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Alfa Chef de Meo

SUV-Einstieg 2010

Foto: Fiat 6 Bilder

Alfa Romeo Geschäftsführer Luca de Meo gibt im Interview mit auto motor und sport einen Ausblick auf die Modellpolitik der Italiener. Neben dem neuen 147 und dem 8C Competizione soll bis 2010 auch erstmals ein Alfa-SUV im Angebot sein.

20.05.2008 Harald Hamprecht

Herr de Meo, seit Dezember sind Sie Chef der Marke Alfa Romeo. Was war das wichtigste Erlebnis in Ihren ersten Monaten in dieser Position?
De Meo: In unserem Alfa Romeo-Werk Pomigliano, das 90 Prozent der Alfa-Produktion leistet, haben wir Anfang des Jahres ein so radikales Turnaround-Programm durchgeführt, wie es unser Konzern noch nie zuvor gesehen hatte. Wir haben rund 110 Millionen Euro in dieses Alfa Romeo-Stammwerk investiert. Schon nach 60 Tagen war das Qualitätsniveau verdoppelt - gemessen an unseren internen Kennziffern. Zusätzliche Verbesserrungen haben wir bei Zulieferern und im Handel angestoßen - also die gesamte Wertschöpfungskette involviert. Das zeigt, wie ernst es dem Konzern mit Alfa Romeo ist. Unser oberstes Ziel ist es nicht, Kosten zu senken, sondern die Qualität zu steigern.

Wie wird sich Ihr Produktportfolio verändern?
De Meo: Unsere Palette wollen wir weiter ausbauen - das soll Alfa erlauben, eine globale Marke zu werden. Eines der Erfolgsrezepte wird sein, neue Märkte zu erschließen und neue Kunden zu gewinnen, wie zum Beispiel China, die USA, Australien, Japan. Wir arbeiten gerade an diesem Relaunch der Marke mit einer globalen Perspektive.

Was dürfen wir konkret erwarten?
De Meo: Dieses Jahr präsentieren wir einige Modellyears, bei Alfa 159, Alfa Spider und Alfa Brera. Darüber hinaus bringen wir im Sommer den komplett neuen Alfa Mi.To, ein völlig neues Einstiegsmodell, mit dem wir erstmals in das B-Segment einsteigen. Wir erwarten uns mit dem Alfa Mi.To einen deutliches Wachstum unserer Volumina.

Wie viel ist beträchtlich?
De Meo: Schon ab 60.000 Einheiten pro Jahr wird das ein profitabler Business-Case. Aber das Potenzial ist größer und geht in Richtung 75.000 Fahrzeuge. Das letzte Feintuning der Positionierung und der geografische Präsenz sind aktuell noch in Arbeit. Produziert wird das Modell in Turin im Werk Mirafiori.

Was dürfen wir 2009 erwarten?
De Meo: Im Sommer 2009 startet der Nachfolger des Alfa 147, ein fünftüriger Kompaktwagen mit 120 PS bis 265 PS starken Motoren, der uns rund 85.000 Einheiten im Jahr bringen sollte. Etwa zeitgleich kommt die offene Variante des Alfa 8C Competizione mit einem 450 PS starken Achtzylinder-Motor zum Preis von netto rund 175.500 Euro. Insgesamt werden wir auch davon nicht mehr als 500 Einheiten produzieren. Er soll ein Sammlerstück bleiben. Seit 40 Jahren haben wir nichts so aufregendes gemacht, der Alfa 8C Competizione ist sicherlich eines der schönsten Autos der Welt. Ein Auto, das mit Ferrari und Lamborghini zu vergleichen ist. Ein Halo-Car, ein Super-Sportwagen, den nicht jeder Hersteller auf die Räder stellen kann, eine Marken-Ikone, die unsere Kompetenz unter Beweis stellt. Wenn wir diesen emotionalen und technologischen Ansatz jetzt auf die ganze Palette übertragen, sind wir auf dem richtigen Weg.

Was kommt 2010?
De Meo: Für das Jahr 2010 haben wir uns den Einstieg von Alfa Romeo ins SUV-Segment vorgenommen. Das Projekt trägt bei uns intern den Namen CX-over. Dieser kompakte Geländewagen wird uns ein jährliches Volumen von gut 40.000 Einheiten bringen. Aber lassen Sie sich überraschen. Vielleicht werden wir ja in einigen Monaten auch noch interessante Variationen von bestehenden Modellreihen vorstellen.

Wann planen Sie den Einstieg in den US-Markt?
De Meo: 2009, eher wahrscheinlich 2010 werden wir in die USA zurückkehren. Ich bin überzeugt: Es gibt keine Marke, die es sich leisten kann, dort nicht vertreten zu sein.

