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Absatzkrise

Erstem Zulieferer droht Insolvenz

Foto: Mercedes

Als Folge der Finanzkrise und der Absatzflaute auf den Automärkten steht ein erster größerer Autozulieferer auf der Kippe. Dem Unternehmen Gimotive/Stankiewicz mit Sitz in Adelheidsdorf bei Celle droht die Insolvenz.

14.11.2008

Rund 1.300 Jobs in Deutschland sind gefährdet. Der Branchenverband VDA nannte als Hauptgrund eine Kreditklemme und erhob schwere Vorwürfe gegen die Banken. Eine Sprecherin von Gimotive/Stankiewicz sagte am Donnerstag (13.11.), der Zulieferer habe einen Liquiditätsengpass. Sie verwies auch auf fehlende Zahlungseingänge wegen Produktionskürzungen bei Kunden. Falls die Banken nicht die Tilgung und die Zinsen für die laufenden Kredite aussetzten, drohe die Insolvenz. Bis zum Wochenende müsse eine Lösung gefunden werden.

Das Unternehmen produziert etwa Schallisolationen und Gummi-Bodenbeläge. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, kritisierte: "Es kann nicht sein, dass Arbeitsplätze gefährdet sind, nur weil einzelne Banken plötzlich auf die Kreditbremse treten." Die Banken müssten sich ihrer Verantwortung stellen. "Die Bundesregierung hat einen Rettungsschirm für die Banken ja gerade deshalb aufgespannt, damit eben dies nicht passiert."

Kreditklemme bedroht Zulieferer

Es sei vor allem die Kreditklemme, die die Existenz mancher Zulieferer bedrohe. "Das heißt, zukunftsfähige und gut aufgestellte Zulieferer leiden unter den Folgen der Finanzmarktkrise, weil ihre Refinanzierung nicht mehr sichergestellt ist." Die Sprecherin von Gimotive/Stankiewicz sagte, die Geschäftsführung führe Krisengespräche mit Banken und Kunden. Der Landesbezirksleiter der IG BCE, Peter Hüttenmeister, sagte, die Gewerkschaft sei an den Rettungsgesprächen beteiligt. "Es wäre ein Hammer, wenn ein niedersächsisches Unternehmen vor die Hunde gehen würde, weil Banken Kreditlinien nicht verlängern."

Gimotive/Stankiewicz hat in Deutschland neben dem Hauptstandort Adelheidsdorf bei Celle mit rund 600 Beschäftigten Standorte auch in Hamburg, Hameln, Bad Friedrichshall (Baden-Württemberg), Straubing (Bayern) und Friedrichroda (Thüringen). Zudem hat das Unternehmen Standorte etwa in den USA und Frankreich und weltweit rund 2.100 Mitarbeiter. Im Jahr 2007 erzielte die Gruppe einen Umsatz von rund 272 Millionen Euro. Nach VDA-Darstellung stehen die Kunden des Unternehmens, darunter nach Firmenangaben etwa Audi, BMW und Daimler, in einem "engen und konstruktiven" Dialog mit der Geschäftsführung des Zulieferers. Bei Gimotive/Stankiewicz handle es sich um einen "zuverlässigen Lieferanten mit einem soliden Restrukturierungsplan". Die Kunden hätten mit dem Zulieferer entsprechende Verträge über Neuentwicklungsprojekte und zukünftige Lieferungen abgeschlossen.

VDA: "Banken verbauen mittelständischen Unternehmen die Zukunft"

Der VDA kritisierte, die beteiligten Banken weigerten sich, die Kündigungsrechte weiter auszusetzen, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Damit drohe die Kündigung der Kreditlinie. Die Banken verbauten einem mittelständischen Unternehmen die Zukunft. Laut VDA mehren sich in den vergangenen Wochen Nachrichten von Autozulieferern, dass einige Geschäftsbanken, zu denen auch Landesbanken gehörten, zunehmend Kreditzusagen verteuerten, zurückzögen, oder Kredite kurzfristig fällig stellten. Damit sei die Existenz gerade von kleinen und mittelständischen Betrieben bedroht. Dies würde den Verlust von mehreren tausend Arbeitsplätzen in Deutschland bedeuten.

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