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VW-Abgasskandal in den USA

Dieselgate kostet Volkswagen mehr als 15 Mrd Dollar

VW USA TDI Foto: VW 36 Bilder

VW ist im Dieselabgasskandal in den USA einen Schritt weiter gekommen. Wie die „Tagesschau“ berichtet, hat VW einen Vergleich mit dem US-Justizministerium und den amerikanischen Umweltbehörden EPA und CARB erzielt.

25.10.2016 Uli Baumann 3 Kommentare

Die Lösung umfasse die Option, dass VW einen Großteil der betroffenen Dieselwagen zurückkaufe, wenn keine technische Lösung gefunden wird. Derzeit würden die Aufsichtsbehörden noch prüfen, ob sie eine Umrüstung genehmigen können. Außerdem zahle VW „substanziellen Schadensersatz“ an die Besitzer, verkündete der zuständige US-Richter Charles Breyer zum Auftakt der Gerichtsanhörung. Zuguterletzt muss der Wolfsburger Konzern einen Umweltfond auflegen, um die Luftverschmutzung zu kompensieren, die durch die überhöhten Abgaswerte entstanden sind.

Breyer forderte nach Spiegel-Informationen zudem einen detaillierten Plan zur Reparatur der rund 580.000 Dieselwagen, die in den Vereinigten Staaten von der Affäre um manipulierte Emissionswerte betroffen sind. Die Frist für die detaillierte Einigung setzte Breyer auf den 21. Juni.

So oder so: Die Lösung wird teuer. Das Handelsblatt berichtet unter Verweis auf informierte Kreise, dass VW zusätzlich rund zehn Milliarden Euro zurückstellt. Nach dem Bekanntwerden des Skandals im September hatte der Konzern bereits 6,7 Milliarden Euro zurückgestellt. Zusammengenommen wird das Ergebnis also mit 16,7 Milliarden Euro belastet: Volkswagen muss sich auf den größten Verlust in der Firmengeschichte einrichten.

Keine Signalwirkung für europäische Kunden

Dass dieser Deal in den USA sich anschließend auf die Situation in Europa mit etwa 8,5 Millionen Fahrzeugen übertragen lässt, schließt Volkswagen in einer eigenen Pressemitteilung vorsorglich aus. Wörtlich heißt es da: „Die sich nun abzeichnenden Regelungen in den USA werden in Verfahren außerhalb der USA keine rechtlichen Wirkungen entfalten“.

Weltweit haben 11 Millionen Fahrzeuge des Konzerns eine illegale Software („defeat device“) an Bord, die Prüfstandsläufe erkennt und außerhalb die Abgasreinigung (>> so funktioniert die Reinigung von Dieselabgas) größtenteils außer Kraft setzt. Werden die Fahrzeuge auf einen legalen Softwarestand umgerüstet, können sich die Verbrauchswerte erhöhen, wie ein Test von auto motor und sport mit VW Amarok vor und nach der Umrüstung gezeigt hat. In Deutschland ist die Umrüstung der betroffenen Fahrzeuge deshalb ins Stocken geraten. VW muss seine Pläne vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) abnehmen lassen; höhere Verbrauchswerte würden eine andere Steuereinstufung bedeuten.

Andere Hersteller tricksen beim Abgas mit Temperaturfenster

Das KBA hat in der Folge auch 58 Modelle anderer Hersteller auf auffälliges Abgasverhalten untersucht und dabei festgestellt, dass die meisten Hersteller die Abgasreinigung in weiten Temperaturbereichen außerhalb des für den Prüfstandszyklus vorgeschriebenen (22 Grad) abschalten, offiziell aus Gründen des Bauteileschutzes. Die Veröffentlichung der exakten Ergebnisse seiner Tests verweigert das Amt allerdings derzeit noch.

Die „Welt“ hatte mit Berufung auf Verhandlungskreise bereits vorab berichtet, VW wolle jedem betroffenen Kunden in Amerika 5.000 Dollar zahlen. Das würde sich angesichts der in den USA betroffenen Fahrzeuge für VW Kosten in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar bedeuten. Davon unabhängig werde VW die Kosten für die Umrüstung des jeweiligen Autos tragen. Ein Sprecher des deutschen Autokonzerns wollte den Bericht nicht kommentieren.

Der VW-Konzern verhandelte seit Monaten mit den Umweltbehörden EPA und CARB über die Reparatur oder den Rückkauf der rund 580.000 manipulierten Dieselautos in den USA.

Unklar ist, welche weiteren Entschädigungszahlen etwa für Anleger auf VW zukommen. Auch was eventuelle Entschädigungen für europäische Kunden und den Aufwand für die Umrüstung der insgesamt 11 Millionen betroffenen Dieselfahrzeuge angeht, sind noch keine endgültigen Summen in Sicht.

Der Vergleich in den USA ruft in Deutschland die Verbraucherschützer auf den Plan. Diese pochen auf die Gleichbehandlung von Kunden in den USA und Deutschland. „Wenn Volkswagen geschädigten Kunden in den USA 5.000 Dollar zahlt, steigt die Ungerechtigkeit gegenüber deutschen Kunden“, zitiert der „Spiegel“ Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesvorstand (VZBV). Auch in Deutschland dürften Kunden, die VW-Fahrzeuge mit manipulierten Dieselmotoren gekauft hätten, nicht auf Schäden sitzen bleiben.

Probleme mit Dreiliter-Motoren noch nicht geregelt

Mit der Vereinbarung ist die Diesel-Abgasaffäre von VW in den USA jedoch noch nicht vom Tisch. Bei den ebenfalls vom Abgasskandal betroffenen Dreiliter-Diesel gibt es weiter Probleme. Die CARB (California Air Resources Board) hat die Reparatur der 16.000 Fahrzeuge abgelehnt. Die Agentur nannte die Vorschläge in einige Bereichen „unvollständig und mangelhaft“. So habe VW den Reparaturprozess nicht ausreichend beschrieben und nicht genügend Daten für eine Rückruf gesammelt. Nach Angaben der Automotive News könnte die CARB einen Rückkauf der Fahrzeuge erzwingen, wenn die Reparatur-Vorschläge nicht ausreichend sind.

Es laufen noch strafrechtliche Verfahren gegen den Konzern und auch die vom Abgasskandal betroffenen Dreiliter-Diesel-Fahrzeuge sind nicht von der aktuellen Vereinbarung abgedeckt. In den USA sind mit diesem Motor rund 80.000 Modelle betroffen.

In unserer Bildergalerie finden Sie die in Europa vom Dieselskandal betroffenen Modelle und wie VW die Fahrzeuge umrüsten will.

Neuester Kommentar

Es ist also kein Schuldeingeständnis wenn man sich freikauft weil eine technische Lösung vor dem Verkauf der Killerdiesel nicht möglich war. Ja, das klingt logisch.

Umwasgehteshiereigentlich 26. Oktober 2016, 17:13 Uhr
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