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60 Jahre VW (Reise)-Bus

Fünf Generationen und kein Ende in Sicht

VW BUS Foto: VW 51 Bilder

Reiselust und Automobil, das sind zwei Stichworte die sich im Klischee-Pott mit der Aufschrift "typisch deutsch" tummeln dürfen. Der VW Bus vereint diese beiden Begriffe und hat auch deshalb schon lange Kultstatus. Wir blicken auf 60 Jahre VW Bus als Reisemobil zurück.

23.08.2011 Dina Dervisevic

Was mittlerweile in der fünften Generation produziert wird, begann vor 60 Jahren mit dem VW Bus T1 und einer Camping-Box von Westfalia, die den VW Bus für den Wochenendausflug fit machte. Die herausnehmbare Einrichtung umfasst eine Sitzbank vor dem Heckmotor, einen Schrank über dem Motor, ein Sideboard hinter dem Fahrerhaus, ein Fach für den Benzinkocher und Polster, die zusammen mit der Heckbank eine Liegefläche bilden.

Die Schlange von kaufkräftigen Campingbegeisterten vor dem Volkswagen-Werk bleibt 1950 aber erst einmal aus. Es fehlt an Zeit und Geld. Der Grundpreis des T1 beträgt knappe 6.000 DM. Fast ein Jahrzehnt vergeht bis Volkswagen dann den 1.000 Campingwagen feiern kann und 1961 zehn Camper am Tag produziert.

VW Bus T1 ist ein Exportschlager in den USA

Das Mobiliar verändert sich über die Jahre, es gibt immer mehr Auswahl und Komfort. Mitte der 60er Jahre feiert das Hubdach seinen Durchbruch und der VW Bus T1 seinen einschlägigen Erfolg in Nordamerika: Bis zum Fertigungsende 1967 sind es 15.000 VW Campingbusse, die in die USA geschifft wurden.

Nach 17 Jahren VW Bus T1 ist es dann an der Zeit für größere Fensterflächen, eine serienmäßige Schiebetür und einen platzsparenden Boxermotor. Die Abmessungen des T2 sind erwachsener und auch die Ausstattungsliste hat sich weiterentwickelt. Bis zu 70 PS kann der Campingbus nun vorweisen und auf Wunsch gibt es sogar ein Automatikgetriebe.

100.000 VW Busse in zwei Jahrzehnten

1968, also nur ein Jahr nach Produktionsstart des T2, werden 100 Campingbusse pro Tag gefertigt. 1969 verlässt der 50.000 VW Bus das Band, 1971 bereits der 100.000. Die Amerikaner fordern den Volkswagen Campingbus ohne Unterlass an und Westfalia beschäftigt 1.000 Mitarbeiter. Die Käufer aus Übersee holen ihren VW Bus gerne selbst in Deutschland ab und weihen ihr neu erstandenes, mobiles Wohnzimmer mit einer Europareise ein. Bis 1970 wächst der Export auf 20.000 VW Busse an, rund 95 Prozent davon gehen in die USA. Die Deutschen, etwas zurückhaltender und natürlich nicht gleichermaßen bevölkerungsstark, knacken 1969 immerhin die 1.000-Marke bei den Zulassungszahlen.

1976 verabschiedet sich Volkswagen von den Trennwänden hinter den Vordersitzen und die Ausführung Berlin hält ihren Einzug. Mit der Klappsitzbank im Heck und der Küchen- und Schrankzeile links steht nun schon der Grundriss für den heutigen VW Bus California. Das Aufstelldach öffnet sich nicht mehr seitwärts, sondern vorne oder hinten, die Doppelverglasung verbessert die Isolierung und die Lamellen-Ausstellfenster die Belüftung.

1979 löst der VW Bus T3 seinen Vorgänger ab und bietet Interessierten wahlweise 50 oder 70 PS Leistung. Wer sich noch ein paar Jahre geduldete, hatte die Wahl zwischen Turbodiesel (70 PS), wassergekühltem Boxermotor (112 PS), Benziner mit Katalysator und dem allradgetriebenen Transporter synchro.

