untersucht, Verbesserungen ausgiebig erklärt und Erfahrungen bereitwillig weitergegeben. "Der Audi V8 passt ohne Probleme in den T3" erklärt Benjamin aus Hamburg bereitwilligst auf die Nachfragen zahlreicher Neugieriger, die ob des bollernden Sounds zusammengeströmt waren."Nur mit den Antriebswellen haben wir noch ein Problem".

Kommuniziert wurde in allen Weltsprachen und über alle Generationen und Kulturkreise hinweg, das Thema war aber stets das selbe - der Bulli und die ganz persönlichen Geschichten dazu. "Satte 1.500 Euro hab ich für die zwei Kisten Teile bezahlt", sagt Jürgen aus Göppingen und deutet auf Schachteln voller Dichtungen und Kleinteile. "Aber ohne die wird der T2 sonst nicht fit. Dafür werde ich wohl bald den Käfer abstoßen", rechtfertigt er den Schnäppcheneinkauf auf dem eigens eingerichteten Teilemarkt vor sich selbst.

Aus der britischen T1-Enklave wurde der Campingplatz unterdessen mit Ska- und Punk beschallt. Die kroatische Pritschen-Crew hielt mobil mit Pop dagegen. Und DJ Thomas - "ich habe 25.000 Titel in meiner Musikbox" - erfüllt selbst nachts um drei jeden noch so ausgefallenen Musikwunsch. Dazwischen wurde auf der Mainstreet gecruist und sich der La Ola-Bewertung der Laienjurys in Campingstühlen gestellt.

Akribischer erarbeiteten sich die offiziellen Juroren ihre Urteile in den Kategorien ältester, schönster, originalster und am besten aufgemotzter Bulli. Dichtungen wurden angehoben, Farbtöne verglichen, Stoffe und Ausstattungen begutachtet, bevor TV-Moderatorin Barbara Schöneberger auf der Show-Bühne die Gewinner samt Bussen präsentieren durfte.

The Who rockt den Bulli

Seinen musikalischen Höhepunkt erreichte die Bulli-Party am Samstagabend mit dem Auftritt der Kult-Band "The Who" vor 44.000 Zuschauern. "My Generation“ schmetterte Frontman Roger Daltrey in den Nachtimmel über dem Messegelände, lies das Mikro lässig über dem Kopf rotieren und schaffte spätestens mit "Magic Bus" den musikalischen Brückenschlag zur Generation Bulli, während Pete Townshend - der selbst bekennender Bulli-Besitzer ist - nach bewährter Manier schwungvoll im Windmühlenstil seine Gitarre bearbeitete. Kult traf Kult und der Musik-Act auch den Zahn derer, die die 60er musikalisch nicht erlebt hatten. Begeisterungsstürme ernteten sie jedenfalls beide - die Band und der Bulli.

Die Resonanz auf das Bulli-Treffen überwältigte selbst Nutzfahrzeug-Chef Stephan Schaller, der nur mit etwa 30.000 Besuchern und 3.500 Bussen gerechnet hatte: "Wir sind begeistert." Das Bulli-Treffen soll daher kein einmaliger Event bleiben - ein Termin für die Neuauflage stehe aber noch nicht fest. Dass die meisten Teilnehmer wieder kommen werden hingegen schon.

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