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Abwrackprämie

Auch Premiumhersteller profitieren

Foto: Hans-Dieter Seufert 17 Bilder

In den vergangenen Tagen sah es zunächst so aus, als sei die neue Abwrackprämie für Altautos für die deutschen Premiumhersteller ein Schuss in den Ofen. Die Kunden stürmten vor allem bei Kleinwagenanbietern aus dem Ausland die Verkaufsräume. 

02.02.2009

Dort fallen die angebotenen 2.500 Euro Prämie für den verschrotteten alten Wagen besonders ins Gewicht. Der französische Autobauer Renault zum Beispiel hat nach eigenen Angaben in Deutschland im Januar deutlich mehr Kleinwagen und Fahrzeuge der Marke Dacia verkauft als im Vorjahresmonat. Doch mittlerweile registrieren auch Mercedes, BMW und Audi eine deutlich gestiegene Nachfrage. Mit zusätzlichen Lockangeboten wollen sie in den kommenden Wochen nun Kunden ködern und sich ihr Stück vom 1,5 Milliarden Euro schweren Abwrackkuchen der Bundesregierung sichern.

BMW/Mini: Kleinwageninteresse legt zu

"Es bilden sich zwar noch keine Schlangen, was wir aber auf jeden Fall feststellen ist ein höheres Interesse", sagt Sprecher Alexander Bilgeri von BMW. "Wir hatten in einigen Niederlassungen Neujahrsempfänge und da waren die Häuser voll." Wie sich die Prämie letztlich in den Verkaufszahlen niederschlage, sei zwar noch offen, mit Zuwächsen sei aber zu rechnen. "Die Interessenten sind jetzt im Autohaus. Wir rechnen damit, dass ab Februar mehr passiert."

Gefragt seien vor allem kleinere Modelle wie der 1er oder der Mini sowie Jahreswagen mit einer höheren Kilometerlaufleistung, sagte Bilgeri. Insbesondere für junge Leute sei die Prämie interessant. "Wir sehen zum Beispiel viele Studienabgänger, die ihr altes Auto abgeben und sich den Traum vom 1er oder Mini erfüllen wollen." Um zusätzliche Kaufanreize zu geben, wolle BMW auch verstärkt Sonderaktionen starten. Dabei sei aber weniger an direkte Zulagen denn an besondere Service- und Ausstattungspakete sowie günstige Zinsen gedacht.

Mercedes: 2.500 Euro Extra-Prämie für Lagerfahrzeuge

Einen Schritt weiter geht hier der Stuttgarter Konkurrent Daimler. Unabhängig von einer möglichen Abwrackprämie des Staates will der Konzern Käufern eines Mercedes bis Ende März nochmal 2.500 Euro zusätzlich zahlen. Kunden könnten also einen Preisvorteil von bis zu 5.000 Euro einheimsen, sagt ein Sprecher. Das Angebot sei aber auf Lagerfahrzeuge beschränkt. "Wir sind optimistisch, dass sich das auch in Kaufimpulsen niederschlägt." Das Interesse jedenfalls sei da. "Die, die das gut finden, sitzen in den Startlöchern und jetzt dürfte es losgehen."

Audi: Nachfrage wächst

Auch bei Audi in Ingolstadt scheint die Nachfrage anzuspringen. "Wir haben ein positives Feedback aus dem Handel. Es werden mehr Angebote eingeholt und auch mehr Käufe registriert", sagt eine Sprecherin. Auch hier interessierten sich die Kunden vorrangig für kleinere Modelle wie den A3 und A4 sowie für Gebrauchtwagen. Bei Audi seien ebenfalls zusätzliche Angebote geplant. Bei Barzahlung winke eine Prämie von bis zu 2.500 Euro. Außerdem seien günstige Finanzierungsangebote vorgesehen. Dennoch dämpfte die Sprecherin die Erwartungen: "Die Händler sagen, jetzt muss man sich mal die nächsten Wochen anschauen. Wir werden auf jeden Fall aber weniger profitieren als die Volumenhersteller."

Lob für Steuereinigung

Einhelliges Lob kommt von den Herstellern vor allem aber für die Einigung auf eine CO2-basierte Kfz-Steuer. Damit sei die lange währende Unsicherheit endlich aus der Welt, heißt es. Doch ob Abwrackprämie, neue Steuer und zusätzliche Vergünstigungen tatsächlich die gewünschte Wende bringen oder nur ein Strohfeuer bleiben, müssen die kommenden Wochen zeigen. Einen ersten Hinweis dürften die Zulassungszahlen für den Januar geben, die der Verband der Automobilindustrie (VDA) voraussichtlich am kommenden Dienstag vorlegen will.

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