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75 Jahre Hockenheimring

Ring of Feier

Foto: Eberhard Reuß 61 Bilder

Auf dem langen Weg vom Kurpfalzring der Vorkriegszeit über das einzigartige Motodrom in den Sechzigern bis hin zum modernen Formel 1-Zweckbau des 21. Jahrhunderts wurde hier so manche Windschattenschlacht geschlagen: Der Hockenheimring wird 75.

29.05.2007 Powered by

Nach seinem dritten Sieg hier in Folge, 1990, verfasste Ayrton Senna in philosophischen Worten die Poesie der Ideallinie, stimuliert durch die Faszination von Höchstgeschwindigkeiten von fast 360 km/h und Rundenzeiten unter 1.38 Minuten: "Wenn ich aus dem Motodrom in den Wald hinausfahre, ist das wie in einem Tunnel. Ich genieße diese Einsamkeit in jeder Runde, während frische, kühle Luft in mein Cockpit strömt. Wenn ich ins Motodrom zurückkomme, spüre ich die dichte Atmosphäre des vollbesetzten Motodroms, eine Euphorie wie in einem überfüllten Stadion."

Das Plädoyer des dreifachen Weltmeisters für die Hochgeschwindigkeitspiste gipfelte in der Ansicht: "Auf keiner Strecke der Welt fühle ich mich so glücklich und frei." Die ersten Rennen am Rande von Hockenheim wurden am 29. Mai 1932 ausgetragen - auf einer Piste, die etwas mehr als zwölf Kilometer Länge maß. Man fuhr auf öffentlichen Straßen, teils auf staubigen Feld- und Waldwegen, teils auf asphaltierten Straßenstücken wie jenem, das bis an die damals knapp 10.000 Einwohner zählende badische Kleinstadt reichte.

Autorennen seit 1938

Trugen zu Beginn nur die Motorrad-Piloten ihre Rennen zur Deutschen Clubmeisterschaft aus, fanden ab 1938 auf einer nunmehr geänderten Strecke auch Rennen für Automobile statt. Der ursprüngliche Dreieckskurs, der in seiner nördlichen Ausdehnung einst bis an die Ortsgrenze von Oftersheim heranragte, wich einer Piste mit nahezu ovaler Form von 7,7 Kilometer Länge, mit beiden Waldgeraden, der damals schon leicht überhöhten Ostkurve und der Stadtkurve - dort, wo heute die Hockenheimer Feuerwehr Quartier bezogen hat. Gefahren wurde entgegen der heutigen Fahrtrichtung. Erst die geplante Autobahn Mannheim -Walldorf sollte die Bahn durchschneiden.

Eine neue Strecke musste her, ein Motodrom. Als es im Mai 1966 eröffnet wurde, durften die Besitzer der Strecke, der Badische Motorsport Club und die Stadt Hockenheim, stolz sein: Eine Anlage mit stadionähnlicher Arena, das gab es so nicht mal auf den Ovalpisten Amerikas. Schnell wurde der nunmehr 6,769 Kilometer lange Kurs zu einem Synonym für aberwitzige Windschattenschlachten.

Ahrens: "Vor der Ostkurve hatte man Respekt"

Kurt Ahrens, einer der besten deutschen Formel-Fahrer der sechziger Jahre, erinnert sich: "Vor der Ostkurve hatte man Respekt, da wurde gelupft. Auf den Geraden genoss ich die Ruhe, man hatte viel Zeit, sogar für derbe Scherze."

Die Formel 2-Spezialisten arbeiteten mit allen Tricks, so wie beim Rheinpokal- Rennen im Juni 1968. In der letzten Runde, 200 Meter vor dem Motodrom, fuchtelte Ahrens plötzlich mit einer Pistole im Cockpit herum: "War ja nur eine Spielzeug-Knarre. Das hat aber den Engländer neben mir so erschreckt, dass er prompt vom Gas ging. Ich wollte ja gewinnen." Keine zehn Wochen zuvor hatte Ahrens die dunkelste Stunde des Rings erlebt. Bei der Deutschland-Trophäe, einem verregneten Lauf zur Formel 2-EM, verunglückte Jim Clark, vermutlich wegen eines Reifenschadens.

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