Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

VW-Abgasskandal in den USA

Dieselgate kostet Volkswagen mehr als 15 Mrd Dollar

VW USA TDI Foto: VW 36 Bilder

Volkswagen muss wegen des Diesel-Abgasskandals in den USA mehr als 15 Milliarden Dollar für Rückkäufe, Entschädigungen und Strafen ausgeben. Das US-Gericht hat nun dem Vergleich nun final zugestimmt. Bei den betroffenen 3,0-Liter-V6-Diesel-Modellen gibt es jedoch aktuell Probleme mit den Behörden.

25.10.2016 Uli Baumann 3 Kommentare

VW investiert in Null-Emission-Autos und gleicht überhöhte NOx-Werte aus

Die Gesamtsumme des Vergleichs mit der US-Umweltbehörde EPA sowie den Privat-Kläger und Besitzern von Diesel-Fahrzeugen beläuft sich auf 14,733 Mrd. US-Dollar. Alleine für den Rückkauf von 499.000 Zweiliter-TDI-Modellen (rund 460.000 VW- und 15.000 Audi-Modelle) muss der Konzern 10,033 Mrd Dollar in einen Fonds einzahlen. Diese Summe ist erforderlich, wenn sich alle Kunden für einen Rückkauf oder eine vorzeitige Leasingrücknahme entscheiden. Das ist ab kommende Woche möglich.

Des Weiteren wird VW in Absprache mit der EPA und der CARB Umweltprogramme in den USA unterstützen. Dazu zählt ein Ausgleichsfonds für die überhöhten NOx-Werte der 2.0-Liter-TDI in Höhe von 2,7 Mrd. Dollar für drei Jahre, sowie eine ein Investment von 2,0 Mrd Dollar über 10 Jahre in die Infrastruktur von Null-Emissions-Fahrzeugen.

Der vorsitzenden Richter Charles R. Breyer vom United States District Court for the Northern District of California hat am Dienstag (25.10.2016) dem Vergleich final zugestimmt. Es handele sich um eine faire und angemessene Lösung, so Breyer. Auch Volkswagen zeigte sich erleichtert über das grüne Licht vonseiten der Justiz: Der Vergleich sei ein „wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, die Dinge in den USA wieder in Ordnung zu bringen“, sagte der VW-Chef in den USA, Hinrich Woebcken.

VW hat Rückstellungen in Höhe von 16,2 Mrd Euro getätigt

Des Weiteren hat der Konzern eine Übereinkunft mit den Staatsanwälten von 44 US-Bundesstaaten geschlossen, wonach ein Vergleichsbetrag von 603 Millionen US-Dollar gezahlt wird, um bestehende und künftige Verbraucherschutzklagen beizulegen.

Bereits in seinem Jahresabschluss 2015 hatte Volkswagen für technische Umrüstungen und Rückkäufe 16,2 Milliarden Euro zurückgestellt.

Kein Schuldeingeständnis von VW

Volkswagen legt in einer Mitteilung großen Wert darauf, dass die verkündete Vereinbarung „kein Schuldeingeständnis von Volkswagen“ darstelle. Auch seien die Verpflichtungen nicht geeignet außerhalb der USA Anwendung zu finden. „Die Regelungen zu Stickoxid (NOx) Emissionsgrenzwerten für Fahrzeuge in den USA sind sehr viel strenger als in anderen Teilen der Welt und die Motorenvarianten unterscheiden sich ebenfalls erheblich. Dies macht die Entwicklung technischer Lösungen in den Vereinigten Staaten schwieriger als in Europa oder anderen Regionen der Welt, wo die Umsetzung eines genehmigten Programms zur Anpassung von TDI-Fahrzeugen, mit dem die UN/ECE und europäischen Abgasnormen vollumfänglich erfüllt werden, in Übereinkunft mit den entsprechenden Behörden bereits begonnen hat.“

Bedeutet in letzter Konsequenz: Eine solche Vereinbarung für Kunden in Europa wird es nicht geben, da man hier auf eine technische Nachrüstung setzt. Erst vor wenigen Tagen, forderte die EU ebenfalls Ausgleichszahlungen für VW-Kunden in Europa.

Probleme mit Dreiliter-Motoren noch nicht geregelt

Mit der Vereinbarung ist die Diesel-Abgasaffäre von VW in den USA jedoch noch nicht vom Tisch. Bei den ebenfalls vom Abgasskandal betroffenen Dreiliter-Diesel gibt es weiter Probleme. Die CARB (California Air Resources Board) hat die Reparatur der 16.000 Fahrzeuge abgelehnt. Die Agentur nannte die Vorschläge in einige Bereichen „unvollständig und mangelhaft“. So habe VW den Reparaturprozess nicht ausreichend beschrieben und nicht genügend Daten für eine Rückruf gesammelt. Nach Angaben der Automotive News könnte die CARB einen Rückkauf der Fahrzeuge erzwingen, wenn die Reparatur-Vorschläge nicht ausreichend sind.

Es laufen noch strafrechtliche Verfahren gegen den Konzern und auch die vom Abgasskandal betroffenen Dreiliter-Diesel-Fahrzeuge sind nicht von der aktuellen Vereinbarung abgedeckt. In den USA sind mit diesem Motor rund 80.000 Modelle betroffen.

In unserer Bildergalerie finden Sie die in Europa vom Dieselskandal betroffenen Modelle und wie VW die Fahrzeuge umrüsten will.

Neuester Kommentar

Es ist also kein Schuldeingeständnis wenn man sich freikauft weil eine technische Lösung vor dem Verkauf der Killerdiesel nicht möglich war. Ja, das klingt logisch.

Umwasgehteshiereigentlich 26. Oktober 2016, 17:13 Uhr
Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Autokredit berechnen
Anzeige