Aktion Besser Fahren: Fahrer-Training im Grenzbereich

Das erste Fahrdynamik-Training 2009 von auto motor und sport zauberte ein breites Grinsen ins Gesicht von 50 Leserinnen und Lesern. Unter Anleitung von zehn Instruktoren aus der auto motor und sport-Redaktion ging’s zwei Tage lang kontrolliert ans Limit.

Ich habe einen Autotick“, sagt er, und schwingt sich mit der Begeisterung eines Fahranfängers hinter das Steuer des leuchtend weißen VW Golf GTI. Sekunden später fauchendes Turbo-Pfeifen und vergnügtes Reifen-Quietschen. Gestatten: Kauno, Dr. Michael Kauno, 69 Jahre jung und ältester Teilnehmer beim ersten Fahrdynamik-Training von auto motor und sport 2009 auf dem Testgelände von Continental. Neben Zahnarzt Kauno, der bereits seit 1954 auto motor und sport-Abonnent ist, reisten 49 Leserinnen und Leser zum 35 Kilometer nordöstlich von Hannover gelegenen Contidrom.

Zwölf VW Golf GTI und 15 VW Scirocco warten auf die Fahrdynamik-Training-Teilnehmer

Für 795 Euro warteten hier neben dem zweitägigen Kurs mit Übernachtung die perfekten Lehrmittel auf die Teilnehmer. Zwölf flammneue VW Golf GTI und 15 VW Scirocco sorgten schon vor dem Start für breites Lesergrinsen. Der dynamische Lehrplan stammte größtenteils direkt aus dem offiziellen Testprogramm von auto motor und sport. Unter der Leitung von Testchef Otto Hofmayer und zehn erfahrenen Redaktionsexperten gingen die Leser kontrolliert ans Limit. Der exklusive Blick hinter die Kulissen der täglichen Testarbeit von auto motor und sport war umfangreich. 18-Meter-Slalom, Elchtest μ-Split-Bremsung, Vollbremsung in der Kurve und dabei einem Hindernis ausweichen waren die Aufgabenstellungen auf trockener Fahrbahn.

Aha-Effekt beim Fahrdynamik-Training

Vor jeder Übung demonstrierten die Instruktoren den genauen Ablauf, bevor die Leser selbst aufs Gas treten durften. Nach den Trockenübungen wurde es feucht-fröhlich. Die Sektionen auf nassem Untergrund sorgten nicht nur für Heiterkeit, sondern auch für Aha-Erlebnisse. Neben einer Fahrt am Limit auf einer bewässerten Kreisbahn machte die meisten Teilnehmer vor allem das Aquaplaning in der Kurve nachdenklich. Dabei musste mit 80 km/h durch nur sieben Millimeter tiefes Wasser gefahren werden. Mit neuen Reifen pflügten Teilnehmer und Schulfahrzeuge zunächst spurtreu durch das kühle Nass. Nach dem Umstieg auf Autos mit vier Millimeter Profil sowie mit der vom Gesetzgeber geforderten Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern rauschten die Teilnehmer dramatisch Richtung Kurvenaußenrand.

Beim Fahrdynamik-Traininglernt lernt jeder etwas

Auch beim Bremsen auf Nässe und unterschiedlichen Belägen aus Tempo 100 waren die Fahrer oft erstaunt, dass der Bremsweg praxisüblich auf nicht enden wollende 100 Meter oder mehr stieg. Wie wichtig gute Pneus sind, wurde auch auf dem Nasshandling-Kurs demonstriert. Als Beifahrer erlebten die Kursteilnehmer, dass sich das Fahrverhalten eines Fahrzeugs mit billigen Import-Reifen und mit einer Markenbereifung gravierend unterscheidet. Spontaner Vorschlag eines Lesers nach der Rutschpartie mit den asiatischen Tiefpreis-Gummis: "Die Regierung sollte diese gefährlichen Reifen per Gesetz verbieten." Mit idealen Reifen drehten die Teilnehmer am zweiten Tag dann selbst heiße Runden auf dem bewässerten Rundkurs. Einstimmiges Urteil aus strahlenden Gesichtern: "Kurs verlängern und einen Tag auf dem Handlingparcours dranhängen." Ob erfahrene Hasen oder frischgebackene Nachwuchs-Fahrer − beim Fahrdynamik-Training lernt jeder noch etwas.

Regelmäßig Fahrsicherheitstraining ist wichtig

Die jüngste Teilnehmerin blickte gerade mal auf acht Wochen Fahrpraxis zurück. "Ich habe meiner Tochter den Kurs zum 18. Geburtstag geschenkt. Es gibt nichts Besseres, als kurz nach der Fahrprüfung so ein Training zu machen", sagte Cornelia Berg aus Wolfsburg, die gemeinsam mit ihrer Tochter Svenja auf die Strecke ging. Die dynamischen Fahrübungen im Grenzbereich schulen vor allem die richtige und blitzschnelle Reaktion beim Ernstfall im öffentlichen Straßenverkehr. "Für mich ist es daher wichtig, regelmäßig ein Fahrsicherheitstraining zu machen", sagte Markus Tomasini lächelnd, der als Fahrzeug-Ingenieur sonst für den Akustik- und Schwingungskomfort bei einem Automobilhersteller tätig ist.

Keine Pannen beim Fahrdynamik-Training

Doch die Teilnehmer büffelten nicht nur für die Praxis. Im Konferenzraum lauschten sie den Experten von Continental zum Thema Reifenentwicklung (Vorstellung aktueller Pannenprodukte im Bereich Runflat-Reifen und Noträder) und der Auswirkung von sicherheitsschwachen Pneus. Schließlich wurde der Konferenzraum auch noch zum Klassenzimmer. Dass die Schüler des ersten Fahrdynamik-Jahrgangs 2009 meistens schnell und richtig reagiert haben, konstatierte Cheftester Otto Hofmayer bei der Zeugnisvergabe in Form der Teilnahmeurkunden schmunzelnd: "Bis auf wenige Hütchen hatten wir an den beiden Tagen keine Ausfälle zu beklagen."

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Christian Gebhardt

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