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Abgasmanipulation auch bei Porsche?

KBA untersucht Porsche Cayenne

Porsche Cayenne S Diesel, Frontansicht Foto: Arturo Rivas 42 Bilder

Nach einem Bericht des Spiegel untersucht das Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg auf Weisung des Bundesverkehrsministeriums den Porsche Cayenne wegen des Verdachts auf Abgasmanipulation.

12.06.2017 Holger Wittich 4 Kommentare

KBA-Tests laufen und werden angepasst

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums erklärte, es liefen generell Tests wegen des Verdachts von Abgasmanipulation bei einer Vielzahl von Fahrzeugtypen und dieses Tests seien noch nicht abgeschlossen. Es gebe aber immer wieder neue Hinweise: „Dementsprechend werden sie angepasst und fortgesetzt“, sagte der Sprecher gegenüber dem Spiegel.

Porsche Cayenne S Platinum Edition Getriebesoftware mit Abgasproblem Zulassungsstopp und Rückruf für Cayenne

Hintergrund: Ein Insider hat dem Nachrichtenmagazin den Hinweis gegeben, dass im Porsche Cayenne mit dem Dreiliter-V6-TDI eine Abschaltvorrichtung verwendet wird, die erkennt, ob das Fahrzeug auf einem Prüfstand getestet oder im Straßenverkehr bewegt wird. Diese Software soll in der Getriebesoftware als Aufwärmmodus getarnt sein. Auf dem Prüfstand werden die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten, bei Lenkradbewegungen oder bei einer Steigung erkennt die Software, dass der Cayenne auf der Straße bewegt wird und wechselt in ein anderes Schaltprogramm. In Zusammenarbeit mit dem TÜV Nord konnte das Schaltprogramm auf dem Prüfstand aktiviert werden und die Emissionen stiegen deutlich an. „Die bei diesem Test gemessenen Abgaswerte liegen über dem für die Typenzulassung geltenden Grenzwert“, sagte der TÜV-Prüfleiter Helge Schmidt dem Spiegel. Martin Führ, Verwaltungsrechtsprofessor der Hochschule Darmstadt erklärte nach der Sichtung der Testunterlagen weiter: „Porsche verwendet hier eine Abschalteinrichtung, die nach europäischem Recht verboten ist“.

Tests für Porsche nicht nachvollziehbar

Ein Porsche-Sprecher sagte dem Blatt: Die Tests seien für Porsche nicht plausibel nachvollziehbar, bei eigenen Tests mit einem vergleichbaren Fahrzeug wurden die gesetzlich geforderten Sickoxid-Grenzwerte in beiden Schaltprogrammen erfüllt.

Real-Abgastests Renault mit Negativrekord

Erst kürzlich hatte Audi in Europa 24.000 Dieselmodelle der Baureihen A7 und A8 mit dem Dreiliter-V6-TDI in die Werkstätten gerufen. Audi sprach hier von einer „proaktiven Überprüfung der Getriebesoftware in verschiedenen Modellvarianten“. Der Grund sei, „dass die Motordrehzahl in manchen Bereichen ungünstig von der Getriebesoftware beeinflusst wird“, so Audi. Die Software verursache NOx-Werte, die zum Teil um 20 bis 100 Prozent über dem Grenzwert der Euro-5-Abgasnorm liegen, nach der die Fahrzeuge eingestuft sind. Nach Angaben von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat Audi eine unzulässige Software zur vorübergehenden Reduzierung des Abgasausstoßes verwendet. Eine vom Kraftahrtbundesamt und Volkswagen eingesetzte Untersuchungskommission habe festgestellt, dass bei Lenkwinkeln über 15 Grad die Stickoxidwerte im Abgas bis zu doppelt so hoch seien wie bei Geradeausfahrt. Weil während Prüfstandsfahrten auf der Rolle das Lenkrad nicht bewegt wird, habe das Bundesverkehrs-Ministerium „festgestellt, diese Funktion eine Prüfstandserkennung darstellt und damit eine unzulässige Abschalteinrichtung ist“, so Dobrindt weiter.

In unserer Fotoshow finden Sie die von auto motor und sport ermittelten Emissionswerte aktueller Fahrzeuge.

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Neuester Kommentar

Ich verstehe es nicht, die untersuchen eines der Motoren welcher Bestandteil des Dieselgates in den USA ist? Seit September 2015 ist dieser, nennen wir es "Misstand" bekannt. In Kanada wurde das ganze sehr schnell mit der Zahlung diverser Milliarden Dollar beigelegt. In Südkorea gab es Verkaufs- und Fahrverbote für die betroffenen Dieselfahrzeuge, es betraf nicht nur für den Volkswagenkonzern und es ist noch kein Ende in Sicht ... In der Schweiz hat die EMPA (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) im Auftrag des Bundes diverse Dieselfahrzeuge überprüft. Bei sämtlichen Probanden gab es so einiges zu beanstanden. Die Abschaltung der Abgasreinigung geschieht zum Beispiel bei Audi und Fiat nach 22 Minuten, bei Mercedes unter 10 Grad Celsius, bei Opel sogar schon unter 17 Grad. Auch ganz interessant: oberhalb von 850 Metern über Meer (das höchste Prüflabor Europas liegt in Madrid auf 700 Meter) wird die Abgasreinigung auch abgeschaltet. Bei allen getesten Fahrzeugen lag der NOx-Ausstoss in jeder Phase der Fahrt zwischen 600 und 1400 mg/km; Abgasuntersuchungen anderer Labors bestätigen die Schweizer Untersuchung.

Adresse für Rückfragen

Christian Bach
Automotive Powertrain Technologies
Tel. +41 58 765 4137
christian.bach@empa.ch

Imhotep 13. Juni 2017, 22:07 Uhr
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