Raum zum Austoben im VW Bus T3

Größer und geräumiger bietet der T3 Bastlern und Tüftlern viel Raum zum Austoben. Bimobil, Road Ranger und Tischer bauen abnehmbare Wohnkabinen für den T3 Pritschenwagen, Tischer verlängert den Radstand, Varius entwickelt ein Dach, das abmontiert und umgedreht als Boot dient, Dehler verbaut eine Dusche mit Klappwanne.

Umsatzschlager ist aber der von VW und Westfalia gebaute Joker, dessen Basispreis sich 1979 auf 27.466 DM beläuft.

Den Joker baut VW ab 1988 in Eigenregie mit abgespeckter Ausstattung und tauft ihn auf den Namen California. Ohne serienmäßige Heizung und Doppelverglasung liegt er rund 10.000 DM unter dem Listenpreis des Joker. Ein Jahr später folgt die komfortablere Variante Atlantic.

Motor zieht um

Die Zeit einer T-Generation wird immer kürzer und 1990 startet die Produktion des VW Bus T4. Diese Wachablösung gleicht einer Revolution, denn Motor und Antrieb sind jetzt vorn. Benziner und Diesel mit jeweils vier und fünf Zylindern und Motorleistungen zwischen 61 und 110 PS stehen zur Auswahl. Der California präsentiert stolz seinen Gepäckraum im Heck und lässt sich dank niedriger Karosserie und flach aufliegendem Aufstelldach ungewohnt willig in Garagen, Parkhäuser und Waschanlagen manövrieren.

1992 wird die Palette um California Coach (kurzer Radstand), California Tour und California Club (lange Varianten) erweitert. Den Multivan gibt es als aufwendige Ausführung Multivan Allstar.

Auch die Ausbauer ruhen nicht: Dehler schafft zusätzlich Platz durch eine Heckverlängerung, aus Italien kommt der Teilintegrierte Wingamm, Bimobil, Nordstar und Tischer konstruieren feste und abnehmbare Alkovenkabinen.

Scheibenbremsen rundum, Airbags, ABS, TDI

1996 gibt es den California mit Scheibenbremsen rundum, Airbags und ABS. Drei weitere markante Buchstaben gesellen sich dazu: TDI. Anfängliche 102 PS werden bald um sparsame 88 PS, starke 150 PS, Automatikgetriebe und Allradantrieb erweitert. Der Innenraum wird ebenfalls einer Renovierung unterzogen. Von Vollholz über Kunststoff gibt es nun Möbel mit Echtholzstollen, ein längeres Dachbett, einen größeren Gepäckraum, Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber.

2003 betritt der VW Bus T5 die Bühne. Fünf neue Motoren mit vier, fünf und sechs Zyliner hat er im Gepäck: Zwei Benziner mit 115 und 230 PS und drei Diesel mit 104, 131 und 174 PS. Die beiden leistungsstärksten Motorausführungen bekommen sechs Gänge spendiert, auch im Falle eines Automatikgetriebes.

2004 freuen sich dann Campingbus-Begeisterte über den neuen California. Der entsteht erstmals in den Volkswagen-eigenen Hallen in Hannover und zwar in der beliebten Version mit Aufstelldach, das sich nun elektrohydraulisch auf- und einklappen lässt.

Moderner Komfort im VW Bus T5 California

Noch ein Jahr später folgt dann der California mit Hochdach. Die obere Liegefläche ist nun mit einem Lattenrost ausgestattet. Die Möbel lassen sich zusammenklappen und platzsparend verstauen, der Tisch kann auch das Outdoor-Esszimmer ergänzen, zwei Klappstühle sind serienmäßig und die Verdunkelung per Rollos ist ebenfalls eine Neuerung.

Was 1950 mit einem kleinen VW Bus und einer Westfalia Camping-Box begann, ermöglicht uns heute weiterentwickelten Komfort und Mobilität. Doch nicht nur diese Eigenschaften haben sich der modernen Zeit angepasst, auch die Preisgestaltung sieht heute natürlich anders aus: Der aktuelle California kostet ab 37.200 Euro. Volkswagen bietet den Campingbus aktuell in fünf TDI-Ausführungen mit 84, 102, 114, 140 und 180 PS an und einen Benziner mit Allradantrieb und 204 PS.

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