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Aktion 0-300-0

Mercedes SLR McLaren 722

Foto: Herzog, Gargolov 53 Bilder

Das große Beschleunigungs- und Bremsduell 0-300-0 km/h kann beginnen: Nachdem die Autos gewaschen und gewogen, die Strecke gegen Nachmittag des ersten Veranstaltungstages auf wundersame Weise doch noch von der anfangs geschlossenen Schneedecke befreit und gar zur Gänze abgetrocknet und die Mannschaft auf Grund der langen Wartezeit im Dunlop-Zelt zu Genüge getränkt und gestärkt war, konnte es losgehen.

14.04.2009 Anja Wassertheurer Powered by

Die sechs in der 300er-Klasse angetretenen Testwagen unterscheiden sich von der Statur her erheblich. Dieser Umstand findet sowohl im optischen Erscheinungsbild als auch im Leistungsgewicht Ausdruck. Während der Koenigsegg CCX katzenhaft geduckt über den Asphalt huscht, gibt der Alpina B6 S aus gutem Grund den selbstbewusst kraftvollen Hünen. Die Form des Mercedes SLR McLaren 722 ist unverwechselbar: Eine lange Haube und extrem kurze Überhänge sind die Markenzeichen des schwäbischen Supersportlers.

In Sachen Leistungsgewicht haben es der Porsche GT2 und der Lamborghini Murciélago mit jeweils nur 2,82 kg/PS zu tun. Die Corvette Z06 hat mit 2,84 kg/PS kaum schwerer zu tragen, der Mercedes SLR McLaren 722 mit 2,65 kg/PS gar etwas leichter. Und an dem mit einem Rennwagen-gleichen Leistungs-/Gewichtsverhältnis von gerade einmal 1,80 kg/PS gesegneten Schwedensportler namens CCX führt in dieser Hinsicht ohnehin kein Weg vorbei.

Der SLR schlägt den Lamborghini

Der in der 0-300-0-Wertung zweitplatzierte Mercedes SLR McLaren benötigt für die Beschleunigungs- und Bremsprüfung glatte 37,0, der drittplatzierte 0-100-Sprintkönig von Lamborghini absolviert das Gesamtprogramm in 38,6 Sekunden. Bei der Detailbetrachtung der Beschleunigungskurve fällt auf, dass der italienische Kurzstreckenstar die entscheidenden Sekunden im Geschwindigkeitsbereich zwischen 200 und 300 km/h liegen lässt.

Ein Rückstand, den er trotz seiner insgesamt besseren Verzögerungsleistung auf der Bremse dann nicht mehr gutmachen kann. Noch drastischer gerät die Corvette Z06 in eben jenem Speedbereich ins Hintertreffen. Bis 200 km/h schien ihr der fünfte Platz vor dem mit deutlich mehr Gewicht belasteten Alpina B6 S noch sicher zu sein.

Anschließend geht dem Ami auf Grund seiner übermäßig lang geratenen Getriebeübersetzung dann jedoch die Puste aus, sodass dem mit Abstand preiswertesten und auch fahrdynamisch bestens konditionierten Kultsportler in Papenburg nurmehr die rote Laterne bleibt. Ähnlich wie beim Alpina gilt also auch für die Corvette: Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen. In der nur vom BMW M6 und Lexus IS-F besetzten 250er-Klasse hätten nämlich sowohl der B6 S als auch die Z06 weit mehr geglänzt. Den mühsamen letzten Teil des Aufstiegs bis 300 km/h hätten sich beide vielleicht besser erspart.

Der Mercedes SLR verzögert mit Keramik-Bremsen

Die Bremsleistung des Porsche ist insbesondere in den oberen Geschwindigkeitsbereichen nicht zu toppen: Zwischen 300 und 200 km/h vernichtet der GT2 sensationelle 13,10 m/s². Auch der Lamborghini packt im oberen Speedbereich deutlich erbarmungsloser zu als zwischen 100 und null km/h und verzögert anfangs mit 12,46 m/s². Unten herum beißt die Keramik-Bremse des Italieners dann mit nurmehr 11,02 m/s².

Physikalisch betrachtet macht eine derartige Verzögerungscharakteristik auf Grund der bereits erwähnten Fahrwiderstände durchaus Sinn, weil diese in höheren Geschwindigkeitsregionen naturgemäß stärker zum Tragen kommen. Trotzdem folgt neben dem Porsche und dem Lamborghini einzig noch der Mercedes SLR dem theoretischen Idealverlauf.

Alle anderen mit herkömmlichen Stahl- statt Keramikverbundscheiben ausgerüsteten Autos warten erst zwischen 200 und 100 km/h mit der maximalen Verzögerungsleistung auf, was den Schluss nahelegt, dass die bestmögliche Verzahnung zwischen Belägen und Keramikmaterial zügiger vonstatten geht als die zwischen Bremsbelag und Stahlscheibe. Unterhalb 100 km/h greift dann in jedem Fall der Effekt abnehmender Widerstände.

Der Mercedes SLR McLaren 722 benötigt für 0-300-0 km/h: 37,0 Sekunden.

Beschleunigung:
0-100 km/h: 3,8 s
0-200 km/h: 10,5 s
0-300 km/h: 29,6 s

Verzögerung:
300-0 km/h: 7,4s

Technische Daten:
Achtzylinder-V-Motor mit Kompressor,
Hubraum 5.439 cm³,
Leistung 650 PS (478 kW) bei 6.500/min,
Drehmoment 820 Nm bei 4.000/min,
Hinterradantrieb, Fünfgang-Automatikgetriebe,
Gewicht 1.724 kg, Vmax 337 km/h,
Bremsen: innenbelüftete Keramik-
Bremsscheiben rundum,
Ø vorn/hinten 390/360 mm,
Bereifung vorn 255/35 ZR 19,
hinten 295/30 ZR 19, Michelin Pilot Sport 2,
Grundpreis ca. 450.000 Euro

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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