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7 günstige Youngtimer für den Winter

Klassiker von Mercedes bis Jeep für die Kälte

Günstige-Youngtimer-für-den-Winter-Motor-Klassik-Katalog Foto: Archiv 21 Bilder

Von klassischen Winterautos wird einiges gefordert: Sie sollen robust sein, gut einheizen, möglichst wenig kosten und natürlich mindestens so lange durchhalten, bis die ersten Krokusse sprießen. Wir haben sieben Kandidaten herausgesucht, die vielleicht noch länger bleiben dürfen.

24.09.2016 Kai Klauder 3 Kommentare Powered by

Für ein Statement

Verkannt, verbraten, verschrottet: Der Ford Sierra hat ein hartes Schicksal hinter sich. Für Ford sollte er bei seiner Präsentation 1982 die Zeitenwende symbolisieren. Weg vom Barock, von den US-amerikanischen Kanten und dem sachlichen Design, hin zu einer eigenen, unverwechselbaren Formensprache. Im Gegensatz zum 1980 erschienenen Escort durfte der Sierra als letzter Mittelklasse-Ford den Hinterradantrieb behalten, was uns Winterfahrern heute ein günstiges und robustes Auto beschert. Das Raumangebot ist großzügig, die Technik unkritisch. Nur das Blech blüht gerne braun auf. Ein Winter ist immer drin. Autos mit HU bis April 2017 kosten weniger als 1.000 Euro.

Ford Sierra 2.0i, ab 750€, 1982–1993, 1.993 cm3, 115 PS, 185 km/h, 2,7 Mio. Stück

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Großzügiges Raumangebot, unkritische Technik und der Heckantrieb machen den Ford Sierra zum Winter-Youngtimer.
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AMI Youngtimer im Box-Design. Der Jeep Cherokee kommt mit Allrad und stabilem Aufbau. Er macht auch vor Bergen nicht halt.

Für die Schönheit

Diese Türgriffe! Als der Alfa Romeo 156 auf der IAA 1997 vorgestellt wurde, war das Erste, worauf sich die hechelnde Meute der Alfa-Fans stürzte, die elegant versteckten Öffner der Fondtüren. Sie sind im Fensterrahmen integriert und täuschen eine Coupé-Optik vor. Gut gemacht, Walter da Silva, doch der 156 trumpft beileibe nicht nur mit seinem Design. Da ist die herausragende Technik mit DOHC-Motoren, ein gelungenes Fahrwerk, das auf dem des Fiat Tipo basierte, aber mit Doppelquerlenkern vorn und der von Lancia übernommenen Camuffo-Hinterachse in einer anderen Liga spielte. Mittlerweile wissen wir, dass auch die Langzeitqualität des 156 gut ist. Jetzt kaufen, die Preise sind im Keller.

Alfa Romeo 156 2.0 TS, ab 850€, 1997–2005, 1.970 cm³, 155 PS, 216 km/h, 683.000 Stück

Für die Vernunft

Der Mercedes 190 ist der Prototyp des Langzeitautos: solide und reparaturfreundlich konstruiert, die Technik bei minimaler Pflege gut für mindestens zehn Weltumrundungen, die Motoren dabei auch noch genügsam. Vor allem die Vierzylinder-Einspritzer wollen wir Ihnen ans Herz legen. Als 190 E 2.0 mit 122-PS-Motor kann der W 201 schon alles, was ein modernes Auto auch kann – mindestens. Das aufwendige Fahrwerk mit Raumlenkerachse und Servo-Kugelumlauflenkung macht auf Autobahn, Landstraße und im Parkhaus eine ausgezeichnete Figur. Für den Wintereinsatz eine dicke Schicht Wachs auf den Unterboden spritzen. Ein großer Sandsack im Kofferraum sorgt für Traktion.

Mercedes 190 E 2.0, ab 2.500€, 1983–1993, 1.996 cm³, 122 PS, 193 km/h, 1,8 Mio. Stück

Günstige-Youngtimer-für-den-Winter-Motor-Klassik-KatalogFoto: Archiv
Der Alfa 156 überzeugt durch schicken Coupé-Look und herausragende Motoren-Technik.

