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Aktion 0-300-0 Tuner 2008

Neun Tuning-Sportler im Geschwindigkeitsrausch

Aktion 0-300-0 Foto: Frank Herzog 59 Bilder

Neun Kraftmeier, jeder von ihnen ein aussergewöhnliches Unikat, folgten dem Ruf von sport auto, um sich auf dem Highspeed-Oval in Papenburg einer ebenso neuen wie auch einzigartigen Challenge zu stellen - dem ersten Beschleunigungs- und Bremsduell bis und aus 300 km/h.

14.10.2009 Jochen Übler Powered by

Um Punkt acht Uhr beginnt der Unterricht, und die komplette Schulklasse schneit im wahrsten Sinn des Wortes gleichmal um eine glatte halbe Stunde zu spät rein - wenigstens ohne weitere Konsequenzen. Eile ist zunächst sowieso keine geboten, weil der geplante Praxisteil nach der morgens anberaumten Theorierunde Väterchen Frost zum Opfer fällt.

Draußen überzuckert eine prächtige Schneedecke das Emsländer Moor. Drinnen steht mehr oder weniger trockener Stoff auf dem Stundenplan. Keine Algebra oder Flaggenkunde, sondern ein Benimmkurs der besonderen Art.

5.362 PS warten auf ihren Einsatz

Genauer: Was ist beim Befahren des ORK zu beachten? Lektion Nummer eins: ORK bedeutet Ovalrundkurs, die vierspurige Highspeed-Bahn auf dem ATP-Testgelände im niedersächsischen Papenburg. Eine 12,3 Kilometer lange Bühne für einen bislang einzigartigen Event in der Tuning-Szene. Nicht die absolute Höchstgeschwindigkeit steht im Fokus.

Auch die fahrdynamischen Höchstleistungen treten in den Hintergrund. Was zählt, ist die Summe längsdynamischen Könnens. Das Produkt aus positiver und negativer Beschleunigung. Einmal hinauf und einmal wieder hinunter. Nicht nur auf Tempo 100, auch nicht auf 200, sondern 0-300-0 lautet die Vorgabe. Und dies bedingt ein Höchstmaß an technischer Motivation.

Es zählen Motorleistung und Gewicht, optimaler Grip und der Biss sowie das Standvermögen der Bremse. So weit die Theorie - und dann das: winterliche Weihnachtsstimmung Ende März, anstatt heiser röchelnder Sportmotoren. Durchhalteparolen und Benzingespräche entkrampfen die Situation zumindest ansatzweise.

4,0 Kilometer Gerade für die Prüfung

Aktions-Partner Dunlop serviert im Service-Truck an der Strecke dampfenden Kaffee, während neun in Blech und Kohlefaser gepresste automobile Träume mit ihren versammelten 5.362 PS bibbernd auf ihren großen Einsatz warten. Etwas anderes als warten bleibt sowieso nicht übrig. Wer will mit diesen einzigartigen Preziosen schon die schlüpfrige Heimreise auf verschneiten Straßen antreten? Einmal mehr ist Beharrlichkeit gefragt. Und sie zahlt sich aus.

Am Nachmittag nimmt die Karawane tatsächlich Aufstellung fürs Gruppenfoto. Erste Sonnenstrahlen spiegeln sich auf den Motorhauben und bügeln die verbleibende Nässe Stück für Stück vom Highspeed-Parkett. Die erste, wenn auch ungeplante Dramaturgie nähert sich dem Ende. Vorhang auf für die zweite, vorsätzlich inszenierte Darbietung mit ihren hochkarätigen Darstellern endlich in Aktion. Nebenrollen besetzt hier keiner.

Jeder spielt für sich und zeigt Leistung auf höchstem Niveau, auch der vermeintlich kleinste Mitstreiter, der 360 PS starke AC Schnitzer ACS1 3.5i auf Basis des BMW 135i. Sportservice Lorinser geht wuchtiger ins Rennen, mit einem 460 PS starken Mercedes E 500 und dem Künstlernamen L 55 RS. Der zweite AC Schnitzer-Renner ist ein Novum, weil der GP 3.10 seinen 552 PS starken V10-Motor nicht nur mit Benzin, sondern auch mit Flüssiggas speist. Trotz seiner beachtlichen Leistungsresourcen gehört der piekfeine Dreier mit dem aufgezwirbelten M5-Motor nicht zu den Besten im Kriterium Leistungsgewicht.

Der von Cargraphic in die Mangel genommenen Porsche GT3 RSC 4.0 hat einen nominellen Vorsprung. Wenngleich die angegebenen 465 Sauger-PS weniger stark den Performance-Ausschlag geben, als vielmehr das auf 1.393 Kilogramm abgemagerte Gewicht. Die stattlichen Karossen von AC Schnitzer und Lorinser bringen immerhin stramme 1.890 respektive 1.875 Kilo auf die Waage. Und diese Pfunde wollen schließlich erst mal in Bewegung gesetzt werden. Ganz zu schweigen von der Schwerstarbeit für die Bremsanlage, die mit 300 Sachen galoppierende Masse auch wieder standesgemäß zu zähmen.

Außerdem mit von der Papenburg-Partie ist der elegant in Weiß gekleidete Ferrari 599 GTB von Edo Competition, unter dessen fließender Fronthaube stürmende Zwölfzylinder-Akrobatik mit 650 PS wirbelt. Oder der zweite Zwölfender aus dem gleichen Tuningstall, der Maserati MC12 XX, der mit betörender akustischer Prominenz einen vagen Ausblick auf die Fähigkeiten seiner 800 PS gibt. Der dritte der Edo-Familie ist eigentlich ein Rundstreckenspezialist, ein Porsche GT2 RS mit 670 PS und schlanken 1.337 Kilogramm. Dagegen wirken die beiden restlichen Porsche 911 Turbo fast schon wohl genährt.

Der Schnitzer Einser macht den Anfang

Der Cargraphic GT RSC 3.6 bringt es auf 1.482 Kilogramm und 624 PS. 9ff rollt gar mit einem 911 Turbo Cabrio auf die Waage - 1.667 Kilogramm schwer, aber immerhin 781 PS stark. Ein wahrlich bunter Haufen also, bei dem der nominell Schwächste zunächst die Pole Position einnimmt. Dem ACS1 3.5i gebührt die Ehre der Eröffnungsrunde. Vorgaben: keine halben Sachen. 4,0 Kilometer Gerade müssen für die auferlegten Beschleunigungs- und Bremsprüfungen genügen.

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