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8 Gründe, die Essen Motor Show 2015 zu besuchen

Das macht die Tuning-Messe einzigartig

Essen Motor Show 2015, Samstag, Rundgang, Skurriles, Teaser Foto: Roman Domes 45 Bilder

Nur Tuning-Verrückte und knapp bekleidete Girls? Ja, auch, aber nicht nur! Wir nennen 8 Gründe, unbedingt nach Essen auf die Kult-Messe zu fahren.

28.11.2015 Roman Domes Powered by

Zum 48. Mal findet die Essen Motor Show in diesem Jahr statt, und sie steckt noch lange nicht in der Midlife-Crisis. Automessen seien ein Relikt der Vergangenheit? Wer weiß: Wenn es um Neuheiten und Weltpremieren geht, mag das sicher stimmen.

Doch wer würde dazu nach extra nach Essen reisen? Auf die IAA in Frankfurt, ja, sicher, nach Essen fährst du aber aus anderen Gründen. Wir sind am ersten Samstag durch die Hallen geschlichen, haben gelauscht und die Messe-Atmosphäre geschnuppert. Wortwörtlich.

1. Hier ist das Tuning noch so richtig oldschool

Die Karre tieferlegen, breite Schlappen auf den VW Polo vom Typ 86c schnallen und eine dicke Anlage mit 3.000-Watt-Verstärker einbauen ist out? Quatsch. Tief, breit, laut: So geht das in Essen - die Fans sind begeistert. "How deep?" steht auf einem extrem tiefen VW Golf V, dessen Kotflügel fast die gesamte obere Hälfte des Rades verdecken.

In einem Nissan 350 Z namens "Bluelady" (nicht Fairlady) wummert der Bass aus dem Kofferraum, der gar keine mehr ist, sondern nur noch Stereoanlage, natürlich mit Bildschirm darüber, für die abendliche Parkplatz-Sause.

2. In Essen wird dein Spieltrieb befriedigt

Zuerst kam der Gameboy, dann die Playstation und mit 18 endlich das Auto. Für die Besucher der Essen Motor Show 2015 ist das Auto auch ein bisschen Spielzeug. Und dass man nie zu alt zum Spielen ist, wissen auch die Aussteller auf der Tuning-Messe.

Mit ferngesteuerten Autos fahren, sich in Simulatoren aller Couleur quetschen oder in Halle 2 zum Transformer in Gestalt eines Ford Mustang werden: In jedem Winkel der Messe kann man etwas ausprobieren. Schön.

3. Hier ist die Stimmung gelöster als anderswo

Woran das liegt? Gute Frage, vielleicht, weil die Leute hier vor allem eines haben wollen: Spaß. Keine aufwendigen Moderationen über Firmenstrategie, Geschäftsberichte oder Zukunftsaussichten, sowas gibt es hier nicht. Stattdessen viel Gelächter, ungezwungene Unterhaltungen, Easy-Going.

Die einzigen, die hier böse schauen, sind die Hot-Rod-Boys, doch auch die langbärtigen Kustom-Fans tauen auf, wenn man sie über ihre Autos ausfragt. Die einzige Gefahr, die dann noch besteht, ist die, dass man selbst zum Hot-Rod-Fan wird. Natürlich käme dann nur einer mit gechopptem Roof in die Garage.

4. Weil in Essen einfach die Post abgeht

In der DMAX-Motorsport-Arena stopfen sich bereits morgens um 10 die Massen in den eng bemessenen Raum. Warum? Hier ist es laut, stickig, etwas düster. Egal: Die Drift-Jungs begeistern einfach alle - sogar zunächst skeptisch dreinschauende ältere Damen mit ihren Enkeln an der Hand. Klatschen, Beifall, "Yeah!"-Rufe.

Und wer geduldig genug ist, sich anzustellen, kann sogar ein paar Runden als Beifahrer mitfahren, und zwar nicht nur bei den Driftern. Auch Ring-Racing lässt zwei VLN-Renner schnelle Runden auf dem rutschigen Untergrund drehen: einen BMW 125i mit knapp 300 PS und den brüllenden Lexus IS F mit V8-Dampfhammer.

5. Hier gibt's Motorsport in (fast) jeder Form

Apropos Rennwagen: Vor lauter Tuning wird oft die große Motorsport-Präsenz vergessen. Dabei hat die Essen Motor Show faszinierend viele Renner in den Hallen geparkt. Vom "Rallye Dakar"-Truck den Jacky Ickx in den 1980er-Jahren pilotierte und der noch immer - oder schon wieder - voller Matsch ist, über Formel-Rennwagen von Dallara bishin zum neuen Porsche 919 Hybrid, dem Siegerauto vom 6-Stunden-Rennen am Nürburgring.

Timo Bernhard gibt lässig am Heckflügel lehnend ein paar Autogramme - doch nicht jeder kennt ihn. Das führt zu ein paar ulkigen Szenen vor dem Nürburgring-Stand. Mark Webber würde wohl jeder kennen.

6. Weil es in Essen die abgefahrensten Autos gibt

Jean Pierre Kraemer ist in Essen der wohl geheime Star. Nun ja, so geheim nun auch wieder nicht. Auffällig viele junge Männer tragen Kappen mit dem Firmenlogo von Kraemers Tuning-Unternehmen "JP Performance". Auf dem Messe-Stand der Dortmunder parken wilde Fahrzeuge, vom Lamborghini Aventador über den Nissan GT-R bishin zu funkelnden VW Golf - quasi für jeden Geschmack etwas.

Bei einem Auto, das etwas versteckt in Halle 12 parkt, bleiben die Blicke besonders oft hängen: Bert van de Klundert hat es mitgebracht: den Porsche 964 powered by RUF, umgebaut vom Japaner Akira Nakai. Diesen Namen kennen Fans. Genau wie auch dessen Unternehmen "Rauh Welt Begriff", das sich auf den Breitbau von Porsches spezialiert hat.

7. Weil hier schon Mittags gefeiert wird

Die Essen Motor Show darf man nicht mit dem etwas angestaubten Begriff "Automesse" bezeichnen, das weckt falsche Erwartungen. Es ist wohl eher eine riesige Party, auf der schon morgens um 9 das erste Bier aufgerissen wird, natürlich im "bayerischen" Biergarten.

Red Bull ist bei sowas sofort dabei: Laute Techno-Musik hämmert aus einem Airstream-Trailer, es fließt Wodka-Energy in Strömen. Nicht ganz jugendfrei, aber unwillkürlich wippt man im Takt mit, wenn man vorbeigeht.

8. In Essen gibt's alles

In der Kleinteilen-Halle 9 findet man Nachrüst-Teile zum besonders günstigen Preis. Vor dem Leuchten-Händler hat sich eine Menschentraube gebildet, ein Verkäufer klettert auf einer klapprigen Leiter ans oberste Regal, um das passende Teil für den Audi A4 B5 aus der Verankerung zu hebeln.

Nebenan vertickt jemand blinkende Zierstreifen, die aussehen wie die erste Generation des Audi-Tagfahrlichts - nur bunter. Auspuffendrohre oder "Straight Pipes", also einfach nur Rohre ohne Schalldämpfer hängen an der Wand - zulassungsfrei. Menschen mit voll beladenen Einkaufstüten stürmen aus der Halle. Sie haben das Schnäppchen ihres Lebens gemacht, eindeutig. Vielleicht kommen sie auch deswegen auf die Essen Motor Show.

In der Fotoshow haben wir noch mehr Argumente für die Kult-Messe in Essen gesammelt.

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