Perfekt konturierte, mit geflochtenem Leder bezogene Kohlefaser-Schalensitze und dahinter zwei maßgenau eingepasste Schedoni-Reisekoffer machen deutlich, dass der schöne Italiener auch für lange Strecken taugt. Das war bei seinem Vorbild von 1969 mit nur zwei Liter großem, aber 230 PS starkem V8-Motor nicht unbedingt der Fall.
Auto motor und sport-Testfahrer Manfred Jantke, der einen der 18 gebauten Tipo 33 Stradale fahren durfte, schrieb damals: "Im Tipo 33 kann man zwar die hungrigen Blicke der jüngeren weiblichen Passanten verstehen, aber kaum die der männlichen. Denn Tipo 33-Fahren im Straßenverkehr macht weiß Gott keinen Spaß. Die Federung ist vollkommen durch Straßenlage ersetzt, das Fahrgeräusch besteht aus einem gellenden Ansauggeräusch, und bei Sonnenschein erwärmt sich das Cockpit bis auf Saunatemperatur."
Frischer und kompakter Sportler
Das ist heutzutage anders. Die hungrigen Blicke sind geblieben, doch sie stammen von gestandenen männlichen Motorjournalisten, die auf der Teststrecke von Balocco freundlichst um eine Probefahrt im knuffigen Alfa-Coupé bitten, sogar zum wiederholten Male. Im Stehen mit laufendem Motor bildet das hochtourige V8-Grummeln aus der Auspuffanlage einen beinahe irritierenden Kontrast zur kompakten, frisch und frech wirkenden Karosserie.
Der 8C scheint zu sagen: "Drive me if you can", ist aber in Wirklichkeit ein wohlerzogener Spitzensportler - mehr Tennis-Crack als Rugby-Stürmer. Ist der Sportmodus aktiviert, überträgt das Getriebe die Schaltbefehle, die der Fahrer an den Lenkrad-Paddel aus kühlem Aluminium ausgibt, in heißen 80 Millisekunden auf den Asphalt. Man muss mit dem Tippen blitzschnell reagieren, denn der hubraumstarke V8 dreht bis 7.500/min mit der Gier eines hungrigen Tigers, dessen Brüllen er gekonnt kopiert. Kurze, jetzt wieder im Bariton klingende Gasstöße begleiten das Runterschalten.
Auf 500 Exemplare limitiert
In Kurven will der Alfa mit etwas Nachdruck gezwungen werden, die er jedoch - dank des kraftvollen Schubs an der Hinterachse -, elegant und pfeilschnell umrundet. Obwohl der 8C ohne elektronisch regelbare Dämpfer auskommt, besitzt er gegenüber dem legendären Tipo 33 Stradale eine durchaus reisetaugliche Chassis-Grundabstimmung. Hinzu kommt ein nicht ganz leises, jedoch wohl komponierte Fahrgeräusch. Und eine Klimaanlage bekämpft wirkungsvoll die Überhitzung im geräumigen Cockpit.
Einer genussvollen Reise von Padua nach Palermo stünde also nichts im Wege - wenn der schnelle Wagen noch zu haben wäre: Alle 500 geplanten Einheiten sind schon verkauft, und nur 81 Coupés kommen nach Deutschland. Die USA erhalten 84 Exemplare, die 2009 ausgeliefert werden, wenn die Marke Alfa Romeo wieder auf den US-Markt zurückkehrt und erneut zur Reifeprüfung antritt. Der 8C Competizione hat sie bereits glänzend bestanden.
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