Mit Kosten von mehr als 1,4 Milliarden Euro wird die Fernstraße nach Angaben des hessischen Wirtschaftsministeriums die teuerste Autobahn Deutschlands sein. Mehrere hundert Schaulustige, darunter viele Bewohner, aber auch Abgeordnete des hessischen Landtags, nahmen an dem Festakt teil. Umweltschützer, die gegen den Weiterbau immer wieder erfolgreich geklagt hatten, waren nicht gekommen. "Wir wollen die beiden Länder unseres Vaterlandes auch auf dem Wege der Infrastruktur zusammenbringen", sagte Tiefensee. Er betrachtete den Bau der Fernstraße zwischen Hessen und Thüringen im Zusammenhang mit anderen Verkehrsprojekten, die den Westen und den Osten Deutschlands miteinander verbinden.
60 Millionen Euro vom Bund
Für die Umsetzung des Projekts sagte der Minister 60 Millionen Euro vom Bund zu. "Investitionen, auch in Verkehrsprojekte, sind Investitionen in die Wirtschaftskraft Deutschlands", sagte Tiefensee. Er wies auch auf die Entlastung für die Orte an der Bundesstraße 7 hin, die täglich von etwa 16.000 Kraftfahrzeugen passiert werden. Koch hob ebenfalls die Bedeutung der Autobahn als Verbindung von Westen nach Osten hervor. "Wir wollen in der Mitte des nächsten Jahrzehnts auf dieser Autobahn fahren: Von Kassel bis Görlitz und noch ein Stück weiter", sagte er. Das Bundesverwaltungsgerichts hat mit seiner Entscheidung vom 12. März zunächst nur den Bau eines etwa vier Kilometer langen Abschnitts der Autobahn gestattet. Doch Koch wertete den Richterspruch als Grundsatzentscheidung. Es werde in Zukunft zeitlich parallele Planfeststellungsverfahren und Baustellen geben statt wie bislang zeitlich stark versetzte.
Zuletzt war der Bau der 64 Kilometer langen Autobahn im Mai 2005 per Gericht gestoppt worden. Umweltverbände kritisierten den Spatenstich vom Donnerstag. "Dieser sorglose Umgang mit Steuergeldern ist erschreckend", hieß es vom ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland. Der Ausbau der Bundesstraße hätte genügt. Die "Aktionsgemeinschaft Verkehr Nordhessen" sah einen "Spatenstich gegen die Menschen". Die Autobahn gefährde die Umwelt, damit säge der Mensch an dem Ast, auf dem er sitze.
A44: Umstrittene Autobahn wird ausgebaut
Nach jahrzehntelangem Streit hat am Donnerstag (10.4.) der Bau der Autobahn 44 zwischen Kassel und Eisenach begonnen. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) gaben in der Nähe von Hessisch Lichtenau bei Kassel mit einem ersten Spatenstich den Startschuss für die auf sieben Jahre angelegten Bauarbeiten.
Autor: dpa



