Alaska im GMC Yukon: Der Preis ist Eis

Alaska ist reich an Bodenschätzen. Das lockt Glückssucher in den polaren Norden der USA. Im GMC Yukon unterwegs, ist dies eine Region, in der man mit Schnee und extremen Temperaturen leben muss.

Es ist warm. Verdammt warm sogar. Ganz anders, als man das von einer Stadt am Polarkreis erwarten würde. Doch wer die Liebe der Amerikaner zu extremen Temperaturen kennt, hätte vorgewarnt sein können. In Gebäuden herrscht in den USA stets das Gegenteil der Außentemperatur. Folglich schwitzt man in Fairbanks, Alaska, sobald man einen Raum betritt. 25 Grad Celsius vertragen sich einfach schlecht mit dicken Winterstiefeln und mehreren Lagen Thermobekleidung. Kein Wunder, dass die amerikanischen Soldaten, die gerade auf Heimaturlaub aus dem Irak eingetroffen sind, nur in Wüstenuniform anzutreffen sind.

Ablasshandel der Ölmultis

Energiesparen spielt im Ölstaat Alaska eben nur bedingt eine Rolle. Das zeigt auch ein Blick auf die Straße: Pickups und Offroader dominieren den Verkehr. Der voluminöse GMC Yukon mit 5,3-Liter-V8 fällt da nicht weiter auf. Ein SUV vom Schlage eines Jeep Grand Cherokee wirkt hier fast wie ein Kleinwagen.

Die Zuneigung zu fossilen Brennstoffen ist nicht weiter verwunderlich: Zum einen ist die Ölindustrie der wichtigste Arbeitgeber in Alaska, zum anderen fließt jedem Einwohner jährlich ein Bonus von rund 1.100 Dollar aus dem Gewinn der Ölmultis in die Tasche. Eine Zahlung, die Kritiker als Form des Ablasshandels anprangern. Schließlich ist die Förderung des schwarzen Goldes nicht besonders umweltverträglich. Immer wieder sorgen Lecks in Pipelines für Schlagzeilen.

Die Lebensbedingungen sind extrem: Temperaturen im zweistelligen Minusbereich sind nur ein Aspekt, der Mangel an Sonnenlicht ist der andere. Rund um die Wintersonnenwende blinzelt die Sonne nur wenige Stunden am Tag über den Horizont. Kein Wunder, dass sich das Gros der Freizeitaktivitäten drinnen abspielt. Sportliches Highlight in Fairbanks: die Spiele des Eishockey-Teams der University of Alaska. Der Parkplatz um die Sportarena ist schon eine Stunde vor Beginn voll. Dass die Motoren der abgestellten Autos im Leerlauf auf ihre Besitzer warten, ist normal. Amerikaner mögen keine kalten Autos, und Standheizungen sind kaum verbreitet.

Innen typisch amerikanisch

Innen geht es, typisch amerikanisch, laut und grell zu: Lightshow, Video-Würfel und rockige Musikeinlagen garnieren den Siegeszug der Alaska Nanooks, wie das örtliche Team genannt wird. Eimergroße Popcornbehälter und Colabecher auf den Zuschauerrängen gehören für die Fans dazu. Wer es ruhiger mag, lässt Fairbanks hinter sich. Der Yukon steuert gen Osten, hinein in die Wildnis. 60 Meilen Highway liegen vor dem Geländewagen. Der dicke Amerikaner gibt sich behäbig. Nach Bodenwellen schwingt die Karosserie eine gefühlte Ewigkeit nach. Der 320 PS starke V8 müht sich redlich ab, 2,5 Tonnen voranzutreiben. Dabei brabbelt der 5,3-Liter-Motor sonor.

Das Ziel heißt Chena Hot Springs. Die gleichnamige Lodge verströmt den Charme der Goldgräberzeit. Unter mit Eis überzogenen Bäumen warten Blockhäuser auf Gäste. Das heiße Quellwasser des Naturpools dampft so stark, dass man Schwierigkeiten hat, die Wasseroberfläche zu erkennen. Bei minus 20 Grad im Freien zu plantschen, während die feuchten Haare innerhalb weniger Sekunden zu Eiszapfen gefrieren, ist eine neue Erfahrung. Wem das zu extrem erscheint, der kann aber auch im Hallenbad schwimmen.

Komplett aus Eisblöcken gebaut

Nur ein paar Meter vom polaren Freibad entfernt ist man wieder voll im eisigen Element: Das Aurora Ice Museum hat die Abmessungen einer Kleinstadt-Kirche und ist komplett aus Eisblöcken gebaut. Überlebensgroße Ritter samt Pferden, Schachfiguren und ganze Hotelzimmer inklusive eines eisigen Kamins erwarten den Besucher. Als Hotel dürfe man das Gebäude leider nicht benutzen, erklärt Manager Dave Dahl: "Dann müssten wir laut Gesetz eine Sprinkleranlage zur Brandbekämpfung einbauen." Selbst bei Eisgebäuden kennt das Bauamt keine Gnade. Zum Trost serviert Dave Apfel-Martini-Cocktails in Eisgläsern.

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René Olma

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