Wie viele Händler wollen Sie dort installieren - und wo?
De Meo: Es ist zu früh dazu etwas Konkretes zu sagen. Wir haben die wesentlichen Entscheidungen noch nicht getroffen. Ich bin erst seit wenigen Wochen auf diesem Posten und möchte mir die Strategie noch einmal genau anschauen. In Sachen Produkt-Strategie ist ziemlich klar, was wir brauchen: Automatik-Getriebe, Sechs-Zylinder-Triebwerke, Limousinen und SUV. Nun ist es unsere Aufgabe zu sehen, was wir in welcher Zeit machen können.

Welches Marketing-Budget planen Sie ein, um die Marke in den USA bekannt zu machen?
De Meo: Alfa Romeo ist keine Marke, mit der wir ein übermäßiges Marketing-Budget einplanen müssen. Die Marke ist weltweit bekannt.

Der CX-over kommt erst Mitte 2010. Macht es Sinn, den US-Vertrieb zu starten, bevor dieser SUV verfügbar ist?
De Meo: Für mich macht es Sinn, mit einem vollständigen Portfolio anzutreten. Aber wie gesagt: Details kann ich Ihnen noch nicht nennen.

Vergangenes Jahr haben Sie weltweit 142.000 Einheiten verkauft. Was planen Sie dieses Jahr?
De Meo: Unseren Absatz wollen wir dieses Jahr bei rund 142.000 Einheiten stabil halten - so wie schon im Vorjahr. Und das wäre eine gute Performance, weil unser Werk zwei Monate geschlossen war.

Bleiben Sie bei dem Ziel, 2010 stolze 300.000 Alfa verkaufen zu wollen?
De Meo: In den letzten Jahren haben wir unsere Ziele immer erfüllt. Meine Aufgabe bei Alfa Romeo ist es nicht, Ziele zu setzen, sondern Ziele zu erreichen. Wir werden deswegen alles daran setzen, die 300.000 Einheiten 2010 einzufahren. Denn das ist eine gesunde Größe für den weltweiten Jahresabsatz. Wenn es dann nur 250.000 werden, können wir aber auch damit leben. Dann erreichen wir die 300.000 eben im Jahr 2011.

Woher nehmen Sie diesen Optimismus?
De Meo: Vor vier Jahren hat auch niemand geglaubt, dass wir unsere Ziele für Fiat erreichen werden. So ist das Leben. Außerdem wäre es eine limitierte Perspektive, ein Unternehmen, eine Marke wie Alfa Romeo nur an einer einzigen Zahl, am Absatzziel, zu bewerten. Aber Maßnahmen, die unsere Marke beschädigen würden, wird es bei uns nie geben. Ich bin fest davon überzeugt, dass Alfa Romeo eine der stärksten Marken der Welt ist. Im Produktportfolio und im Vertrieb können wir uns sicher noch verbessern. Aber das erste Mal in meiner Karriere habe ich die Chance für eine Marke zu arbeiten, verantworte ich eine Marke, deren Stärke und Historie so cool ist wie Alfa Romeo. Ich habe da keine Sorge.

Was macht Alfa in Sachen Umweltfreundlichkeit?
De Meo: Alfa Romeo ist eine Marke, die sich über Motoren, Leichtbauweise, Fahrdynamik profiliert. Alfa Romeo wird niemals eine Öko-Marke werden - aber trotzdem wollen auch wir uns natürlich in Sachen Verbrauch und Umweltfreundlichkeit weiter verbessern. Deswegen werden wir ab 2009/10 ein Start-Stop-System anbieten. Bei allen weiteren Aktivitäten, etwa im Hybrid-Bereich, werden wir von den kommenden Entwicklungsschritten innerhalb des Fiat-Konzerns profitieren.

Wo wollen Sie neue Kunden gewinnen?
De Meo: Statt anderen Marken zu folgen, konzentrieren wir uns erst einmal auf unsere Markenwerte. Benchmarking ist keine Option des Branding, sondern des Engineering. Bei der Marke müssen wir authentisch bleiben. Wir wollen kein italienischer BMW oder Audi sein.

Welche Änderungen stehen im Vertrieb an?
De Meo: In England haben wir unser halbes Vertriebsnetz ausgetauscht. In Deutschland wird ein solch radikaler Schritt nicht notwendig sein. Aber auch hier stehen Veränderungen an, an denen Deutschland-Chef Christopher Nicoll aktuell arbeitet. Derzeit haben wir in Italien 143 Alfa Romeo-Händler, im restlichen Europa 670. Weltweit sind es insgesamt über 910. Dazu kommen 48 Importeure in 53 Ländern. Und mit der globalen Expansion der Marke wird dieser Wert bis Ende der Dekade weiter anwachsen - weltweit wird Alfa Romeo heute schon in insgesamt 74 Ländern verkauft.

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