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Alfa Romeo Giulia gegen BMW 3er Limousine

Vergleich sportlicher Mittelklasselimousinen

Alfa Romeo Giulia gegen BMW 3er, Teaser Foto: auto motor und sport/Guido ten Brink 24 Bilder

Alfas Giulia soll BMWs 3er nicht nur mit Charme und Schönheit schlagen, sondern auch mit objektiven Vorteilen. Klappt das? Wir haben uns die beiden Fahrspaß-Versprecher etwas genauer angesehen.

08.03.2016 Roman Domes

Die neue Alfa Romeo Giulia soll passen wie ein teurer Maßanzug, lautet das Statement der Italiener. Einen gut angezogenen Konkurrenten gibt es allerdings schon: den 3er von BMW. Der dominiert die Mittelklasse souverän seit mittlerweile 41 Jahren und ist zudem mit M3 und M4 auch sportlich überaus zufriedenstellend konfektioniert. Keine Frage, am 3er muss sich die Giulia messen.

Scharf aussehen tut sie schon Mal, die Giulia. Doch fühlt sich der Alfa auch so gut an? Wir wagen die erste Tuchfühling mit zwei Autos, die zwar unterschiedlich zu Werke gehen, aber die gleiche Zielgruppe haben.

Alfa Romeo Giulia mit italienischen Looks

Das merkt man schon beim Design. Der BMW blickt cool aus seinen vier Augen - und ein bisschen harmlos, wenn er nicht gerade das M-Paket mit aggressiv geschnittenen Schürzen und großen Felgen trägt. Vorteil Alfa: Die Giulia sieht schon im Standard-Dress ungewöhnlich aus, kein Wunder, sie ist es ja auch: Alfas Wiedereinstieg in die Mittelklasse nach dem 159 und dem wenig erfolgreichen 166.

Alfa Romeo Giulia gegen BMW 3er Limousine, Kaltvergleich, Vergleich, Genf, 03/2016Foto: SB-Medien/Guido ten Brink
Markant: Die Serienoptik der Giulia überzeugt mit sportlicher Optik.

Prägendes Stilelement ist das Scudetto, der große schildförmige Kühlergrill, also das, was bei BMW die Doppelniere ist. Insgesamt wirkt die Front der neuen Giulia wuchtiger als die des 3ers. Die langgezogenen Frontscheinwerfer spiegeln die Alfa-Designer am Heck wider, das ebenfalls recht ausladend, aber nicht zum Makel geriet. Damit sollte die Giulia in der Mittelklasse definitiv punkten können.

Sie hat die nötige optische Präsenz, die der deutschen Konkurrenz etwas abhanden gekommen ist. Kein Wunder: Gefühlt ist jedes zweite Auto auf der Straße ein Audi A4 oder ein BMW 3er.

Giulia mit schmuckem, großzügigem Innenraum

Erfrischend anders wirkt auch der Innenraum der Alfa Romeo Giulia, wenn man ihn im Trubel des Genfer Autosalons mal kurz für sich hat. Das Gewusel rund um die ausgestellten Giulias ist vielleicht auch ein ganz guter Gradmesser dafür, wie wichtig das Auto für die Marke ist. Leder und eine Prise Espresso. Die Giulia riecht so gar nicht nach 0815-Neuwagen. Tür zuschlagen, kurz umsehen und innerhalb von 30 Sekunden weiß man, wo alle Schalter und Knöpfe sind - die Giulia gibt sich erfreulich reduziert, viele Kontrolleinheiten sind aufs Lenkrad gewandert, darunter auch der Start-Stopp-Knopf.

Obwohl das Cockpit noch nicht mit endgültigem Serien-Finish aufwartet, fühlt sich alles schon sehr gut an, die richtige Sitzposition hat man schnell gefunden. Die optionalen Sportsitze bieten guten Seitenhalt, lediglich die Beinauflage ist etwas kurz geraten.

Besonders cool - wortwörtlich: die Schaltwippen aus Alu, die im Vergleich mit dem BMW besonders groß ausgeführt wurden. Ob man das bei einem Zweiliter-Dieselmotor braucht, ist eine andere Frage. Gut aussehen tut es allemal - genau wie das griffige Sportlenkrad an sich. Unser blaues Testobjekt hat außerdem die cremefarbene "Lusso"-Lederausstattung mit Holzintarsien verbaut bekommen. Sogar das Armaturenbrett wurde mit schwarzem Leder überzogen. Schick!

