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Aktion 0-300-0

Koenigsegg CCX

Foto: Herzog, Gargolov 53 Bilder

Das große Beschleunigungs- und Bremsduell 0-300-0 km/h kann beginnen: Nachdem die Autos gewaschen und gewogen, die Strecke gegen Nachmittag des ersten Veranstaltungstages auf wundersame Weise doch noch von der anfangs geschlossenen Schneedecke befreit und gar zur Gänze abgetrocknet und die Mannschaft auf Grund der langen Wartezeit im Dunlop-Zelt zu Genüge getränkt und gestärkt war, konnte es losgehen.

14.04.2009 Anja Wassertheurer Powered by

Die sechs in der 300er-Klasse angetretenen Testwagen unterscheiden sich von der Statur her erheblich. Dieser Umstand findet sowohl im optischen Erscheinungsbild als auch im Leistungsgewicht Ausdruck. Während der Koenigsegg CCX katzenhaft geduckt über den Asphalt huscht, gibt der Alpina B6 S aus gutem Grund den selbstbewusst kraftvollen Hünen: Muss er doch mit jeder seiner Pferdestärken 3,43 Kilogramm in Bewegung setzen, wo der Porsche GT2 und der Lamborghini Murciélago es mit jeweils nur 2,82 kg/PS zu tun haben.

Die Corvette Z06 hat mit 2,84 kg/PS kaum schwerer zu tragen, der Mercedes SLR McLaren 722 mit 2,65 kg/PS gar etwas leichter. Und an dem mit einem Rennwagen-gleichen Leistungs-/Gewichtsverhältnis von gerade einmal 1,80 kg/PS gesegneten Schwedensportler namens CCX führt in dieser Hinsicht ohnehin kein Weg vorbei.

Unangefochterner Gesamtsieg für den Koenigsegg

Wenn 806 Pferdestärken auf 1.456 Kilo treffen, muss schon viel passieren, damit es nicht katapultartig vorwärts geht. Ergo erstaunen die Beschleunigungswerte des hinterradgetriebenen Koenigsegg nicht wirklich: 3,8 Sekunden bis 100 km/h, deren 9,3 bis 200 und gerade einmal 21,9 Sekunden bis 300 km/h.

Das kann sich sehen lassen und garantiert dem einzigen Kleinserienauto des Tests mit 29,2 Sekunden den unangefochtenen Sieg in der Gesamtwertung. Schneller als der Koenigsegg CCX ist keiner auf Tempo 300 und wieder zurück auf null.

Auf der Bremse unterliegt der Koenigsegg dem GT2

Die Bremsleistung des Porsche ist insbesondere in den oberen Geschwindigkeitsbereichen jedoch nicht zu toppen - auch nicht vom CCX. Während der Porsche GT2 für die Vollbremsung aus Tempo 300 6,8 Sekunden benötigt, veranschlagt der Koenigsegg CCX für die gleiche Übungeine halbe Sekunde mehr. Zwischen 300 und 200 km/h vernichtet der GT2 sensationelle 13,10 m/s². Auch der Lamborghini packt im oberen Speedbereich deutlich erbarmungsloser zu als zwischen 100 und null km/h und verzögert anfangs mit 12,46 m/s². Unten herum beißt die Keramik-Bremse des Italieners dann mit nurmehr 11,02 m/s².

Physikalisch betrachtet macht eine derartige Verzögerungscharakteristik auf Grund der bereits erwähnten Fahrwiderstände durchaus Sinn, weil diese in höheren Geschwindigkeitsregionen naturgemäß stärker zum Tragen kommen. Trotzdem folgt neben dem Porsche und dem Lamborghini einzig noch der Mercedes SLR dem theoretischen Idealverlauf.

Alle anderen mit herkömmlichen Stahl- statt Keramikverbundscheiben ausgerüsteten Autos warten erst zwischen 200 und 100 km/h mit der maximalen Verzögerungsleistung auf, was den Schluss nahelegt, dass die bestmögliche Verzahnung zwischen Belägen und Keramikmaterial zügiger vonstatten geht als die zwischen Bremsbelag und Stahlscheibe. Unterhalb 100 km/h greift dann in jedem Fall der Effekt abnehmender Widerstände.

Der Koenigsegg CCX benötigt für 0-300-0 km/h: 29,2 Sekunden.

Beschleunigung:
0-100 km/h: 3,8 s
0-200 km/h: 9,3 s
0-300 km/h: 21,9 s

Verzögerung:
300-0 km/h: 7,3 s

Technische Daten:
Achtzylinder-V-Motor mit Kompressor,
Hubraum 4.700 cm³,
Leistung 806 PS (593 kW) bei 6.900/min,
Drehmoment 920 Nm bei 5.700/min,
Hinterradantrieb, Sechsganggetriebe,
Gewicht 1.456 kg, Vmax 395 km/h,
Bremsen: innenbelüftete und geschlitzte
Bremsscheiben (Stahl) rundum,
Ø vorn/hinten 362/362 mm,
Bereifung vorn 255/35 ZR 19,
hinten 335/30 ZR 19, Michelin Pilot Sport 2,
Grundpreis 545.020 Euro

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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