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Alfa Romeo-Club Atlanta

Das Warten der Fans auf den Alfa-USA-Start

Alfa-Club Atlanta Foto: press-inform 17 Bilder

Sie lieben Pizza, Antipasti, Farfalle und italienische Sportwagen. Doch beim Gedanken daran, dass Chrysler und Fiat zukünftig Hand in Hand turteln, schütteln die Mitglieder des Alfa-Clubs Atlanta nur den Kopf.

25.07.2009

Seit Jahren will der Fiat-Konzern mit seinen Volumenmarken Fiat und Alfa Romeo wieder auf den amerikanischen Markt zurück. Nachdem man Anfang der 90er Jahre nach erfolglosen Zeiten die Segel gestrichen und sich nach Europa zurückgezogen hatte, ist es ruhig geworden um die italienische Automobilgemeinde in Nordamerika.

Seitdem Fiat und Chrysler Hand in Hand gehen, sind viele gespannt, wie die gemeinsame Zukunft auf dem amerikanischen Markt aussehen könnte. Erwartungsfroh sind dabei nur wenige. Eine zu große Nähe zu Chrysler sehen viel italo-affine Autofans im Land der unbegrenzten Automöglichkeiten als Problem.

Die Zukunft von Fiat und Chrysler ist nebulös

"Der kleine Alfa Mito ist ein tolles Auto", so Augie Cavalli, Präsident des Alfa-Owners-Club aus Atlanta, "könnten wir bei uns gut gebrauchen. Aber auch der Fiat 500 oder der Alfa 159 wäre sehr nett." Die gemeinsame Zukunft von Fiat und Chrysler auf dem US-Markt ist Monate nach der Verkündigung weiter nebulös.

Fest steht: Modelle der Marken Fiat und Alfa Romeo sollen ihre Rückkehr auf den US-Markt feiern. Die Luxusmarken Ferrari und Maserati gibt es sowieso. Allein Lancia dürfte den Sprung über den Atlantik aufgrund fehlender Substanz nicht schaffen. "Als ich elf Jahre alt war, habe ich mit meinen Eltern einen Onkel in Perugia  besucht und mich in seinen Alfa Giulietta verliebt. Das hat sich bis heute nicht verändert. Diese italienischen Autos gehören einfach auf den amerikanischen Markt. Schade drum, dass 1994 die letzten Spider verschwunden sind. Ich habe selbst noch einen", erzählt Il Presidente Augie Cavalli mit gehörig Stolz auf seine italienischen Wurzeln. Den anderen Clubmitgliedern ging das Ganze kaum anders. Irgendwann hat es "klick" gemacht und fortan gab es in der eigenen Auffahrt fast nur noch italienische Fahrzeuge. Große Vans, mächtige SUV und üppig dimensionierte Limousinen haben bei den Mitgliedern des Alfa-Clubs Atlanta keine Chance.

Kein Händlernetz für Alfa unf Fiat

Bei der Symbiose aus Fiat und dem angeschlagenen Chrysler-Konzern schütteln viele nur ungläubig den Kopf. "Wo wollen sie die Fiats und Alfas denn überhaupt verkaufen – ohne einen Händler", fragt sich Club-Mitglied Rick Andreoli, "doch sicher nicht bei den Chrysler-Händlern. Wenn die Alfas neben großen Pick Ups und Vans stehen, können sie das ganze gleich vergessen."

7.000 organisierte Alfa-Fahrer gibt es derzeit in den USA. Sie bewegen zwischen 10.000 und 20.000 Fahrzeuge; bevorzugt aus den späten 70er und frühen 80er Jahren. Besonders Alfa Spider und Giulia stehen unverändert hoch im Kurs. "Das Problem ist, dass viele jüngere Leute die Marke Alfa Romeo schon gar nicht mehr kennen", erzählt Rick weiter, "das macht einen Neustart schwer."

Die Qualität neuer Modelle muss stimmen

Die 64 Clubmitglieder der Atlanta-Gemeinde sind stolz auf ihre Flotte aus schmucken Alfa Romeos verschiedenster Baujahre. "Die Ersatzteile sind überhaupt kein Problem", erklärt Augie Cavalli, "aber es ist schwierig einen Mechaniker zu finden, der die Autos kennt und warten kann." Bei der Qualität habe es bei Fiat und Alfa in der Vergangenheit schon immer gehapert, räumen die Clubmitglieder eintönig ein. "Wenn die Qualität der neuen Alfa-Modelle auf dem US-Markt nicht stimmt, müssen sie es gar nicht erst versuchen", unterstreicht Cavalli weiter, "dann kaufen die Leute lieber Autos von Toyota oder BMW. Da bekommen sie wenigstens Qualität. Am besten wäre für Fiat der Audi-Weg aus den 90er Jahren. Das hat schließlich vorbildlich geklappt."

Fiat und Alfa können nur mit Kleinwagen auf dem US-Markt punkten

Einig ist man sich in Atlanta / Georgia auch, dass Fiat und Alfa bei einer Rückkehr nach Amerika allein mit Kleinwagen punkten können. Der jüngst vollzogene zaghafte Neustart mit dem 450 PS starken Porsche-Konkurrenten Alfa Romeo 8C brächte nicht viel, ist man sich in Fachkreisen einig. "Der wird schließlich in kleinen Dosen bei Ferrari-Händlern verkauft", so Il Presidente Augie Cavalli, "bringt der Marke in den USA daher gar nichts." Immer wieder tauchen auf amerikanischen Websites Überlegungen auf, wonach der Fiat-Konzern ebenfalls überlegen könnte, eine neue Oberklasse-Limousine wie den 169 auf Basis des Chrysler 300C zu präsentieren. "Bitte nicht – das wäre schrecklich", so Clubfan Alan Miller, "wir haben doch gesehen, wohin uns die großen Autos gebracht haben."

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