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Abwrackprämie - Fahren statt verschrotten

Mitleid-Crisis: Rettet die Youngtimer! Vier Kandidaten

Mercedes Benz 300 CE Foto: Frank Herzog 5 Bilder

Vielen Youngtimern auf dem Weg zur Liebhaber-Reife geht’s an den Kragen. Die Verschrottungsprämie beißt ausgerechnet in jenem Restwertsegment bis 2500 Euro zu, in dem G-Kat-Autos um 1990 zu Hause sind.

29.05.2009 Alf Cremers Powered by

Tatort Kirchheim bei München. Mit ängstlicher Vorsicht rollt der Mercedes 300 CE im Schritttempo auf das Gelände des großen Metall-Recyclers Preimesser.

Die Blechberge auf den Schrottplätzen wachsen immer schneller

Bei dem klirrend scheppernden Lärm hört man noch nicht einmal, ob der Motor läuft. Geschickt werden die Metallspäne auf dem Boden umfahren, sie würden die teuren Michelin-Pilot-Reifen aufschlitzen.

Langsam geht es vorbei an bunten Stapeln plattgedrückter und aufgebahrter Autos. Die Doppelscheinwerfer eines BMW 318i mit Chromstoßstangen blicken mit anklagender Leere aus dem Chaos der Zerstörung. Der Schriftzug auf dem Heckdeckel ist noch dran. Drüben stehen scharenweise Autos auf Abruf, sie warten auf ihre Hinrichtung.

Ein weißer Volvo 740 GL Kombi ist darunter, ein dunkelblauer BMW 520 i der E 34-Baureihe, ein silberner Mercedes 230 E mit blauen Velourspolstern, ein früher 124er ohne Saccobretter, ja sogar ein maroder 260 SE mit riesigen Rostlöchern im Schweller und aufgequollenem Radlaufchrom blitzt aus dem verwilderten Haufen roter, schwarzer und weißer Kompaktwagen hervor. VW Golf II Bistro, Nissan Micra K10, ein Opel Corsa B und auch ein VW Golf III stehen schon Schlange vor dem Stahlschafott.

Die gnadenlose Stahlplatte kriegt sie alle klein

Die Abwrackprämie sorgt für einen regelrechten Boom, zerlegt wird wie am Fließband, eifrige Arbeiter in Blaumännern sind damit beschäftigt, verwertbare Teile zu bergen. Aber die ganz alten, die über 20-Jährigen, werden komplett gefaltet und zu schweren, kompakten Quadern gepresst. Vorher kommt noch der unheimliche Greifer zum Einsatz, der auch den impalafarbenen 300 CE fürs Aufmacherfoto mit jenem spielerischen Nervenkitzel bedroht, aus dem leicht bitterer Ernst werden kann. Er hebt eine anderthalb Tonnen schwere große Stahlplatte vom Boden auf und lässt sie auf die Autodächer fallen. Dann sind sie so platt wie der 3er-BMW mit dem verzweifelten Blick, und die Wracks werden vor dem Quadern erst mal Platz sparend übereinandergestapelt.

Vier Kandidaten, die definitiv zu schade für die Pressee sind

Der Mercedes 300 CE bleibt verschont, obwohl er aufgrund des geringen Werts von 2.000 Euro locker unter die Prämie fiele. Auch nach 20 Jahren und 232.000 Kilometern ist er durchaus gesund und lässt sich mühelos auf Euro 2 nachrüsten. Um die Alternative Fahren statt Verschrotten aufzuzeigen, haben wir noch drei andere schadstoffarme Youngtimer auf dem Gebrauchtwagenmarkt aufgespürt, die zum Schreddern eindeutig zu schade sind. Die Preise solcher Autos sind im Keller, Schnäppchenjäger haben Hochsaison. Viele Exportmärkte saugen die Alten nicht mehr auf. Wie wäre es mit einem gut erhaltenen Mercedes 190 E 2.6 für nur 900 Euro?


Unsere vier Kandidaten

1. BMW 525i

2. Mercedes-Benz 300 CE

3. Audi 200 turbo

4. Mercedes-Benz E 220 T

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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