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ACEA

Finanzkrise bedroht Jobs

Foto: Opel

Die europäische Autoindustrie rechnet mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Russland oder Asien. "Die Finanzkrise hat Auswirkungen auf die Autoindustrie, weil es generell schwieriger wird, die laufenden Geschäfte, also Produktion und Innovationen, zu finanzieren", sagte die Sprecherin des Dachverbands ACEA, Sigrid, de Vries am Donnerstag (9.10.) in Brüssel.

09.10.2008

"Zum zweiten wird es für die Kunden schwieriger, den Autokauf zu finanzieren." In den vergangenen Tagen haben bereits mehrere Hersteller eine Drosselung ihrer Produktion beschlossen.

"Die Autoindustrie steht unter Kostendruck", sagte sie. Die Kosten könnten aber auch nicht an die Kunden weitergegeben werden. Am Ende drohe der Verlust von Jobs in Richtung Russland oder Asien. "Schon im Juli und im August hatten wir wegen des gesunkenen Verbrauchervertrauens und der hohen Spritpreise bei den Registrierungen Einbrüche verzeichnet", sagte de Vries. "Jetzt haben sich die Aussichten weiter verdüstert." Die Politik müsse handeln. "Steueranreize sind auf EU-Ebene zu wenig koordiniert."

ACEA fordert EU-Unterstützung

Der ACEA fordert ein milliardenschweres Hilfspaket der EU. Konkret soll ein niedrig verzinstes Kreditpaket über 40 Milliarden Euro die Entwicklung sparsamerer Fahrzeuge und auf Kundenseite den Austausch älterer Autos fördern. "Die Förderung von Verschrottungen wäre ein Signal, in neue, umweltfreundliche Autos zu investieren", sagte de Vries. Europas Autobranche sieht sich auch durch ein gut 18,4 Milliarden Euro schweres US-Kreditprogramm zur Unterstützung amerikanischer Hersteller benachteiligt. "Wir wollen jetzt erstmal die Debatte anstoßen", sagte de Vries. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy habe bereits Unterstützung signalisiert. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas habe sich aber skeptischer gezeigt. "Aber auch in der EU-Kommission versteht man, dass die Lage ernst ist."

Einige der europäischen Hersteller haben zwar mit Überkapazitäten zu kämpfen. Mit Blick auf die Konkurrenzfähigkeit im globalen Wettbewerb sei aber "ganz viel passiert in den letzten Jahren", sagte de Vries. "Es gab Restrukturierungen und die Industrie ist heute besser aufgestellt." Zwar seien die Produktionskosten höher als in Asien. "Aber dafür ist die Qualität unserer Autos auch besser, das ist ein Wettbewerbsvorteil, an dem man aber auch festhalten muss."

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