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ADAC Deutschland Klassik 2010

Schlossgarten mit Mettwürstchen

Auto Union Horch 853 Cabriolet Foto: Frank Herzog 47 Bilder

Die Teilnehmer der ADAC Deutschland Klassik 2010 erkundeten mit ihren Old- und Youngtimern auf der ersten Etappe das nördliche Ruhrgebiet und das Münsterland.

26.06.2010 Powered by

Als die von Margharete Krupp entworfene Gartensiedlung Margharetenhöhe 1920 fertig gestellt war, gab ihn schon längst als Gebrauchtwagen. Die heute denkmalgeschützten Häuser der früheren Ingenieure des Krupp-Imperiums hätten ihn wieder erkennen können, wenn das Ehepaar Bühner mit dem Brennabor B5/12 aus dem Baujahr 1911 durch die efeuberankten Straßenzüge gefahren wäre, doch leider zwangen den Besitzer gesundheitlich Probleme zum Verzicht auf die Mitfahrt. Dennoch war der Brennabor B5/12 anwesend und viele andere automobile Highlights konnten ihn würdig ersetzen.

Ausnahme für die Automobilkultur

Eigentlich ist die Margharetenhöhe für den Durchgangsverkehr gesperrt, doch für so viel Automobilkultur machte die Kulturhauptstadt Essen eine Ausnahme und erteilte einer Sondergenehmigung für die rund 100 Teilnehmer der ADAC Deutschland Klassik.
 
Der Tross passierte bei perfektem Ausflugswetter die Veltins Arena, wo der FC Schalke seine Heimspiele austrägt, um dann nach Nordosten ins Münsterland abzubiegen. Das Tempo war gemächlich, die bei Marl auf der Lauer liegende Polizei konnte keinen Teilnehmer dingfest machen. Schließlich ist die ADAC Deutschland Klassik ja keine Rallye wie jede andere, sondern eine Wanderfahrt, in der es weder auf Geschwindigkeit, noch auf Gleichmäßigkeit oder Pünktlichkeit ankommt.

Rätsel statt Klassement, Autowandern statt Rallye

Ein wirkliches Klassement bei der ADAC Deutschland Klassik gibt es nicht, lediglich Pokale für die längste Anreise, älteste und jüngste Teilnehmer, den Concours d’Élégance am Sonntag und eine Wertung für die Spielchen am Wegesrand lenken vom reinen Fahrtgenuss ab. Und so versuchten sich die Teilnehmer im Park von Schloss Westerholt beim Putten mit dem Golfschläger, rieten in Gelsenkirchen die Temperatur ihrer Vorderreifen oder die Dicke des Lacks bei ihrem Oldtimer, rätselten beim Rundgang um die Wasserburg Fischering, auf welchem alten D-Mark-Schein denn die Dichterin Anette von Droste-Hülshoff, deren Familie von dort stammt, abgebildet war und nahmen am Malwettbewerb teil, nachdem sie das Mittagsmal vor den Stufen des berühmten Barock-Schlosses Nordkirchen eingenommen hatten.

ADAC Deutschland Klassik bleibt auf dem Boden - auch kulinarisch

Doch wie die Dortmunder Arnold und Klaus Beschke mit ihrem 15 PS schwachen Lastendreirad Tempo Hanseat, blieb die ADAC Deutschland Klassik bodenständig, im Schlossgarten gab es klare Suppe mit Mettwürstchen, am Abend auf zwei gecharterten Schiffen auf dem Baldeney-See war Currywurst der große Renner am Buffet.
 
Auch wenn der frühere Röhrl-Beifahrer Christian Geistdörfer und sein Copilot Dr. Scheuer, Staatssekretär im Verkehrsministerium, auf dem Rückweg ins dicht besiedelte Ruhrgebiet über die vielen Ampeln klagten, und manchem Oldtimer im Stopp-and-Go-Verkehr durch die Fußgängerzone von Castrop-Rauxel arg warm um die Laufbuchsen wurde, blieb gerade den süddeutschen Teilnehmern der ADAC Deutschland Klassik die Erkenntnis, die Ex-Rallyefahrerin Isolde Holdried aussprach: "Es ist überraschend, wie viel Landschaft es hier oben gibt."

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