Nicht geknausert wird bei Alfa zudem, wenn es ums Platzangebot für die Mitreisenden im Fond geht. Die sitzen mindestens genauso gut wie im BMW - wenn nicht sogar einen Tick besser. Die Beinfreiheit in beiden Autos dürfte in etwa gleich sein. Wie es der Zufall will, hatten wir diesmal kein Maßband dabei. Die Giulia punktet mit italienischem Flair, gegen das sich der BMW richtig schwer tut, anzukommen. Der hat dafür andere Vorzüge.

Alfa Romeo Giulia gegen BMW 3er Limousine, Kaltvergleich, Vergleich, Genf, 03/2016Foto: SB-Medien/Guido ten Brink
Cool: Die großen Schaltwippen sind aus kaltem Aluminium geformt und fassen sich besser an als das BMW-Pendant.

BMW 3er mit mächtigem Infotainment-System

Zum Beispiel das Infotainment-System, an dem sich der Alfa auch messen muss. Und obwohl die Giulia die üblichen Features wie Bluetooth fürs Handy, Navigation oder Digitalradio bietet, dürfte der BMW die weitaus größere Funktionalität am Start haben.

In der Giulia ist der 8,8 Zoll große Bildschirm komplett in das Giulia-Armaturenbrett integriert, sitzt nicht wie beim BMW obendrauf. Bedient wird das System ausschließlich mittels Dreh-Drück-Steller (ja, das Prinzip "iDrive" ist mittlerweile auch in Italien angekommen). Ein Touchscreen steht entgegen anderslautender Pressemeldungen nicht zur Verfügung. BMW bietet diese Option vermutlich bald an: Im 7er gibt es ihn schon.

Zwischen Drehzahlmesser und Tachometer sitzt in der Giulia zudem ein Infodisplay, das über Daten wie Öltemperatur oder Verbrauch informiert. Was genau angezeigt wird, hängt davon ab, in welchem Modus sich die Giulia befindet. Das wird über den sogenannten D.N.A.-Regler definiert, der im Wesentlichen mit BMWs "Fahrerlebnisschalter" übereinstimmt. Neumodische Worte, einfaches Prinzip: Darüber werden Fahrwerk, Lenkung und Motor auf die gewünschte Einstellung gesetzt, also etwa "Sport" oder "Sprit sparen".

Alfa Romeo Giulia gegen BMW 3er Limousine, Kaltvergleich, Vergleich, Genf, 03/2016Foto: SB-Medien/Guido ten Brink
Passt: Der Fond ist geräumig genug für Personen, die kleiner als 1,90 Meter sind.

Letztlich entscheidet der Motor - und der Kunde

Treibstoff gespart wird bei beiden Herstellern mit den Dieselmodellen: Alfa Romeo plant hier zunächst mit drei Varianten, ein 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS, eine Ausbaustufe davon mit 180 PS sowie einer besonders potenten, wenngleich noch nicht bestätigten V6-Version mit rund 300 PS. BMW setzt den 318d, 320d und 335d dagegen.

Bei den Benzinern gibt sich Alfa Romeo noch größtenteils bedeckt. Klar ist nur, dass ein Zweiliter-Turbo mit 200 PS kommt, sowie die QV-Variante mit 2,9 Liter großem Biturbo-Sechszylinder und 510 PS. Als Einstiegsbenziner wird der 1,4-Liter-Turbo aus der Giulietta gehandelt, er leistet 150 PS. Und weil wir auf unseren Bilder den Hybrid-BMW 330e zeigen: Auch Alfa Romeo plant angeblich eine Giulia mit Hybridtechnik.

Bis es aber soweit ist, muss sich die Giulia erst beweisen: Das Zeug zum Mittelklasse-Star hat sie allemal. Im Gegensatz zu früheren Modellen ist sie nicht nur ein Fall für verträumte Alfa-Fans, sondern auch für kühle Auto-Analytiker, die vom Anmut der Giulia überrumpelt werden könnten.

Marktstart für die Giulia soll nach Angaben von Alfa Romeo noch im ersten Halbjahr 2016 erscheinen. Preise stehen noch nicht fest.

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