Für Feinde des Rosts

Einen Sandsack kann man sich beim Audi 80 B3 sparen – außer man will die Untiefen des Kofferraums auf ein erträgliches Niveau anheben. Entweder wird nur die Vorderachse angetrieben oder es ist einer der seltenen Quattro mit Allradantrieb. Der B3 kann 30 Jahre nach seiner Vorstellung als Anschauungsobjekt für die Etablierung der Ingenieursmarke Audi gelten. Die herausragende Verarbeitung und Rostvorsorge sowie die Aerodynamik setzte in der Mittelklasse Maßstäbe. Idealer Antrieb ist der unkaputtbare 1,8-Liter-VAG Motor, der in 833.384 Exemplare des Audi 80 eingebaut wurde. Die Preise beginnen bei weit unter 1.000 Euro. Selbst Topexemplare erzielen kaum mehr als 2.500 Euro.

Audi 80 1.8 S, ab 1.000€, 1985–1991, 1.781 cm³, 90 PS, 182 km/h, 1,15 Mio. Stück

Für die grobe Arbeit

Als es darum ging, ein modernes, kleines und verbrauchsgünstiges Auto für den Universaleinsatz in den USA zu entwickeln, war der Jeep Cherokee die ultimative Antwort. Statt eines V8 treibt ihn ein Sechszylinder-Reihenmotor mit vier Litern Hubraum an, der meistens weniger als 15 Liter auf 100 km schluckt – so viel zu den Maßstäben. Doch immerhin überrascht der Cherokee mit seinem Gewicht, das nur knapp über eineinhalb Tonnen liegt. Zum idealen Winterauto machen ihn sein stabiler Aufbau und der robuste Allradantrieb. Berge stellen Herausforderungen und keine Probleme dar, und selbst bei artgerechtem Einsatz taugt die Technik auch noch, wenn sämtliche Karosseriebleche weggegammelt sind. Von Box-Design sollte man sich allerdings nicht allzu große Hoffnungen auf viel Platz machen. Hier ist er wieder ganz Ami: Außen auf groß und wichtig achen, innen nur wenig bieten, das gilt auch für die Materialien und die Verarbeitung. Dafür ist eine gute Heizung und meist eine Klimaanlage an Bord. Für die aktuellen Marktpreise ein Kauftipp.

Jeep Cherokee (XJ), ab 2.500€, 1984–2001, 3.963 cm³, 184 PS, 180 km/h, 2,3 Mio. Stück

Fürs Schleudertrauma

Jetzt mal ehrlich: Ein Mittelmotor-Roadster mit bewährtem Vierzylinder der K-Serie, 120 PS bei knapp 1.000 Kilo Gewicht, ein Hydragas-Fahrwerk, das Komfort ebenso drauf hat wie Sport. Und das Ganze für um die 2000 Euro. Wer einen Grund braucht, den MG F nicht zu kaufen, muss schon tief graben. Und stößt auf die mangelhafte Verarbeitungsqualität – typisch britisch, geschenkt. Das Kühlsystem mit geringem Flüssigkeitsvolumen will immer gut im Auge behalten werden. Das Hydragas-Fahrwerk sollte korrekt eingestellt sein – es fiel übrigens mit der optischen und technischen Überarbeitung zum MG TF ab 2002 weg. Ansonsten gibt es kaum Argumente gegen den MG F. Das Verdeck sollte in Ordnung sein, sonst sind rund 1.200 Euro fällig. Wenn das Stoffdach defekt ist, lässt sich der Preis formidabel herunterhandeln. Statt es dann für rund 1200 Euro zu reparieren, kauft man ein Hardtop (mit heizbarer Heckscheibe) für den Winter. Die Trennung wird schwerfallen – und so genießt man den Wagen ab dem Frühling nur noch offen, wie es sich für einen britischen Roadster gehört. Spaßtipp.

MG F 1.8, ab 2.200€, 1995–2002, (TF: 2002–05), 1.796 cm³, 120 PS, 203 km/h, 77.269 Stück

Für die Tradition

Limousine, Vierzylinder, Fehlfarben: Wer den Preis seines Winter-E36 drücken will, sollte diese drei Kriterien wählen. Denn so gibt es einen BMW 318i mit weniger als 125.000 Kilometern und aus maximal dritter Hand schon für unter 2.000 Euro. Einen Grund für die günstigen Preise liefert die hohe Stückzahl. Der neue Dreier entwickelte sich für BMW zum Bestseller und Umsatz-Champion. Ein anderer Grund ist das Image als Mauerblümchen: Der E36 will erst noch entdeckt werden. Dabei macht der Vorgänger E30 vor, wie kurz der Weg zum gesuchten Klassiker sein kann. Dem E36 steht dasselbe bevor, er hat schließlich alles an Bord, was einen Youngtimer interessant macht: ein agiles Fahrwerk, das sportlichen Komfort bietet, tolle Motoren, die dank Steuerkette durch Wartungsfreundlichkeit glänzen, und eine gute Rostvorsorge. Besonders empfehlenswert für den Wintereinsatz ist der 1,8-Liter-Vierzylinder M43B18, der mit gutem Durchzug und günstigem Verbrauch glänzt. Das große Manko des E36 ist das Platzangebot, auch damit steht er in der Tradition der 3er-Reihe.

BMW 318i (E36), ab 1.600€, 1990–2000, 1.796 cm³, 115 PS, 201 km/h, 2,35 Mio. Stück

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Wer kommt auf solche Ideen? Sierra, 190er und E36 als Winterauto zu empfehlen? Das sind allesamt Heckschleudern alter Schule. Wir selbst hatten ein 325iA Coupe - seinerzeit (1995) ein traumhafter Wagen, im Winter jedoch kaum zu gebrauchen. Der Wagen endete übrigens damit, dass auf herbstnasser und mit Laub belegter Straße der Hintern herumkam und die Front in die Leitplanke einschlug. Gottlob bei sehr geringer Geschwindigkeit. Soviel zur Wintertauglichkeit.

Die benannten Heckschleudern, allesamt bis auf die späten E36 ohne aktuelle Sicherheitstechnik, als Winterauto auzupreisen ist daher schlichter unfug. Warum kein Verweis auf einen Mazda 626 oder Toyota Carina? Selbe Baujahre, tatsächlich zuverlässig (im Gegensatz zum 156, von dem MG Cabrio (!) )nicht zu reden) und mit Frontantrieb sicher unterwegs, dazu auch nicht hässlicher als ein Sierra. Warum nicht etwa auf einen Subaru Lagacy verwiesen wird erschließt sich auch nicht. Dürfte hier der wahre Geheimtip sein.

Zu empfehlen ist tatsächlich der Audi 80, wobei hier darauf hinzuweisen wäre, dass das Modell 89 - und nur in diesem war der 1.8er erhältlich (das Heck zeigt den Typ B4, das Cockpitt den Vorgänger B81) nicht mit akutellen Sicherheitsausstattungen (Airbag, ABS (oder gab es ggf. ABS?) erhältlich war. Dies ist beim B4, der auch über einen ordentlichen Kofferraum verfügt, oftmals enthalten. Hierzu schweigt sich der Artikel freilich aus.


Als Winterfahrzeug empfinde ich die Empfehlung von Youngtimern ohne halbwegs aktuelle aktive wie passive Sicherheitsausstattung doch recht bedenklich, zumal hier Fahrzeuge angepriesen werden, die Aufgrund Ihres Antriebskonzeptes im Winter eher ungeeignet sind. Am Rande: Mein Alltagswagen ist ein Jaguar XF, Heckantrieb (jedoche mit den technischen Sicherheitselementen der Neuzeit gesegnet), dazu gehört mir ein ebenfalls heckgetriebener 1975er 450 SL. Ich habe daher sowohl eine Neigung zu Hecktrieblern, als auch zu Old-/Youngtimern - indes sollte man sich hinsichtlich des Einsatzes ihrer Eignung gewahr werden - und zum Winterauto taugen sie nicht. Insofern gehen die Empfehlungen bis auf den Audi und ggf. den Jeep, dessen Zuverlässigkeit ich nicht einschätzen kann m.E. völlig fehlt und bieten dem Leser keinerlei vernünftigen Informationsgehalt. Schade. Eigentlich ein schönes Thema.

sepp107 26. September 2016, 12:22 Uhr
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